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RBB vor harten Einschnitten

MOZ thi / 07.05.2010, 18:31 Uhr - Aktualisiert 07.05.2010, 18:34
Potsdam (In House) Der ARD-Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) bereitet sich auf gravierende Einnahmeverluste in den nächsten zehn Jahren vor. In einem internen Papier werden als Konsequenz daraus radikale Schnitte im Radio und Fernsehprogramm empfohlen. In der drastischsten Variante ist an die Halbierung der Radioprogramme gedacht. Intendantin Dagmar Reim hatte bereits im vergangenen Jahr auf Prognosen der ARD verwiesen, nach denen sich die Gebühren in diesem Jahrzehnt um 15 Prozent verringern würden, und eine Strategiegruppe „Zukunft RBB“ eingesetzt. Diese hat nun drei Varianten vorgeschlagen, wie auf die zu erwartenden finanziellen Schwierigkeiten reagiert werden könnte.

Trifft es den Sender besonders hart, würden drei Radioprogramme eingestellt. Dann blieben von jetzt noch sechs Hörfunkprogrammen drei „milieuorientierte“, wie es in dem Papier heißt, übrig. Bereits im Dezember 2008 war das Programm von „Multikulti“ aus Geldmangel eingestellt worden.

Im Fernsehbereich des RBB würde dann nur noch von 18 bis 20 Uhr ein eigenes, informationsorientiertes Programm gesendet. Der Rest müsste von anderen Sendern übernommen werden. Außerdem sieht diese Variante vor, dass die Nachrichtensendungen „Abendschau“ (Berlin) und „Brandenburg Aktuell“ zu einer halbstündigen Sendung verschmolzen 
würden. Die sogenannte Ereignisberichterstattung von Veranstaltungen aus der Region würde auf ein Drittel des jetzigen Umfanges zurückgefahren werden.

Bis Mitte Juni soll berechnet werden, welche Finanzrahmen und wie viel Personal für die einzelnen Varianten erforderlich wären. Dann sollen diese Zahlen am 23. Juni der Belegschaft und einen Tag später dem Rundfunkrat vorgelegt werden.

Klaus Ness, Rundfunkratsmitglied für die brandenburgische SPD, erklärte am Freitag, dass bei allen Sparanstrengungen die Region weiter auf einer eigenständigen Nachrichtensendung im Fernsehen beharren müsse. Für den laufenden Haushalt hatte der RBB bereits einen Fehlbetrag von 2,1 Millionen Euro bei Ausgaben in Höhe von 397,7 Millionen eingeplant.

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Rada 08.05.2010 - 13:31:04

Herr

Hallo, ich bin für diese Sparmaßnahmen! Diesen Luxus an Menge von Sendern für Brandenburg und Berlin darf man sich nicht leisten; nicht nur der Kosten wegen. Die wirklich interessanten Infos lassen sich auch mit weniger Aufwand realisieren. Die meiste Zeit bei den Rundfunksendern wird Musik abgespielt und dann noch immer mehr nervige Werbung. Informations- und Bildungsauftrag kommen immer weniger im Programm vor. Da ist der DLF für mich schon lange eine Alternative Ich rate zu mutigen Schritten! MfG C.Rada

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