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Hollywoodstar Tom Hanks schwärmt im US-Fernsehen von Eisenhüttenstadt

Janet Neiser / 31.12.2011, 14:10 Uhr - Aktualisiert 24.11.2012, 23:50
Eisenhüttenstadt (MOZ) Er kam, sah und siegte. Hollywoodstar Tom Hanks ist immer für eine Überraschung gut. Nachdem er im Dezember als Tourist durch Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) spazierte, macht er nun vor einem Millionenpublikum Werbung für die Stadt.

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Tom Hanks in Eisenhüttenstadt

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"Eisenhuttenstadt? Ich weiß nicht, was das ist", wundert sich Moderator David Letterman (64), als Tom Hanks erzählt, dass er sich an einem freien Tag während der Dreharbeiten zu seinem neuen Film "Cloud Atlas" (Wolkenatlas) von Berlin dorthin fahren ließ. Nein, eigentlich sind er und seine Bekannten in dem VW-Transporter "California" ja über die deutschen Autobahnen geflogen, die so gerade und flach seien wie Landebahnen. "Egal, wie schnell du in Deutschland fährst, es fährt immer einer schneller", staunt der Amerikaner über die Abschnitte ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Und wenn dort einer überholt, dann klingt das für Tom Hanks nicht wie Sebastian Vettels Formel-1-Schlitten auf der Zielgeraden, sondern eher wie der Aufschrei eines Karatekämpfers, der gerade Mauersteine halbiert. "Faszinierend", entfährt es dem Schauspieler. Doch ebenso fasziniert scheint er von Eisenhüttenstadt zu sein.

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"Das ist eine Modellstadt, die 1953 von den Kommunisten erbaut wurde, um den Menschen das großartige und wundervolle Leben zu zeigen, das es im Sozialismus geben wird", klärt er Letterman und seine Landsleute auf. Dass er sich dabei ein wenig in der Jahreszahl irrt - der symbolische Axthieb für den Aufbau von Werk und Wohnstadt fiel bereits im August 1950 - sei ihm verziehen. Denn 1953 markiert sehr wohl ein wichtiges Datum. In diesem Jahr wurde die bis dahin namenlose Wohnstadt nämlich Stalinstadt getauft, bevor 1961 Eisenhüttenstadt daraus wurde. Die Geschichte dieser Musterstadt, die er zuvor von Bekannten gehört hatte, ließ Tom Hanks nicht mehr los. Er wollte all das live sehen, also machte er sich auf den Weg nach "Iron-Hut-City" - so die Übersetzung, die er Letterman liefert und die er in "Iron-Work-City" konkretisiert, was so viel heißt wie "Eisen-Arbeit-Stadt", "weil die Stadt für all die Menschen gebaut wurde, die im Roheisenwerk arbeiteten".

"In den alten Zeiten, als es noch Stalinstadt hieß, da hatten die Häuser keine Farbe", erzählt er und zeigt das Bild eines noch nicht sanierten Wohnhauses. Ein Schnappschuss, auf dem auch er bis zur Nasenspitze verewigt ist - als Beweis, dass er, Tom Hanks, sie tatsächlich gesehen hat, die erste sozialistische und jüngste Stadt auf deutschem Boden. Gleiches wiederholt sich auf dem nächsten Foto, das vor menschenleerer Kulisse eine der ersten Kaufhallen zeigt. "Das ist ein sozialistisches Geschäft, in dem du deine Orangen für Weihnachten und deine vietnamesischen Socken im Frühling kaufen konntest", witzelt der Schauspieler. Auf seinem Rundgang mit dem Stadtführer, den er "sehr nett" nennt, dürfte er auch erfahren haben, dass einst jedes Wohngebiet der Stadt eine eigene Kaufhalle hatte. Und bei ihm ist auch hängengeblieben, dass Eisenhüttenstadt in "Wohnkomplexe" aufgeteilt ist - sieben an der Zahl. Er selbst hat nur die ersten vier, die ursprünglich geplant waren, durchlaufen und spricht von einem "erstaunlichen Ort für Architektur". Ein Lob für die Stadtplaner hatte er bereits bei seinem Überraschungsbesuch parat.

Als Letterman von ihm wissen will, ob Eisenhüttenstadt der Stolz eines Landes aus dem sozialistischen Block war, antwortet Hanks: "Die Menschen konnten dort leben, arbeiten, tanzen und einkaufen und das Leben lieben." Und ja, trotz des vielen Zements sei es ein wunderbarer Ort, an dem noch immer Menschen leben und in dem viel erneuert wird für Jung und Alt. Er habe es genossen, dort zu sein.

Auch wenn hinter seiner Brille hin und wieder Fragezeichen aus den Augen schossen - beispielsweise als er dieses blaue Schild entdeckte, das er natürlich auch auf einem Foto festgehalten hat. "So ein Haus", Hanks zeigt auf das weiße Symbol, "gibt es nirgendwo in Eisenhüttenstadt, und so ein Auto auch nicht". Ohne zu wissen, dass es sich um die Nachwende-Variante eines Spielstraßen-Schildes handelt, spekulieren er und Letterman nun, ob es sich vielleicht um ein kommunistisches Hundeverbotszeichen handeln könnte, das auf subtile Art sagt: Es ist erlaubt ein Kind, ein Auto und ein Haus zu haben, aber sonst nichts. Das Publikum im Studio feiert. "Nein, nein, ich mache nur Spaß. Ich hatte eine großartige Zeit da", versichert Hanks und erwähnt auch sein Treffen mit Frau "Börgermeister". "Ich werde wieder nach Eisenhüttenstadt kommen", verspricht er vor laufenden Kameras. Das sitzt. Und bei manchem Amerikaner dürfte auch Interesse geweckt sein, vor allem weil Letterman Eisenhüttenstadt in einem Atemzug mit Disneyland nennt.

Die Reaktionen auf die TV-Show im Internet sind schon jetzt erstaunlich: Sätze wie "Eisenhüttenstadt ist meine Heimat und ich find's toll da" und "Ich bin stolz darauf, in Eisenhüttenstadt geboren zu sein", waren vor dem Besuch des Hollywoodstars so gut wie nie zu hören. Danke, Tom Hanks! Vielleicht wird jetzt endlich allen 30000 Einheimischen klar: Eisenhüttenstadt hat nicht nur Eisen und Hütten zu bieten, sondern eine einzigartige Geschichte.

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Lachsack 02.01.2012 - 19:48:26

AMI-Kenner

Verbringe seit knapp 20 Jahren meine Urlaube bei den Amis und habe nicht grad wenige dabei kennen gelernt. Ein sehr aufgeschlossenes und interessiertes Volk, vor allem wenn man sich als Deutscher zu erkennen gibt. Aber so aufgeschlossen und interessiert sie auch sein mögen, genau so oberflächlich sind sie auch. Am Abend, in geselliger Runde, quetschen sie einen aus wie eine Zitrone und möchten einen gar nicht mehr loslassen, am nächsten Morgen, bist du schon wieder vergessen. So ist das eben mit den Amis. Im Fernsehen macht das dann schon was her, wenn das US-Volk mit offenen Mündern vor den Glotzen hockt und hört, wie sich Hanks in den Kommunistischen Untergrund gewagt hat aus dem er auch lebend wieder heraus kam! Ist eben kein Poser sondern ein richtiger Filmheld! Gute Story, gut verkauft, Klappe!

Hinweisgeber 02.01.2012 - 14:25:17

@ Der Soziale

Besser hinhören, bitte! Zitate zum Beweis: 1. "it's an amazing architectural place." Amazing = erstaunlich! 2. "It's a fascinating place!" fascinating = faszinierend! 3. "I loved going there" - ich liebte es, dort zu sein! 4. "it's a gorgeous place" - gorgeous = wundervoll, hübsch. 5. "I had a great time there" = ich hatte eine tolle/großartige Zeit da! Noch Fragen? Wenn ja, Englisch lernen!

Ehemaliger 02.01.2012 - 06:08:46

Ist so!

Eisenhüttenstadt ist schon schön, wenn man nicht da wohnen muss!

Huttefan 01.01.2012 - 22:28:06

Hochintelligente Ergüsse hier!

Nehmt doch nicht alles so bierernst. Tom und David machen sich den selben Spaß wie unsereins, wenn wir eine Kleinstadt in Dakota besuchen. Wir sehen in einem anderen Land auch nur etwas bestimmtes, nämlich die Sachen, die wir auch sehen wollen.

Lach 01.01.2012 - 16:40:18

Zoobesuch

Was für uns der Zoobesuch, ist für einen Tom Hanks der Besuch in Hütte!

Der Soziale 01.01.2012 - 16:33:33

So so

Wo hat die MOZ nur Ihre Englisch Kenntnisse her?? Ich kann keine Stelle erkennen, wo Herr Hanks von Hütte schwärmt. Ich mein, wer sich gern mit Disneyland und Stadt ohne Auto´, Menschen, Hunden und Farbe beschreiben lässt, kann bei dem wohl viel Schwärmerei empfinden. Zudem wird der Amerikaner den bleibenden Eindruck einer Kommunistischen Stadt haben und nicht von einer, die seid über 20 Jahren in der Demokratie lebt. @ PT: Hat wohl nur Russisch gehab, wenn de dass für eine hervoragende Promotion findest.

Cinema 01.01.2012 - 13:30:33

So toll?

Hütte ist so toll, dass tausende Einwohner diese Stadt bereits verlassen haben. T. Hanks ist ein so guter Schauspieler, dass er die Rolle des "Besichtigers" wunderbar ausfüllt. Er kann sich doch einen Zweitwohnsitz in EHST zu legen. Einen Flugplatz hat er gleich um die Ecke. Träumt weiter!

Thomas S. 31.12.2011 - 21:31:38

PT

@PT Ich bewundere Sie, ob ihrer Intelligenz!

PT 31.12.2011 - 20:21:24

Ganz anderer Auffassung...

Ein sinnfreies möchtegern intellektuelles Geschreibsel der Vorposter. Hervorragende Promotion für diesen Teil unseres Bundeslandes und hervorragende Unterhaltung für das (u.s.) Publikum.

leser 31.12.2011 - 14:48:32

trozdem

macht er sich lustig über EH. Die Moz möchte dem Leser hier für dumm verkaufen und wird damit auch in der nächsten Woche ihre Seiten füllen. Man sollte schon der Sprache mächtig sein. Ich kann auch den Aufhänger nicht verstehen wenn sich jemand mal nach EH verirrt? Oder war woanders etwas davon zu lesen? Komischer Journalismus...

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