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Ministerin Münch: Kein Geld für mehr Erzieher

Bildungsministerin Martina Münch (SPD) plant Kommission für Schulentwicklung im ländlichen Raum.
Bildungsministerin Martina Münch (SPD) plant Kommission für Schulentwicklung im ländlichen Raum. © Foto: ZB
Ulrich Thiessen / 04.04.2012, 18:50 Uhr
Potsdam (thi) In den nächsten Jahren ist nicht mit mehr Personal für Kindergärten zu rechnen. Bildungsministerin Martina Münch (SPD) erteilte gestern entsprechenden Forderungen von Elterninitiativen und dem Koalitionspartner Die Linke eine Abfuhr. In Potsdam kündigte sie zudem eine Debatte zur Zukunft von Schulen im ländlichen Raum an.

Münch räumte ein, dass Brandenburg im Durchschnitt die größten Kita-Gruppen hat - obwohl die rot-rote Koalition den Betreuungsschlüssel 2010 bereits verbessert hatte. Für mehr sei jedoch kein Geld vorhanden, erklärte die Ministerin. Zur Zeit kommen im Bereich der unter Dreijährigen ein Erzieher auf sechs Kinder, bei den älteren Kita-Kindern ein Erzieher auf zwölf.

Münch verwies darauf, dass sich die Qualität nicht ausschließlich an den Gruppengrößen messen lasse, sondern sich beispielsweise an der Sprachförderung der Kinder orientiere. Brandenburg habe als eines der ersten Länder auf die Sprachstandsermittlung und Sprachförderung gesetzt. Münch kündigte Maßnahmen an, um auch Tagesmütter auf diesem Gebiet zu schulen.

Mitte März hatte die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Gerrit Große, gefordert, noch bis 2014 weitere Verbesserungen im Kita-Bereich auf den Weg zu bringen. Unter anderem plädierte sie für mehr Freistellungsstunden für die Leiterinnen der Einrichtungen. Außerdem seien kleinere Gruppen sinnvoll.

Die Bildungsministerin kündigte ferner die Bildung einer Kommission an, die sich mit der Schulentwicklung im ländlichen Raum befassen soll. Ab 2017 sei mit dem sogenannten demografischen Echo, einem zweiten Schülerrückgang nach dem ersten Ende der 90er-Jahre, zu rechnen. Mit Parteien, kommunalen Spitzenverbänden, Gewerkschaften und Schulträgern solle deshalb nach Schulformen gesucht werden, die Schließungen überflüssig machen. Laut Münch sei aber nicht von einem neuen Schulsterben auszugehen. Sie könne sich vorstellen, Schulen in Mittelzentren zu erhalten, mit kleinen Klassen in Außenstellen.

Brandenburg wird zum kommenden Schuljahr 600 neue Lehrer einstellen, so viel wie nie zu vor. Gleichzeitig sollen an der Universität Potsdam Eignungsgespräche mit Pädagogikstudenten eingeführt werden, um zu hinterfragen, ob sie für diesen Beruf geeignet sind. Die Möglichkeit, Studenten von ihrem Berufswunsch abzubringen, bestehe jedoch nicht. Die Opposition kritisierte gestern, dass trotz Neueinstellungen die Zahl der Lehrer insgesamt weiter sinke und die Ausfallzeiten zu hoch sind. (Kommentar)

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Ronald 05.04.2012 - 14:35:23

Wieviel Erzieher...

... könnte man von den Pensionen der Ex-Minister Speer und Rupprecht bezahlen, die beide auf Kosten der Steuerzahler ihren Hintern breit sitzen und uns alle auslachen...

Skeptiker 05.04.2012 - 09:52:44

kein Geld?

Kein Geld da? Das ich nicht lache, da schenken wir doch gleich mal ein paar Millionen der Solarindustrie oder Milliarden an Griechenland.

ein Oberflächlicher 05.04.2012 - 09:37:08

Entscheidungen treffen sich leicht

..wenn wir es von anderen fordern und es uns nicht selbst betrifft.

angewiderter 04.04.2012 - 19:52:39

und nicht vergessen

die.linke regiert mit. die wendehaelse. die systemkritiker. die vor der wahl allesversprecher. versprachen im programm verbesserten betreuungsschluessel. wie zu ddr-zeiten. belogen ihr eigenes volk-beluegen ihre waehler.

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