Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Auf Kollisionskurs zu Vogelsänger

© Foto:
Ulrich Thiessen / 24.04.2012, 19:31 Uhr
Potsdam (MOZ) Die geplanten Kürzungen im Schienenverkehr stoßen auf Kritik bei den Linken. Sie werfen Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) vor, noch Ende 2011 beruhigende Signale ausgesendet zu haben. Nun sollen Verbindungen ausgedünnt und Strecken geschlossen werden.

"Die Koalition strebt eine Stärkung des Bahnverkehrs durch Erhalt, Lückenschlüsse und Ertüchtigung des Schienennetzes und Qualitätsverbesserungen in der Fläche an." Den Passus aus der Koalitionsvereinbarung las gestern Linken-Fraktionschefin Kerstin Kaiser zu Beginn einer Beratung ihrer Abgeordneten mit Vogelsänger vor.

Der Minister hatte am Vortag das Aus für zwei Bahnlinien in der Prignitz und zahlreiche Ausdünnungen im Regionalverkehr verkündet. Bei den Linken herrscht Verärgerung, da der Koalitionsausschuss der Regierungsparteien Ende vergangener Woche eine Sprachregelung fand, die die Abbestellung der Strecke nicht explizit formulierte.

Stattdessen sollten die schwach ausgelasteten Prignitz-Linien bis zum Ende der Legislaturperiode 2014 mit weniger Geld weiter betrieben werden, während die Region nach neuen Konzepten sucht. Vogelsänger ging aber einen Schritt weiter und wiederholte auch gestern wieder, dass die bisherige Summe von fünf Millionen Euro nicht mehr zu verantworten sei. Bis 2014 halbiert das Land den Zuschuss. In welchen Takten die Bahnen dann noch in der Prignitz fahren werden, ist noch nicht entschieden. Ab 2015 wird das Land keinen Schienenverkehr für die beiden Strecken bestellen. Stattdessen erhält die Region eine Million Euro jährlich. Das Geld reiche, um einen Bus im Stundentakt fahren zu lassen. Laut Vogelsänger kann das Geld aber auch für Schienenbusse ausgegeben werden, falls die Kommunalpolitiker ein tragfähiges Konzept finden.

Die verkehrspolitische Sprecherin der Linken, Cornelia Wehlan, warf Vogelsänger vor, noch im Dezember vergangenen Jahres in einer Pressemitteilung den Eindruck erweckt zu haben, das Angebot könne stabil gehalten werden. Ohne dass sich die politischen Rahmenbedingungen verändert haben, hätte der Minister eine "jähe Wendung" vollzogen. Es könne niemandem erklärt werden, warum die Halbwertzeit politischer Botschaften gerade mal ein Viertel Jahr betrage. Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass 2012 viele zusätzliche Zugkilometer bestellt worden sind, wenn man sie schon im nächsten Jahr nicht mehr finanzieren kann. Das führe zu Verdruss, so Wehlan.

Vogelsänger verwies auf steigende Kosten, die wesentlich über den Anpassungen der Bundeszuweisungen für die Regionalbahnen liegen. Außerdem hätten Erhebungen des Verkehrsverbundes im Februar dieses Jahres sinkende Fahrgastzahlen und damit eine Finanzierungslücke zu Tage gefördert. Die könne nun ausgeglichen werden.

Der Minister verteidigte die geplanten Reduzierungen als ausgewogen. Sowohl Potsdam als auch Ostbrandenburg und die Lausitz müssten Abstriche hinnehmen, sagte er. Keine Region sei abgehängt worden. Die Prignitz zählte der Minister "perspektivisch zu den Gewinnern" - wenn in einigen Jahren der Regionalexpress aus Neuruppin nicht mehr am Stadtrand hält, sondern bis Berlin-Gesundbrunnen weitergeführt wird. Dafür werde Brandenburg Geld in die Hand nehmen und Velten muss wegen der Investition auf einen S-Bahnanschluss verzichten.

Vogelsänger sprach sich gegen die Einrichtung eines neuen Haltepunktes auf der Ostbahn zwischen Küstrin und Berlin-Lichtenberg in Dahlwitz-Hoppegarten aus. Dann werde Berlin auch einen zusätzlichen Halt in Berlin-Mahlsdorf bauen. Vogelsänger rechnete vor, dass durch zusätzliche Stopps im Berliner Umland die Attraktivität der Bahnstrecke für die Pendler aus dem Oderbruch leide.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Karl Eduard von Schnitzel 25.04.2012 - 20:55:34

Dieser Sänger steht für den Rückschritt in Brandenburg

Er ist der typische Politiker in Brandenburg. Erst das Blaue vom Himmel versprechen, dann die Kehrtwende. Den Vogel abgeschossen hat er mit seinen Tempo 70 auf ausgebauten Strassen für 100 km\h und mehr. Er tritt von Fettnapf zu Fettnapf wobei nicht klar wird, ob es seine Schnapsideen sind oder die der ganzen SPD-Truppe. Ich könnte jetzt nach einem Regierungswechsel schreien, aber die christlichen Chaoten wurden es wahrscheinlich auch nicht besser machen. Man sollte Ihn vielleicht nach Brüssel schicken, damit er hier nicht weiteres Unheil anrichtet. Dann könnte er über die richtige Bananenkrümmung oder Gurkengrösse entscheiden. Oder für Tempolimits.

Benno Koch 25.04.2012 - 12:30:42

Vogelsänger, Eisenhüttenstadt und mehr

Richtig ist, dass Vogelsänger als Minister ungeeignet ist - das Ding mit den Streckenstilllegungen ist nicht nur ein Kommunikationsdesaster, sondern auch ein Zeichen dafür, dass Brandenburg keinen Plan für Mobilität jenseits vom unwirtschaftlichen Umgehungsstraßenneubau hat. Richtig ist aber auch, dass von Eisenhüttenstadt zurzeit erstaunliche vier Züge nach 20:00 Uhr fahren, der letzte wirklich um 00:05 Uhr, was in unserer Region extrem selten geworden ist. Allerdings müsste auch mal jemand mit fahren. Immer wenn ich den Zug nutze habe ich den Eindruck, dass dieser von den Eisenhüttenstädtern und Frankfurtern bewusst boykottiert wird. Ein Beispiel von vielen ist die Anfahrtsbeschreibung des Hotel Fürstenberg in Eisenhüttenstadt - http://www.hotel-fuerstenberg-oder.de/fuerstenberg/home/seiten/anreise.php?lang=Deutsch#anreise - kein Wort vom nächsten Bahnhof, schon gar nicht vom sensationellen Halbstundentakt der RE1/11 tagsüber. Auch kein Wort zum Oder-Neiße-Radweg, der im Sommerhalbjahr die meisten Übernachtungen in der Region generieren dürfte. Bei Thema Bahn wachen die Provinzfürsten und sonstige Profis leider erst immer auf, wenn es zu spät ist - wirklich ärgerlich.

D. Wolf 25.04.2012 - 07:26:30

D. Wolf

Warum sollte man ihn zurückpfeifen. Er lenkt doch von allen anderen Sinnlosigkeiten ab. Wurde er deswegen geholt?

brandenburger 24.04.2012 - 21:15:14

Comedy

Was erwartet Ihr von Vogelsänger? Wenn man den Mann live erlebt dagegen ist Comedy ne Trauerveranstaltung! Was Platzeck sich wohl gedacht hat, als er diesen Typ geholt hat!!!??? Schlimm ist nur was ein einzelner an Schaden anrichtet und keiner pfeift Ihn zurück!

Marco Habeck 24.04.2012 - 20:47:10

ein schlechtes Signal

Keine Versuche höhere Fahrgastzahlen zu erreichen. Er im Gegenteil mit diesen Aussagen verunsichert Vogelsänger die Pendler. Vertrauen kann man da nicht denn am Ende wird sowie so im kleinen Kreis ausgehandelt und der Fahrgast steht dann vor den unabwendbaren Problem. Kein Autofahrer wird sich dieses Theater im Nahverkehr freiwillig antun. Dauerhafte Baustellen,Verspätungen, verpasste Anschlüsse,höhere Preise. Keine Versuche den Bedarf der Fahrgäste zu ermitteln. Mit fragwürdigen Methoden wird hier etwas versucht durchzudrücken. Kein Wort das man viel Geld für die Anbindung nach Schönefeld ausgibt. Bei anderen Strecken wird dieses dann eingespart. Man wollte den Takt für nach Eisenhüttenstadt doch verstärken nun eine Wende um 180° Die Randlagen kenne ich jetzt schon. Eisenhüttenstadt wird nach 20 Uhr abgehängt in allen Richtungen. Gerade hier in diesen Kern Arbeiten viel Leute. 67 Millionen Euro Sinnlos verschleudern und nun beim Bürger ansetzen? Passt alles nicht. Die Sorge früh nicht mehr zur Arbeit zu kommen oder das sich der Weg zeitlich verlängert ist groß. Das Signal heiß "kauf dir ein Auto" Nichts gekonnt haben Sie Herr Vogelsänger. Im Nahverkehr hat sich nichts verbessert es geht mit Pünktlichkeit und Qualität dauerhaft Berg ab. Brandenburg hat die niedrigste Pünktlichkeit Quote. Da haben Sie viel Arbeit vor sich. Gestalten Sie den Nahverkehr attraktiv und Versuchen Sie die Fahrgastzahlen zu steigern, Durch anpassen von Fahrplänen. Fragen Sie mal die Fahrgäste wenn Sie befördert werden möchten. Nicht das was Sie denken. Negative Beispiele kann ich ihnen sofort nennen wie man Fahrpläne falsch gestaltet. Den Unsinn können Sie jetzt schon auf der Strecke Frankfurt Eisenhüttenstadt bestaunen. In dem Sie einen Dieselfahrzeug munter leer in und her schicken. Warum weil der so bestellt ist und die Bahn Geld verdienen möchte. Warum ist der leer? Weil dieser Zug seit dem Fahrplanwechsel keinen Anschluss mehr hat an den RE1 dann müsste man 30min warten da kann man auch den RE11 benutzen. Völliger Blödsinn das ein Jahr lang. Denn können Sie gleich Streichen! Seit am Bahnhof FF gebaut wird ist der Anschluss dahin. Denn wenn der Zug 10min vor dem Bahnhof steht sind sämtliche Anschlüsse weg. Vor allen der Schienenerzsatzverkehr der Odeg. Der RE11 5:38 ab FF kommt nie Pünktlich 5-10min Verspätung sind die Regel nicht die Ausnahme. Baustellen ich weiß. das war aber früher auch schon so ohne Baustelle. Diesen Zug früher Fahren zu lassen damit man Pünklich zur Arbeit kommt ist ein Ding der Unmöglichkeit. Einen Zug früher hatten sie schon mal gestrichen und auf Protest wieder eingeführt. Dieser Fährt extrem, zu früh wenn er mal fährt. Die Fahrpläne waren früher besser. Gerade was die Randlagen betrifft. Wo bleiben die 45min nach Berlin Herr Volgelsänger die uns 20 Jahre schon versprochen werden? Der Zug benötigt immer noch genau so viel Zeit wie vor dem Krieg. Das mit Milliarden an Geld. Die nächste Belastungsprobe kommt im Sommer wo zwei Wochen nichts mehr geht.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG