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Gutachten: DDR-"Agrareliten" dominierten Landwirtschaft nach 1990

Die Dominanz großer Agrarbetriebe in Brandenburg ist aus Expertensicht eine Folge der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) in der DDR.
Die Dominanz großer Agrarbetriebe in Brandenburg ist aus Expertensicht eine Folge der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) in der DDR. © Foto: MOZ/Bettina Winkler
25.05.2012, 11:19 Uhr
Potsdam (dpa) Die Dominanz großer Agrarbetriebe in Brandenburg ist aus Expertensicht eine Folge der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) in der DDR. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das am Freitag in der Enquetekommission des Landtages zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vorgestellt wurde. Danach konnten sich Kleinbauern trotz des umfassenden Strukturwandels in der Nachwendezeit nur schwer auf märkischem Boden etablieren.

Vielmehr sei die "Kontinuität agrarischer Eliten" über den Umbruch 1989/1990 hinaus augenfällig, heißt es in dem Papier. Viele LPG-Vorsitzende in Brandenburg hätten ihre Kenntnisse und Beziehungen genutzt, um ihre Leitungspositionen zu erhalten. Kritiker der Transformationspolitik in den neuen Bundesländern seien sich zudem einig, dass der Deutsche Bauernverband die überwiegend großen LPG-Nachfolgebetriebe einseitig unterstützt habe. So hätten diese die wirtschaftliche Vorherrschaft behalten können.

Über die Agrarstrukturen in Brandenburg wird seit Jahren heftig debattiert. Mit dem Gutachten stimmt der Bauernbund überein, der eine starke Benachteiligung der Familienbetriebe gegenüber den großen LPG-Nachfolgern beklagt. Eine ähnliche Ansicht vertreten CDU und Bündnisgrüne.

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Isenhagen 26.05.2012 - 09:23:37

wer ein Gutachten ruft,

der wird auch eins bekommen. Und sogar immer passend zu Thema und Ziel. So wohl auch hier. Und der Artikel greift den Schwachsinn teilweise auf. Die poltisch-rechtlichen Rahmenbedingungen der Landwirtschaft führen im Westen zu einem dauerhaften, schon Jahrzehnte anhaltenden Hofsterben. Da werden doch wohl die gleichen Bedingungen nicht die kleinbäuerliche Landwirtschaft im Osten befördern. Oder hat man als Politiker geglaubt die kleinen Hofbesitzer können nicht rechnen und rennen nach 1990 auf Grund der großen Freiheit Nr. 7 scharenweise in ihr wirtschaftliches Verderben? Nee, da wurde praktischerweise in den alten Strukturen bei rechtlicher Anpassung weiter gemacht. Und der Staat hat es ja vorgemacht, dass es so richtig ist. Oder wurden etwa die ehemaligen volkseigenen Güter parzelliert veräußert? Nee, die wurden schön im Stück an reiche Westdeutsche mit Großagrarierinteressen oder wenn er Geld hatte an den alten Adel verschoben. Heute wirden den Abgeordente zum Zwecke der Stimmungsmache dummes Zeug erzählt und sei es in Form von tendenziellen Gutachten. Bäuerliche Strukturen wünschen sich doch nur einige Idealisten aus der grünen und schwarzen Welt die wirtschaftlich aber dumm sind und die Situation nicht beurteilen können. Tatsächlich gibt es ja auch keine politisch grün engagierten Landwirte und den ökologisch arbeitenden Betrieben geht es sogar schlechter als den anderen. Im übrigen, der Landwirt, welcher die eigentliche Arbeit macht, hat in Brandenburg seit Jahrhunderten eine Tagelöhnermentalität. Der will und kann gar nicht anders als untertänig arbeiten.

Heiner Grienitz 25.05.2012 - 13:01:01

Wechsel zu Konzerne

Wenn die sogenannten Guachter weiter gegutachtet hätten, wäre ihnen vielleicht aufgefallen, dass vielfach jetzt das blanke Kapital in Form von Argrokonzernen, die Macht und die Fläche übernommen haben.

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