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Kammern und Arbeitsagentur fördern Azubi-Übernahme

Ein Auszubildender zum Mechatroniker
Ein Auszubildender zum Mechatroniker © Foto: dapd
Hajo Zenker / 08.06.2012, 18:53 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Mit einer gemeinsamen Aktion wollen die Wirtschaftskammern und die Arbeitsagenturen der Region dafür sorgen, dass junge Facharbeiter einen Job bekommen - und Unternehmen Fachkräfte finden. Ab sofort sind dazu zwei Hotlines geschaltet.

"Die sowieso schon schwierige demografische Entwicklung darf durch Abwanderung nicht noch verschlimmert werden. Wir wollen die Zukunftsfähigkeit der Region sichern helfen." Dagmar Brendel, Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, nennt die Motive, warum sich die Arbeitsagenturen in Eberswalde und Frankfurt sowie die beiden Kammern der Region kurzfristig zusammengetan haben, um Auszubildende, die nach bestandener Prüfung kein Jobangebot vom Ausbildungsbetrieb bekommen, an ein anderes Unternehmen zu vermitteln. Und diese Vermittlung, betont ihr Kollege Jochem Freyer, Chef der Frankfurter Agentur, soll möglichst für einen nahtlosen Übergang sorgen, also erst gar keine Monate der Arbeitslosigkeit zulassen.

Um knapp 2500 Jugendliche geht es, die im Sommer ihre Prüfungen absolvieren müssen - vom Automobilkaufmann bis zum Zootechniker. Erfahrungsgemäß wird knapp ein Fünftel davon durchfallen. Alle anderen aber brauchen eine feste Anstellung. Im Bereich der Handwerkskammer Frankfurt (Oder), sagt Michaela Schmidt, Leiterin Berufsbildung, steht für 560 Jugendliche in 54 verschiedenen Berufen - darunter Tischler, Friseure, Maurer - die Prüfung an. Davon habe vor wenigen Tagen erst die Hälfte eine Zusage für eine Übernahme gehabt. "Da besteht dann natürlich die Gefahr der Abwanderung."

Mit der Aktion aber wolle man aufzeigen, dass es Perspektiven in der Region gebe, sagt Ulrich Lehmann, Leiter Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg. Besonders in den kaufmännischen Berufen und im Dienstleistungsbereich, wo die IHK im Sommer die Prüfungen abnehme, werde von vielen Betrieben über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet - eine Auswirkung des Ausbildungspakts zwischen Bundesregierung und Spitzenverbänden der Wirtschaft, der in Zeiten geschlossen wurde, als es viel zu wenig Ausbildungsplätze gab. Für die so nun frisch ausgebildeten, aber nicht übernommenen Fachkräfte wolle man einen adäquaten Arbeitsplatz finden, so Lehmann. Das liege auch im Interesse all jener Firmen, die Fachkräfte suchen, selbst aber nicht ausbilden.

Aber belohnt das nicht letztlich ausbildungsunwillige Firmen? Nicht jeder Betrieb könne angesichts der Anforderungen, die zu erfüllen seien, ausbilden, gibt Ulrich Lehmann zu bedenken. Und nicht jeder Betrieb habe vor drei, vier Jahren abschätzen können, dass seine Entwicklung so erfolgreich sein werde, dass man heute Fachleute brauche, ergänzt Dagmar Brendel.

Damit Jugendliche und Unternehmen unkompliziert zueinander finden, haben Kammern und Agenturen zwei Hotlines geschaltet, die beiden Seiten bis Ende August hilfreich zur Seite stehen sollen. "Jetzt werden wir sehen, wie die Resonanz ist. Wenn es gut läuft, machen wir das im kommenden Jahr bestimmt wieder", sagt Jochem Freyer.

Hotline für Frankfurt, Märkisch-Oderland und Oder-Spree - 0335 5703737; Hotline für Barnim und Uckermark - 03334 373333

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