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Mutmaßliche Anabolika-Händler festgenommen - Mehr als 10.000 Tabletten beschlagnahmt

27.07.2012, 17:15 Uhr
Dresden/Stuttgart (dapd) Fahndungserfolg im Kampf gegen illegalen Handel mit Muskelaufbaupräparaten und Potenzmitteln: Mit einer Razzia in fünf Bundesländern sind Ermittler gegen mutmaßliche Anabolika-Händler vorgegangen. Drei Hauptverdächtige aus Südbrandenburg, Stuttgart und Dresden wurden festgenommen, wie Zollfahndungsamt und Staatsanwaltschaft am Freitag in Dresden mitteilten. Die Männer sollen als Bande mindestens seit März Anabolika in großem Stil vertrieben und damit gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen haben. Gegen sie sind bereits Haftbefehle erlassen worden. Gegen zehn weitere Verdächtige laufen Ermittlungen. Insgesamt seien 18 Objekte in Sachsen, Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Brandenburg durchsucht worden, hieß es. Dabei stellten die Beamten neben Anabolika und Potenzmitteln auch mehrere tausend Euro Bargeld sicher. Eine Sprecherin des Zollfahndungsamtes Dresden sagte, es seien weit mehr als 10.000 Tabletten sowie Hunderte Ampullen beschlagnahmt worden. Die Präparate sollten nach bisherigen Erkenntnissen gewinnbringend vor allem an Bodybuilder in Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern weiterverkauft werden. Die Sprecherin sagte, es handele sich in Sachsen und Thüringen um den größten derartigen Fall seit Jahren.

Kurz vor der Razzia gelang es Zollfahndern, eine umfangreiche Lieferung mit anabolen Steroiden, Wachstums- und Schilddrüsenhormonen sowie Potenzmitteln in Stuttgart abzufangen. Die Präparate stammen nach den Angaben aus der Slowakischen Republik. Als ein 38-Jähriger aus Südbrandenburg sie an einen 36-jährigen Stuttgarter übergeben wollte, schlugen die Ermittler zu. Kurz darauf wurde der mutmaßliche Kopf der Bande, ein 40-Jähriger aus Dresden, festgenommen. Staatsanwaltschaft und Zollfahndung in Dresden haben das Trio nach eigenen Angaben bereits seit Oktober wegen des Verdachts des illegalen Medikamentenhandels im Visier. Den drei Männern drohen im Falle eines Schuldspruchs bis zu zehn Jahre Haft. Die Ermittler verwiesen auch auf gesundheitliche Risiken für die Konsumenten solcher Präparate. Die Einnahme erhöhe unter anderem das Herzinfarktrisiko, berge die Gefahr von Leberschädigungen bis hin zu Leberkrebs und könne ein anormales Wachstum von Knochen und inneren Organen auslösen. Toxikologen warnen immer wieder vor den Nebenwirkungen und Überdosierung, nicht selten würden Präparate aus zweifelhaften Quellen und "Schmuddelküchen" stammen.

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