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Oder-Anrainer pochen auf Ausbau der Eisenbahnstrecken nach Polen

Ein deutscher und ein polnischer Grenzpfeiler stehen in der nordöstlichen Uckermark nahe dem Dorf Rosow (Brandenburg).
Ein deutscher und ein polnischer Grenzpfeiler stehen in der nordöstlichen Uckermark nahe dem Dorf Rosow (Brandenburg). © Foto: dpa
21.11.2012, 16:33 Uhr
Greifswald (dpa) Die Eisenbahnverbindungen zwischen Deutschland und Polen haben nach Auffassung der deutsch-polnischen Grenzregionen noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Nach erfolgreichen Investitionen in den Straßenbau sei der Eisenbahnverkehr noch immer ein Problem, sagte der Staatssekretär im polnischen Innenministerium, Piotr Stachanczyk, nach dem Spitzentreffen der "Oder-Partnerschaft" am Mittwoch in Greifswald. Er verwies auf das vor kurzem beschlossene Eisenbahnrahmenprogramm, das Grundlage für Investitionen in die Schiene sei.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sprach sich für einen möglichst raschen Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Stettin (Szczecin) aus. "Wir hoffen, dass die Bundesregierung und die polnische Regierung die Vereinbarung noch im Dezember unterschreiben", sagte er laut Pressemitteilung. Die polnische Woiwodschaft Lebuser Land hofft auf den Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Breslau. Für Mecklenburg-Vorpommern steht die Bahnverbindung über die Karniner Brücke zur Insel Usedom auf der Agenda. Mit der Wiederbelebung der im Krieg zerstörten Bahnverbindung werde die Anbindung der deutsch-polnischen Ostseeküste an Berlin deutlich verbessert, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering.

Die 2006 gegründete Oder-Partnerschaft ist ein Netzwerk der Bundesländer Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlins auf deutscher Seite und der Woiwodschaften Niederschlesien, Lebuser Land, Westpommern und Großpolen auf polnischer Seite.

Die Grenzregionen wollen zudem von Berlin als touristischem Zugpferd beim Ausbau des Auslandstourismus profitieren. Ziel sei es, die Ausstrahlungskraft Berlins zu nutzen und die in der Oder-Partnerschaft zusammengeschlossenen Woiwodschaften und Bundesländer attraktiver für asiatische und amerikanische Berlin-Touristen zu machen. "Die touristische Vermarktung muss großräumiger werden", sagte Sellering. Die Regierungschefs sprachen sich für eine Öffnung der EU-Regional- und Sozialfonds EFRE und ESF zur Finanzierung von gemeinsamen Projekten aus.

Zudem wollen die Grenzregionen ihre Archive stärker miteinander vernetzen, um den Austausch und gemeinsame Projekte zu befördern. Dazu ist Anfang 2013 ein Fachtreffen der Archivare in Greifswald geplant.

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