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Verfolgungsjagd an der Grenze

Oliver Schwers/Dietrich Schröde / 05.12.2012, 19:46 Uhr - Aktualisiert 05.12.2012, 20:40
Lunow Vor den Augen des Mitarbeiters eines Landwirtschaftsbetriebes aus Lunow (Barnim) sind in der Nacht zum Mittwoch zwei Traktoren im Wert von 250 000 Euro gestohlen und vermutlich nach Polen gebracht worden. Der Mann konnte die Polizei nicht rechtzeitig erreichen.

Kurz nach zwei Uhr war Christian Quilitz aus dem Schlaf geschreckt. Er habe den Traktor, der nachts an seinem Schlafzimmer vorbeifuhr, am Geräusch erkannt, berichtet der Abteilungsleiter bei der Agrargenossenschaft Lüdersdorf (Barnim). Das Fahrzeug, auf dem er häufig selber fuhr, sowie ein weiterer Traktor waren von einem Hof des Unternehmens in Lunow gestohlen worden.

Quilitz nahm die Verfolgung der Täter in seinem Privatfahrzeug auf und konnte die Traktoren in der Nähe von Hohensaaten sogar einholen. Doch er konnte die Polizei per Handy zunächst nicht erreichen, da er sich in einem Funkloch befand. „Möglicherweise hatten die Täter sogar einen Störsender installiert“, vermutet er. Die Dienststelle der Wasserschutzpolizei war unbesetzt.

Als der Kontakt zur Polizei schließlich zustande kam, war es bereits zu spät. „Die Fahrzeuge könnten über die Brücke in Hohenwutzen nach Polen gebracht worden sein“, vermutet der Sprecher der Soko Grenze, Timo Lück. Bis Mittwochabend gab es keine Erkenntnisse über den Verbleib der Traktoren.

Die Agrargenossenschaft in Lüdersdorf war bisher von Dieben verschont geblieben „Wir sind stinksauer über die Landesregierung, dass sie an der Reduzierung der Polizei festhält“, kommentiert Firmenchef Jörg Lehmann das Geschehen.

Vor einem Jahr hatten 90 Chefs der von Diebstählen betroffenen Unternehmen mit einer gemeinsamen Petition an den Landtag den verstärkten Kampf gegen die Grenzkriminalität ins Rollen gebracht. Seit Januar befinden sich drei Hundertschaften der Brandenburger Bereitschaftspolizei im Einsatz.

Jetzt fordern die Unternehmer nächtliche Brückenposten an der Oder, um die Diebe aufzuhalten. „Und die Justiz muss die Täter härter bestrafen“, so Michael Branding von der Brandenburger Landtechnik Kerkow, der die Petition initiiert hatte.

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Björn Lakenmacher und der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen wollen sich am Freitag bei Firmen vor Ort ein Bild von der Grenzkriminalität machen. „Ich möchte jetzt aus erster Hand wissen, wie sich die Situation darstellt“, kündigte Koeppen ?an.

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Marco Habeck 06.12.2012 - 18:53:01

Es hätte auch der Anrufbeantworter sein können.

"Bitte legen Sie nicht auf!" Das 5 min lang. Auf nachfrage "Wir haben nur zwei Plätze wenn die Belegt sind müssen andere warten. Hilfe ich werde gerade erstochen "Bitte legen sie nicht auf!" Man fühlt sich verschaukelt wenn beim Notruf der Anrufbeantworter sich meldet. Vielleicht hätte er es mit einer SMS oder Fax probieren sollen. Auch wenn er die Polizei erreicht hätte wäre es keine Garantie das sie die Täter Gestellt hätten. Ich möchte an die Geschichte erinnern als ein Landwirt schon einmal per GPS seinen Traktor verfolgte. Das 2 Stunden lang und der Polizei genau mitteilte auf welche Straße dieser fährt. Es ist Wahl so lässt sich die Politik mal wieder blicken und verspricht wieder einiges was sich nach der Wahl in Luft auflöst. Wir Bürger werden das Ausbaden müssen. Die Verluste werden die Landwirte auf die Produkte umlegen. Auch die höheren Versicherungsprämien zahlen wir alle. Bei der ganzen Sparerei ist der Bürger der Dumme.

egal 06.12.2012 - 14:13:53

...

anstelle der schrittzähler besser die arbeitslosen an der grenze postieren könnte ev. mehr bringen als auf unterbesetzte polizei zu hoffen

Amüsierer 06.12.2012 - 14:02:45

Es gibt auch Erfolge

Die Polizei ist nicht tatenlos. Siehe hier: http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/bad-freienwalde/artikel1/dg/0/1/1067632/

Leser 06.12.2012 - 12:01:23

Verfolgungsjagt an der Grenze

Die ganze umliegende Polizei ist doch bestimmt wieder seit Tage in Berlin und sichert den hochgeschätzten Besuch aus Israel. So was spricht sich natürlich auch in den Langfingerländern rum.

Horst Müller 06.12.2012 - 11:09:25

Kreuzworträtsel: Nachtaktives Volk mit 5 Buchstaben?

Wenn gegen 02:00 Uhr Traktoren rollen ist entweder Erntezeit oder etwas stimmt nicht. Von der Oder bis zum Atlantik erstreckt sich für die polnischen und litauischen Diebesbanden ein Schlaraffenland. Trotz 98% katholischer Konfession östlich der Oder scheint das Gebot, „Du sollst nicht stehlen“, ausgeklammert worden zu sein. Es gab Zeiten, da konnten grenzpolizeiliche Maßnahmen wie z. b. die Zurückweisung von Personen bei der Einreisekontrolle in die BRD unkompliziert durchgesetzt werden. An den Grenzübergängen konnte so im Vorfeld die Kriminalität eingedämmt werden. Auf der Ausreiseseite war eine komfortable und effiziente Kontrolle möglich. In der Nacht zum 21.12.2007 fielen die stationären Grenzkontrollen an den deutsch- polnischen Grenzübergängen weg. Man suggerierte der Öffentlichkeit, dass plötzlich alle Ganoven über Nacht liebe nette Menschen geworden sind. Die Auswüchse dieser diktierten Politik sind schon lange zu spüren. Die Masche, keine Polizei keine Vergehen/ Verbrechen scheint nicht zu funktionieren. Der europaweite starke Anstieg von Eigentumsdelikten und der mageren Aufklärungsquote in diesem Bereich, ist dem Wegfall der stationären Grenzkontrollen geschuldet. Fatal für das „Sicherheitsgefühl“ ist die Einflussnahme auf politischer Ebene vom verklärten, neoliberalen, weltfremden Universitätspräsidenten Hr. Dr. Gunter Pleuger. Sein vielgepriesener Leitspruch „des europäischen Gedanken“ lässt sich so nicht erzwingen, vielmehr wirkt er konterkariert. In den erst im Jahr 2007 sanierten Räumlichkeiten am ehemaligen Grenzübergang Frankfurt (Oder)- Autobahn befindet die Dienststelle des gemeinsamen Zentrums der deutsch- polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit mit ca. 70 Bediensteten aller Sicherheitsbehörden beider Länder. Unbestätigten Gerüchten nach, sollen die Dienstgebäude dieser Dienststelle rückgebaut- abgerissen werden. Vielleicht kann die MOZ dem Nachgehen und erfragen, wo und in welcher Form diese Dienststelle fortgeführt wird.

KDK 06.12.2012 - 10:35:27

@MARESCH

Ist jetzt nicht gegen sie selber gerichtet. Bin der meinung das wieder grenzkontrollen eingeführt werden müssen bzw die polizeireform einfach nur falsch ist. im gegenteil es müsste polizei aufgestockt werden weil nun mal hier dank der offenen grenzen kriminalität durch polen, russen...usw höher geworden ist. aber sagt man sowas bekommt man von der linken seite zu hören das man ein nazi ist...meine frage an sie bin ich jetzt ein nazi? gut das sie dagegen gestimmt haben aber wie sie selber sehen hat es und wird es nichts bringen! ich selber komme aus Schwedt sehe ja selberwas hier geklaut wird duch unsere polnischen und russichen freunde. hauptsache in potsdam wird ein schloss gebaut dafür ist ja geld da....

ein Leser 06.12.2012 - 10:16:45

Hundertschaften???

Ich möchte unseren ach so besorgten Landtagsabgeordneten mal einen Tipp geben. Anstatt unsere Steuergeldern zu verschwenden und im Land umher zureisen, fragen sie doch lieber mal ihren Innenminister wie oft die Hundertschaften im Einsatz sind. Einmal am Tag, einmal die Woche oder doch nur einmal im Monat? Und wenn sie schon dabei sind zu fragen, dann fragen sie doch auch gleich wieviel Beamte daad zum Einsatz kommen. Ist es eine Hundertschft, ein Zug oder doch nur ein Zug ohne zwei Gruppen? Bei letzterem wären es gerade mal zwei Funkwagenbesatzungen. Das, so denke ich, wäre bei einem Landkreis wie der Ackermann, dem größten Landkreis Deutschlands, viel zu gering. Es ist doch schön wenn die Politik reagiert. Leider werden die beschlossenen Maßnahmen dann nur halbherzig umgesetzt. Allerdings kann ich den Innenminister auch verstehen. Wie soll er das denn auch alles umsetzen? Ist ja kaum noch einer da. Bei dem Stellenstreichkonzert. Und denjenigen die noch da sind, kann er nichts mehr verlangen. Die sind überlastet, demotiviert und unterbezahlt. Und was macht unsere Landesregierung? Sie streicht noch mehr Stellen, Weihnachts-und Urlaubsgeld und erhöht die Lebensarbeitszeit. Und das nur um Geld zu sparen....für ein schickes Stadtschloss oder einen Flughafen oder sonstige Fehlinvestitionen.

jürgen Maresch 06.12.2012 - 10:11:31

Rechtsschreibung.

Die Kritik nehme ich an- ich achte besser drauf. Aber zu große Finger etc. Ich bin Linker und habe gegen die Polizeireform gestimmt. Maresch

Radfahrer 06.12.2012 - 10:08:38

@Maresch

Von einem Landtagsabgeordneten und Hauptkommissar hätte ich eine bessere Rechtschreibung und Grammatik erwartet.

Peter . Schubert ,PHK a.D 06.12.2012 - 10:04:20

Wo sind die Hundertschaften?

Habe hier in einigen Kommentaren meinen Zweifel über den sinnvollen Einsatz der Hundertschaften geäußert. Die mögen ja an die Grenze abgeordnet worden sein,ob sie immer in voller Anzahl dort anwesend waren seht auf einem anderem Blatt. Da ich bis zu meiner Pension DGL bei der BGSI in Angermünd war,ist aus meiner Sicht dieser Grenzabschnitt mit wenig Personal zu sichern,da die Oder die Grenze bildet,kann nur Diebesgut über die Straße verbracht werden . So würde es ausreichen,diesen Abschnitt mit einem halben Zug der Bepo in der Nacht zu sichern. Hier wird noch erwähnt,dass der Zoll auch nach Diebesgut Ausschau halten soll,dass ist nicht seine Aufgabe, obwohl das Land BB in seiner verzweifelten Lange der Bundeszollverwaltung polizeiliche Befugnisse eingeräumt hat.

Ronny 06.12.2012 - 09:03:33

@Jürgen Maresch

Sie haben vergessen ihre Parteizugehörigkeit zu erwähnen. Vielleicht stellen sie dabei gleich mal dar welche Parteien für diePolizeireform gestimmt haben und wie ihre Stimmabgabe ausgefallen ist.

Odergänger 06.12.2012 - 08:51:20

...er hätte in Held sein können.......

wenn er schon soooo dicht dran war....vorbei fahren und die einzige Zufahrt nach PL ....die Brücke blockieren ....schade wäre eine schöne Sache gewesen ....aber warum war nach Erreichen der Polizei alles vorbei, da sollte es doch erst richtig losgehen im Verbund mit PL ......da gibt es doch den kurzen Dienstweg .......naja ...und Hundertschaften habe ich hier noch nie gesehen ...das waren immer weniger als 100.....Herr Maresch .....ob diese Linie auf der Landkarte wirklich eine "Wohlstandsgrenze " ist bezweifle ich, das bleibt wohl immer eine Kulturgrenze .....

Leserin 06.12.2012 - 08:51:11

Diebstahlsvorsorge

Ich vermisse im Artikel Aussagen über die Diebstahlsvorsorge und über spezielle Kennzeichnungen bzw. elektronische Bauteile, die das Auffinden per Sattelit ermöglichen. Wie alt war die Technik? Kann Versicherungsbetrug ausgeschlossen werden`? Wenn die Technik derart wichtig ist, lasse ich sie nicht (mit Zündschlüssel?) frei bzw. auf einface Art und Weise startbar herum stehen. Eigentum verpflichtet, auch für die Landwirtschaft gilt das uneingeschränkt. Politische Entscheidungen stehen auf einem anderen Blatt.

lupo 06.12.2012 - 07:58:21

"Doch er konnte die Polizei per Handy zunächst nicht erreichen, da er sich in einem Funkloch befand."

Was ist der Unterschied zwischen Funklöchern und A....löchern? Der Unterschied besteht darin, dass die Funklöcher in Ostbrandenburg und die A....löcher sich in Brüssel, Berlin und Potsdam befinden. Allerdings sollten sich Letztgenannte schon bewußt machen, dass sie mit ihrer Unfähigkeit den Rechtsradikalen den Zulauf garantieren. Die EU-Osterweiterung ist eben ein Konstrukt mit heißer Nadel gestrickt.

Jürgen Maresch 06.12.2012 - 07:54:44

Zustände sind nicht mehr zu tolerieren.

Es ist ein Tatsache, dass die Kollegen infach nicht mehr tun können. Es wird massiv Personal abgebaut, breits heute wirkt das Abbauprogramm. Die Kripo ud die Prävention werden um de Hälfe abgebaut und praktisch damit zu Grunde gerichtet Das Abbauprogramm der Polizei ist und war falsch. Ich bin nicht mehr in der Lage zu verstehen und nachzuvollziehen, warum trotz besseren Wissens hier weiter gespart wrden soll- wo doch eben nicht gespart wird. Im Gegenteil- am Ende wird es teurer. Aber in aller Deutlichkeit. Der Bund ist hier genauso im Boot. Den er handelt genauso wie die Landesregierung Brandenburg. Er zieht masiv Kräfte ab - natürlich ist die Verhinderung vn Dienbstählen nicht seine originäre Aufgabe - aber an dieser Wohlstandsgrenze gemeinsam mit der Polizei und dem Zoll für Ordnung zu sorgen schon. Alle Statistiken etc. helfen nicht -die Lage ist für die einzelnn Betroffenen nicht mehr erträglich. Diese Polieireform muss in Teilen getoppt werden. Jürgen Maresch Landtagsabgeordneter Erster Polizeihauptkommissar a.D.

KDK 05.12.2012 - 23:25:35

KDK

ein hoch auf unsere Deutsche Politik!!!!!

Bienchen 05.12.2012 - 22:37:12

Sollen Landwirtschaftsbetriebe weg?

Wären die zwei Traktorfahrer an der Grenze rangefahren und hätten ihre Ausweise gezeigt, wäre der Irrtum sicher aufgeklärt worden! Vielleicht wollten sie die Traktoren nur kurz mal ausborgen, um ihren Acker zu pflügen. So werden wir nie erfahren, ob es ein Autragstransport oder Diebstahl war! Schade! Sie hätten den "Grenzposten" vielleicht den Bestimmungsort sagen können!? Also werte Politiker, unsere Landwirtschafzsbetriebe brauchen ihre Traktoren! Wir "borgen" ja gern, aber auf "Nimmerwiedersehn" nicht! Wollen Sie wirklich noch mal gewählt werden, laßt uns alle bei Grenzübertritt unsere Ausweise vorzeigen! Auch wenn 84% der Gesetze in Brüssel beschlossen werden, habt ihr Verblienden, denn garnichts mehr zu sagen? Wenn dem so ist, reiht Euch bitte ein, in die Zahl der Arbeitslosen, denn Arbeit habt ihr dann wohl nicht mehr.

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