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Teile Bayerns und Ostdeutschlands unter Wasser

Alle Hände voll zu tun: Rettungskräfte bringen im sächsischen Grimma eine Frau vor dem Hochwasser in Sicherheit.
Alle Hände voll zu tun: Rettungskräfte bringen im sächsischen Grimma eine Frau vor dem Hochwasser in Sicherheit. © Foto: dpa
03.06.2013, 19:32 Uhr
Berlin/Passau (dpa) Kein Trinkwasser, kein Strom und braune Brühe im Keller: Das Hochwasser hat weite Teile im Süden und Osten Deutschlands sowie in anderen Ländern Europas in Katastrophenregionen verwandelt. Es gab mehrere Tote.

Im bayerischen Passau erreichte die Donau am Montag den höchsten Wasserstand seit über 500 Jahren. Das Wasser stand 12,50 Meter hoch - nur aus dem Jahr 1501 ist ein höherer Wert überliefert. In der Altstadt und anderen Bereichen des Zentrums kletterte das Wasser teilweise bis zum ersten Stockwerk der Häuser. Die Trinkwasserversorgung wurde eingestellt, in der Altstadt gab es zum Teil keinen Strom. In Rosenheim brach ein Damm.

Im sächsischen Grimma stand das Wasser der Mulde meterhoch in der Altstadt, die nur noch mit Schlauchbooten befahrbar war. Im Landkreis Leipzig mussten rund 6000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Auch in Dresden wurde am Montag angesichts der weiter anschwellenden Elbe die Evakuierung von flussnahen Wohngebieten vorbereitet. Die Hochwasserkatastrophe ähnele der Jahrhundertflut in Sachsen von 2002, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). "Wir haben eine sehr, sehr prekäre Situation." Auch in einigen Teilen Thüringens wurde Katastrophenalarm ausgelöst. In Gera sowie in den Kreisen Greiz und Altenburger Land mussten sich mehr als 2000 Menschen in Sicherheit bringen. In Sachsen-Anhalt riefen der Burgenlandkreis, der Landkreis Anhalt-Bitterfeld und die Stadt Dessau-Roßlau Katastrophenalarm aus. An den Grenzen zu Thüringen und Sachsen trat die Weiße Elster flächendeckend über die Deiche. In Halle stieg das Wasser der Saale und der Weißen Elster bedrohlich an.

Auch in Brandenburg steigen die Pegelstände. Vor allem im südlichen Abschnitt der Spree und an der Schwarzen Elster bereiteten sich die Einsatzkräfte auf Hochwasser vor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte den Betroffenen am Montag Hilfe in Aussicht: "Der Bund wird auch schauen, was wir helfen können, genauso wie die Länder", sagte sie in Berlin. Heute will sie das Hochwassergebiet besuchen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren seit Sonnabend 4000 Kräfte des Bundes im Hilfseinsatz - darunter rund 1400 Soldaten. Das Ausmaß der Hochwasserschäden in Deutschland lässt sich bisher noch nicht beziffern, sagte Ernst Rauch vom Rückversicherers Munich Re. Einen Lichtblick gibt es: Der Deutsche Wetterdienst rechnet damit, dass der Regen in den kommenden Tagen fast überall in Deutschland nachlässt.

Auch andere Länder sind betroffen: Fünf Menschen starben in den Fluten in Tschechien. Landesweit mussten mehr als 6400 Menschen ihre Häuser verlassen. Der U-Bahn-Verkehr in Prag wurde aus Sicherheitsgründen eingestellt. Auch Österreich leidet unter den Fluten. Zugverbindungen waren gesperrt, Innenstädte standen unter Wasser, es gab Erdrutsche. Zwei Menschen starben.

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