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Rheinsberger Klimazentrum endgültig vom Tisch

Auslaufmodell: Blick ins Kernkraftwerk Rheinsberg aus dem Jahr 2004
Auslaufmodell: Blick ins Kernkraftwerk Rheinsberg aus dem Jahr 2004 © Foto: Marc Hufnagel
Holger Rudolph / 31.07.2013, 18:45 Uhr
Rheinsberg (MOZ) Für die künftige Nutzung des stillgelegten Kernkraftwerks (KKW) Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) gibt es neue Pläne. Das berichtete Betriebsleiter Michael Schönherr am Mittwoch während eines Besuchs des Vorsitzenden der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Axel Vogel. Demnach habe man sich inzwischen von der Idee verabschiedet, auf dem Gelände ein Klimafolgenforschungs-Zentrum zu errichten. Stattdessen soll nun ein EnergieforschungsZentrum entstehen, erläuterte Schönherr.

Die Idee zur Errichtung eines Klimafolgenforschungs-Zentrums hatten die Stadt, die Energiewerke Nord und die Fachhochschule Wildau im Jahr 2007 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Nun berichtete Schönherr, dass das Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam bald darauf auf die befürchtete Konkurrenzsituation hingewiesen habe. Ob dieser Protest letztlich zum Umdenken in Rheinsberg führte, ließ er jedoch offen. Vor einigen Jahren hieß es, dass sich wegen der schlechten Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur keine Unternehmen fänden, die auf dem 16 Kilometer von Rheinsberg entfernten Gelände forschen wollten.

Auch für das geplante Energieforschungs-Zentrum sei es vorstellbar, einen der großen Energiekonzerne als Partner zu finden, erläuterte der Betriebsleiter weiter. Konkretes Interesse gebe es bisher allerdings nicht. Strom und Internetanschluss böten jedoch ebenso wie das eigene Wasserwerk und die Betriebsbahn sehr gute Bedingungen für Interessenten, sagte Schönherr. Im Herbst sollen die Rheinsberger Stadtverordneten die nötigen Beschlüsse zur Veränderung des Flächennutzungsplans fassen, kündigte er an.

Zudem verwies der Betriebsleiter darauf, dass bis auf die verstrahlte Reaktor-Ummantelung demnächst alle Gebäude und Anlagen auf dem ehemaligen KKW-Gelände als unbelastet gelten würden. Verschiedene Behörden müssten dies zuvor noch prüfen. "Wir haben unsererseits alles getan", versicherte er. Die Ummantelung des Reaktorblocks ist indes noch so stark verstrahlt, dass sie nur mit sehr hohen Kosten entsorgt werden könnte. Sie soll 50 Jahre lang erhalten bleiben. Danach rechnet man mit der Freigabe für den Abriss und die Entsorgung. Beim brandenburgischen Umweltministerium geht man nach Worten eines Referatsleiters davon aus, dass "der Bund dann die Kosten trägt".

Das KKW Rheinsberg war das erste wirtschaftlich genutzte Kernkraftwerk der DDR. Es wurde seit 1960 errichtet und ging 1966 in Betrieb. Im Jahr 1990 wurde das Kraftwerk stillgelegt. Seit 1995 befindet es sich im Rückbau.

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