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Brandenburg wird Erdöl-Land

31.07.2013, 19:09 Uhr
Potsdam (MOZ) In Brandenburg soll in naher Zukunft mit der Förderung von Erdöl begonnen werden. Hintergrund sind größere Erdöl- und Erdgas-Funde in der Niederlausitz.

Die Lagerstätten seien industriepolitisch von großer Bedeutung, sagte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) am Mittwoch in Potsdam. "Wir haben hier Potenzial im Untergrund." Die deutsch-kanadische Central European Petroleum GmbH (CEP) sprach von einem Vorrat von 15 Millionen Tonnen, eine Menge von "europäischer Dimension", sagte CEP-Geschäftsführer Thomas Schröter. Allein für den Fundort bei Guhlen am Schwielochsee (Dahme-Spreewald) gehe man von 250 Millionen Barrel Öl im Gestein aus. Ein Barrel (Fass) sind 159 Liter.

Ein paar Kilometer weiter westlich in Schlepzig vermutet CEP sogar noch viel größere Ressourcen, nämlich 500 Millionen Barrel Öl im Staßfurt-Karbonat, so der Name des Gesteins. Da stets lediglich zehn bis 40 Prozent des vorhandenen Öls tatsächlich herausgeholt werden können, verringere sich die zu erwartende Menge. CEP kalkuliert nach eigenen Angaben mit 15 Prozent Förderpotenzial.

Davon ausgehend bezifferte Schröter den gesamtwirtschaftlichen Effekt für Guhlen auf 2,25 Milliarden Euro binnen 25 Jahren. CEP ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Berlin und Calgary, das seit 2007 in der Lausitz aktiv ist.

Nach weiteren Erkundungsarbeiten und Erteilung aller Genehmigungen könnte die Förderung des "schwarzen Goldes" aus der Lausitz 2017 beginnen. Die örtliche Bevölkerung wurde informiert und steht einer Förderung aufgeschlossen gegenüber. "Die Leute reagieren positiv", sagte der Bürgermeister der Gemeinde Schwielochsee, Wolfgang Gliese (CDU). Der gefundene Rohstoff sei ein leichtes, süßes Öl und von bester Qualität, betonte CEP-Geschäftsführer Schröter. Vergleichbar sei es mit dem hochwertigen Öl aus der Nordsee. Es könnte als Benzin- und Dieselkraftstoff sowie zur Herstellung von chemischen Produkten verwendet werden.

In Brandenburg wird seit 50 Jahren an verschiedenen Orten Erdöl gefördert, seit den 1980er-Jahren wurde jedoch nicht mehr gezielt nach Lagerstätten gesucht. Die Fördermenge ist mit 20 000 Tonnen in Küstrin-Kietz (Märkisch-Oderland) vergleichsweise gering.

Im Raum Frankfurt (Oder) will laut Landesbergbauamt ein weiteres Unternehmen, Celticque Energy, nach wie vor Öl-Vorkommen erkunden. Dort war das Vorhaben zunächst wegen Bürgerprotesten gestoppt worden. "Im Schlaubetal und in Müllrose gibt es keine Bohrungen, Pillgram ist aber ein Kandidat", sagte am Mittwoch Angelika Seidemann vom Bergbauamt.

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Ölwurm 01.08.2013 - 11:33:48

Aber @lisa

Worauf es ankommt ist aus meiner Sicht, dass man nun wirklich sich mal Gedanken, ernsthafte, über die Speicherung macht. Es stehen doch Hunderttausende Stromquellen in Deutschland rum, und was macht man mit dem zu viel gewonnen Strom, man "verbrennt" ihn. Es gibt absolut nicht eine Regierungsinitiative in die Richtung Speicherung. Schnelles Geld steht immer ganz vorn. Die paar kläglichen Versuche der Speicherung lassen doch schon den Tropfen Wasser in der Luft verdampfen. Das bisschen Erdöl, was man da vielleicht findet, brauchen wir nicht, wenn wir bereit wären unseren Energiebedarf zu senken, besonders diejenigen, die nicht jeden Cent rumdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben. Was soll dieser Blödsinn, dass unsere Erde auf der sonnenabgewandten Seite heller ist, als die sonnenbeschienene Seite. Aber daran wird sich erst was ändern, wenn die Natur den Menschen "abschafft". Was soll sie auch mit so einem Blödie. Arschlose und sinnlose Diskussion hier, weil sich ja doch nichts ändern wird.

Christian W. 01.08.2013 - 10:47:26

Hallo und gute Nacht

Hallo Lobbyisten und Gewinnfetischisten, und gute Nacht den Bürgen. Die Lautsitz geht unter und jetzt noch der Spreewald/ Schwielochsee gleich mit, vielleicht kann man das Gelände von Vattenfall und den neuen Erdölspinnern in 50 Jahren dann an Hollywood verpachten das sie "the day after II " drehen können oder eine Serie die auf dem Mond spielt. Vielen dank den roten Socken und Hohlköpfe die solch einen Mist in Brandenburg immer wieder forcieren. Danke , Danke nochmals Danke und gute Nacht

Lisa 01.08.2013 - 10:46:45

@ölwurm

usedom ist erdölfördergebiet. schreckt keinen touristen ab.

Ölwurm 01.08.2013 - 10:25:56

@lisa

Zeigen Sie mir doch mal ein Ölfördergebiet, wo am Ende eine "wunderschöne" Landschaft erhalten geblieben ist. Trittin ist doch schon mit seinem Boot gekentert. Ich betrachte dies als Vorboten des Unheils, was da auf uns zukommt.

Rockefeller 01.08.2013 - 10:05:13

Na das wird Zeit

das den pseudogrünen Bohrtürme vo die Nase gesetzt werden. Gute Sache. Mein Auto läuft schliesslich mit Öl.

Lisa 01.08.2013 - 09:38:38

Es geht nicht um Fracking

Tolle kommentatoren hier, aus unwissenheit oder bosheit alles schlecht machen. es handelt sich um ganz normale ölgewinnung, nicht um fracking. eine verunstaltung von landschaft mit bohrtürmen gabs vor 100 jahren, aber heute längst nicht mehr. an alle, die gegen alles sind: lasst konsequenterweise eure verdammten autos stehen, wenn ihr ölförderung ablehnt.

Ölwurm 01.08.2013 - 08:26:45

Mit Windrädern schon zugebaut

Und jetzt kommen noch Bohrtürme für "Scheinerdöl" dazu. Wir habens doch, gehabt, eine schöne Landschaft. Vielleicht hatte Platzeck auch deswegen einen Schlaganfall? Und wenn dann Gas auf einmal aus dem Wasserhahn kommt, braucht man doch nur die Heizung an die Wasserleitung anschließen. In den USA kommt ja "brennbares" Wasser aus den Wasserhähnen. Und was ist, wenn das bisschen Erdöl auch alle ist? Dann haben wir ein herrliches Freiluftmuseum. Natürlich auch endlose versaute Landschaft vor uns, durch die es sich dann wunderbar wandern läßt. Liebste Regierung macht ruhig so weiter unter dem Thema "Was kostet die Welt".

Thomas Reuter 01.08.2013 - 08:04:41

Thomas Reuter

Diese Erdölvorkommen sind seit DDR-Zeiten jedem aufmerksamen Schulkind bekannt. Sie sind damals als nicht abbaufähig eingeschätzt worden. Geändert hat sich seit damals folgendes: Der Preis fürs Erdöl stieg und die Häufigkeit billiger Standorte in der Welt sank. Jetzt soll das Erdöl wohl mit aufwändigen Methoden, zum Beispiel Fracking gehoben werden? Ein Verfahren, dass in den USA schon zu Umweltschäden führt! Aber im dicht besiedelten Deutschland gar Menschenleben gefährden kann? Wirklich tollkühne Ideen. Die Arbeitsplätze wären schön für Brandenburg, doch soll hier gedankenlos Natur zerstört werden?

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