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Konfliktlösung ist Thema auf Mediationstag

Cybermobbing greift an Schulen um sich

Andreas Wendt / 08.08.2013, 07:15 Uhr - Aktualisiert 08.08.2013, 08:13
Potsdam (MOZ) Immer mehr Kinder und Jugendliche werden an Brandenburger Schulen mit Cybermobbing konfrontiert. "Das systematische Belästigen, Bloßstellen und Fertigmachen wird mit der Verbreitung von Internet und Smartphones beliebig reproduzierbar und zirkuliert im virtuellen Raum, mit teils drastischen Folgen für das Opfer", sagt Antje Grabley, Sprecherin des Bildungsministeriums in Potsdam. Dem Thema widmet sich auch der 3. Berlin-Brandenburgische Schulmediationstag am 27. September in der Fachhochschule Potsdam. Er ist gedacht für Lehrer, Schüler oder Sozialarbeiter, die sich zu Mediatoren oder Konfliktlotsen ausbilden lassen wollen.

Der Bedarf in den Schulen des Landes ist da, wie Christel Buchheim aus Eberswalde (Barnim) aus eigener Erfahrung weiß. Die Lehrerin für Physik, Mathematik und politische Bildung an der Goethe-Schule hat sich 2009 selbst zur Mediatorin ausbilden lassen und berät seit einigen Jahren Kollegen in ihrem Schulamtsbereich. "Konflikte verlagern sich durch Facebook oder Jappy immer mehr auch ins Netz", sagt die Pädagogin. Es gelte, den Schülern bewusst zu machen, wie man eine E-Mail schreibt, die nicht beleidigend ist.

Opfer von Cybermobbing sind nach Ansicht des Ministeriums nirgends sicher. Sie können rund um die Uhr belästigt werden, also nicht nur unmittelbar vor, während oder nach dem Unterricht. Erschwerend komme hinzu, dass Cybermobbing ein großes Publikum erreicht und die Täter oft anonym bleiben.

Der Alltag spielt sich für Lehrerin und Mediatorin Christel Buchheim dennoch im Unterricht ab. Streiten sich zwei Schüler im Unterricht, reagiert die Pädagogin nicht wie früher mit Strafen, sondern holt sich die Streithähne nach dem Pausenklingeln an den Tisch. "Es ist wichtig, mit den Schülern darüber zu reden, die Hintergründe zu erfragen", sagt die Lehrerin. Die Schüler hätten sich verändert, darauf müsse sich auch der Lehrer einstellen, betont sie.

Laut Bildungsministerium gibt es landesweit etwa 280 ausgebildete Schulmediatoren - Lehrkräfte, aber auch Schulsozialarbeiter, die zum Teil ehrenamtlich einschreiten, wenn ein Konflikt zu eskalieren droht. Am 18. Oktober beginnt die nächste Runde der Mediatorenausbildung. "In Brandenburg", sagt Helga Neumann vom Verein Weiterqualifizierung im Bildungsbereich (WiB) in Potsdam, "übernehmen die Schulämter den größten finanziellen Anteil der Ausbildung." Christel Buchheim würde es begrüßen, wenn an jeder Brandenburger Schule Lehrer als Mediatoren ausgebildet würden. "Ich habe nur positive Erfahrungen gemacht", betont sie.

www.konflikthaus.de/news/

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