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Kommunen befürchten Proteste gegen neue Asylbewerberheime

Asylbewerberheim in Neuhardenberg.
Asylbewerberheim in Neuhardenberg. © Foto: Johann Müller
21.08.2013, 19:30 Uhr - Aktualisiert 21.08.2013, 20:08
Potsdam (dpa/MOZ) Brandenburger Kommunen fürchten Proteste ähnlich der Auseinandersetzungen vor einem Asylbewerberheimin Berlin Hellersdorf. Zahlreiche Gemeinden in Brandenburg mühen sich dieser Tage, Unterkünfte für Asylbewerber bereitzustellen.Insgesamt leben nach Angaben des Landesinnenministeriums derzeit 4829 Asylbewerber, Inhaber einer Duldung und anerkannte Flüchtlinge hier. Bis Ende des Jahres werden 3300 weitere Flüchtlinge erwartet.Untergebracht werden sollen sie unter anderem in Neuhardenberg, wo jetzt ein neues Asylbewerberheim eröffnet werden soll.

Lutz Amsel, erster Beigeordneter des Kreises Märkisch-Oderland,fürchtetProteste wie jetzt in Berlin-Hellersdorf. „Die Gefahr besteht, dass Rechte versuchen, das zu instrumentalisieren“, sagt der Linke. Bannmeilen wie die Berliner Integrationsbeauftragte fordert er indes nicht. Die Gemeinden wollen vielmehr mit Gegenveranstaltungen rechte Demonstrationen stoppen. Anwohnerproteste gab es am Dienstag auch in Potsdam gegen die Einrichtung eines Asylbewerberheimes in Neu Fahrland. Die Landeshauptstadt muss in diesem Jahr 178 Menschen aufnehmen – doppelt so viele wie schon dort sind. Auch Kreise wie Potsdam-Mittelmark und Dahme-Spreewald müssen wegen ihrer Größe und Bevölkerungszahl einen großen Anteil an der Unterbringung der Flüchtlinge leisten.

In Gemeinschaftsunterkünften lebten im vergangenen Jahr nur rund 60 Prozent der Brandenburger Asylbewerber, der Rest in Wohnungen. Ein neues Unterbringungskonzepts der Landesregierung, das Ende August im Landtag beraten werden soll, sieht eine verstärkte Unterbringung in Wohnungen vor.

Vor dem Asylbewerberheim in Berlin-Hellersdorf war es zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen.

Berlins Integrationsbeauftragte Monika Lüke forderte eine Bannmeile gegen Demonstrationen vor den Heimen. Die Demonstrationsfreiheit dürfe nicht auf Kosten der Menschen gehen, die erneut um Leib und Leben fürchten müssen, wenn zu Hass gegen sie aufgestachelt werde. Es gehe nicht darum, Sorgen und Kritik von Anwohnern abzuwürgen, fügte sie hinzu.

Eine Kundgebung der islamfeindlichen Bürgerbewegung Pro Deutschland vor dem Asylbewerberheim in Hellersdorf wurde am Mittwoch von lautstarken Protesten von Gegendemonstranten gestört. Rund 300 Polizisten waren im Einsatz. Bereits seit Montag hatte es teils heftigen Widerstand gegen die Unterkunft gegeben, nachdem die ersten von rund 200 Flüchtlingen dort eingezogen waren.

In Berlin müssen bis Jahresende zu den bereits dort lebenden 6500 Flüchtlingen weitere 1000 in Heimen untergebracht werden

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abo 30.08.2013 - 08:53:50

@PIERRE A

ja stimmt aus rumanien und bulgarien fliehen sie ja auch alle zu uns. deutschland hat selber genung probleme auch hier sind menschen die auf der strasse leben müssen kinder die nicht genug essen haben...also immer schön ruhig bleiben PIERRE. kannst ja flüchtlinge aufnehmen oder für die spenden...

Pierre A. 30.08.2013 - 08:42:39

Hoffnung für alle Frustrierten hier:

Mögen Sie nie in eine ähnliche Situation kommen wie die zu uns kommenden Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, und die dann von - über alles mögliche - frustrierten Hetzern stimmungsmäßig "empfpangen" werden.

Protestnichtwähler 22.08.2013 - 11:54:08

Manchmal reicht ein Fimltitel

"Morgen ihr Luschen - Ausbilder (G.) Schmidt" Teilweise in "Marxwalde" gedreht (TG44) Bereich. Aber genau dieser Film paßt doch auf die jetzige Situation. Dem Landrat ist es scheiß egal, was da ablaufen soll. Er wohnt ja nicht dort. Unfähig, inkompetent, nicht mal als Foto zu ertragen. Und dann wird erwartet, dass man zur Wahl geht??????

Ronald 21.08.2013 - 22:54:47

Wir müssen dies, wir müssen das

Gar nichts müssen wir! Wir müssen kein Geld nach Griechenland, Spanien oder sonst wohin überweisen. Wir müssen keine Asylanten aufnehmen, die immer mehr unsere Sozialkassen belasten. Aber unsere Kinder gehen in baufällige Schulen, unsere Großeltern werden wegen Personalmangel in den Heimen ans Bett fixiert, Polizei und BGS wird totgeschrumpft, um zu überleben muss man zusätzlich zum Amt, weil der Lohn nicht reicht ..... usw. Wir MÜSSEN UNSER Land in Ordnung bringen!

abo 21.08.2013 - 21:01:56

abo

soll doch unsere landeshauptstadt potsdam die asylanten aufnehmen...

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