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Ursache eines Unfalls in Petershagen war vermutlich überhöhte Geschwindigkeit / Ruf nach Lkw-Maut auch auf Bundesstraßen wird lauter

Anwohner empört über rasende Lastwagen in Ortschaften

© Foto: Johann Müller
Mathias Hausding / 22.08.2013, 20:05 Uhr - Aktualisiert 22.08.2013, 20:18
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der ständig zunehmende Lastwagenverkehr bringt vielerorts in Brandenburg Menschen um ihren Schlaf. Bürgerinitiativen haben sich formiert, um Lösungen für diese Belästigungen zu finden. In Petershagen an der B5 in Märkisch-Oderland erhalten die Diskussionen seit Mittwoch neuen Auftrieb. Denn an diesem Tag ist gegen 3.45 Uhr ein polnischer Lastwagenfahrer an einer extra zur Verkehrsberuhigung angelegten Insel gescheitert. Er schaffte die notwendige Kurve nicht, fuhr auf die Insel auf und kippte schließlich mit seinem Gefährt um. Der 35-Jährige wurde leicht verletzt, die Straße war wegen der Bergung des Lasters für viele Stunden gesperrt.

Die Polizei hatte irrtümlich mitgeteilt, dass sich der Unfall in einem Kreisverkehr ereignet hätte. Dies will Uwe Dorn, Mitglied der Petershagener Bürgerinitiative, so nicht stehen lassen. "Das vermittelt einen falschen Eindruck", sagt er. "Der Laster ist an der Verkehrsinsel umgekippt." Und er muss in den Augen von Dorn deutlich zu schnell unterwegs gewesen sein, sonst wäre er nicht umgekippt. Die Polizei konnte dazu auch am Donnerstag keine Angaben machen.

Dorn beginnt schließlich, ausführlich zu erzählen, wie jede Nacht bis zu 100 Trucks durch den Ort rollen, darunter nach seiner Einschätzung viele, die jene Route lediglich wählen, um die Maut auf der A 12 zu sparen. Bis zum Jahr 2007 seien sie teilweise mit Tempo 120 durch den Ort gefahren, dann habe die Bürgerinitiative einen Erfolg erzielt. Nachts gilt nun Tempo 30 in Petershagen, außerdem wurde die Verkehrsinsel angelegt.

Damit ist Dorn durchaus zufrieden. Viele Lastwagenfahrer würden das Tempolimit akzeptieren, aber längst nicht alle. Beleg dafür sei, dass es den Fahrer am Mittwoch aus der Kurve getragen hat. Dorn fordert deshalb mehr Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei, vor allem nachts. "Außerdem kämpfen wir darum, dass die Lkw-Maut auf diese Straße ausgeweitet wird. Fernfahrer sollen die Autobahn nutzen."

Der Landesverkehrswacht sind Klagen dieser Art aus vielen Regionen Brandenburgs bekannt. "Die Proteste der Bürger sind berechtigt", betont Präsident Jürgen Maresch. "Aber der Kampf gegen Mautflüchtlinge ist schwierig." Die Messlatte dafür, wann auf einer Bundesstraße Lkw-Maut eingeführt werde, sei sehr hoch. Deshalb müsse zunächst die Polizei den Menschen helfen, indem sie vor allem nachts mehr kontrolliert. "Nur über Geldbußen erreicht man etwas bei jenen Fahrern, die Tempo-30-Schilder ignorieren."

Stefan Möhwald, Sprecher der Polizeidirektion Ost, beteuert, dass die Problematik für die Beamten weit oben auf der Liste stehe. "Wir tun was", sagt Möhwald. So habe man in einer Großaktion im Juli 950 Laster unter die Lupe genommen, von denen 270 wegen diverser Mängel beanstandet wurden. Auch nächtliche Tempolimit-Kontrollen seien üblich. (Mit Adleraugen)

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truckerehefrau 26.08.2013 - 09:46:53

@lucy

Ja sicher hat der Staat genug Geld, das hab ich auch nie bestritten. Doch wofür wird verwendet. Es wird Maut kassiert von den Speditionen wo es nur geht aber für das Geld passiert nix auf der AB. Es ist sicherlich nicht die beste Lösung das die lkw's über Stadt und Land fährt aber was sollen sie auch anderes tun lieber die schlammweg nehmen und dann steht nächsten Tag in der Zeitung ...LKW Fahrer steckt im Schlamm fest. Die A12 is eine mit der schrecklichsten AB die es gibt und das viele Geld was der Staat sich durch die Maut in die Taschen packt sollte auch mal da was passieren... die Maut runter setzen und dann haben alle wieder ihre Ruhe. Achja ich weiß ja noch wer sonst das Brot bis in die Kaufhalle bringt .... der bollerwagen ist es jedenfalls noch ^^

Caro 25.08.2013 - 22:36:35

Zu dem Thema

wurde ja nun hier in der Moz schon so viel geschrieben und kommentiert.....gerade auch was das leidige Thema dieser selten dämlichen Verkehrsinseln anbelangt. Solange jedoch die Verantwortlichen immer wieder der Meinung sind diese Inseln dienen der Verkehrsberuhigung damit die Raser "gezwungen" werden vom Gas zu gehen.....was soll man als Anwohner da tun???? Jedem, der sich das Schauspiel nur eine Stunde anhört ist klar, dass das mit Verkehrsberuhigung nichts zu tun hat, sondern an ein Beschleunigungsrennen erinnert. Klar gehen die vom Gas....PKW wie auch LKW....aber doch nur um hinter der "Schikane" wieder Vollgas zu geben....Da bekommt man als Anwohner den großzügigen Tipp das Ordnungsamt zu bitten Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen....WOW....3 Stunden Geschwindigkeitskontrolle und plötzlich fahren alle vorschriftsmäßig, nur ein paar ganz Blinde die die Warnzeichen der Entgegenkommenden nicht sehen, werden gelasert oder geblitzt. Das bringt GAR NICHTS. Die für uns wichtigere Frage: was ist nachts? Da wo die Raserei den Betroffenen richtig auf den Nerv geht? Nichts. Da nehmen einige LKW Fahrer nichtmal den Fuß vom Gas wenn sie durch so eine Insel fahren und poltern stattdessen über die Borde, dass man im Bette steht.....aber ist ja, nach Meinung der Verantwortlichen, alles zur Verkehrsberuhigung....

Skeptiker 23.08.2013 - 22:00:47

LKW-Maut auf Landstraßen: Ja!

Ich bin für eine LKW-Maut auf Bundes- oder Landstraßen und zwar spürbar teurer als auf Autobahnen. Ich denke, dass man auf Autobahnen schneller vorankommt und dann auch noch spart. Die Idee ist nicht von mir, sie stammt aus irgendeiner Magazinsendung aus dem Fernsehen.

anwohner 23.08.2013 - 10:45:09

@bubble

ja Maut ist meiner Meinung nach auch nicht der richtige Weg...das gesamte Transportkonzept/Politik muss überdacht werden,solange LKW das billigste ist wird sich da nichts ändern...die Bahn und auch hier bei uns das Schiff wäre das bessere Verkehrsmittel..auch für die Umwelt..aber solange das teurer ist oder ausgebremst wird durch fehlenden Schleusenumbau wird sich an der Flut der LKW wohl nichts ändern....leider.Es müssen sich wohl erst alle betroffenen Bürger zusammenschließen und die Politik zwingen zu handeln...

Marggraf 23.08.2013 - 08:35:55

LKW's und Ortschaften

Könnte man den Lkw-Verkehr (Mautflüchtige) nicht schon damit eindämmen, wenn man die erste Mauterfassungsstelle gleich nach Grenzübertritt aufstellt und nicht wie auf der BAB12, erst nach der zweiten Abfahrtsmöglichkeit? Vielleicht würden einige LKW's nicht die Abfahrten Frankfurt(Oder) -Mitte oder -West benutzen und weiterhin auf der Autobahn bleiben. Toll Colect hat mit zwar geschrieben, das alles so richtig ist und die LKW's mittels automatischer Erfassung (solch eine Gerät soll auf den LKW'S sein, ist aber fraglich, den der technische Zustand ist oft so schlecht, da ist es fraglich, ob für solch ein Gerät Geld ausgegeben wurde) erfasst werden. Die erste Erfassungsbrücke auf deutschem Gebiet steht bei der Raststelle Biegener Hellen, davor sind eben die Abfahrten FFO-Mitte und -West. Durch solch einer Maßnahme wären die einheimischen Transportunternehmen nicht betroffen sein (zusätzliche Mautkosten).. Warum Toll Colect so auf der BAB12 gebaut hat wurde mir nicht verraten und wer für eine Änderung zuständig ist mir auch nicht bekannt.

bubble 23.08.2013 - 08:16:49

Maut wieder abschaffen...

Eigentlich sollte man die Maut wieder abschaffen. Wer fährt schon freiwillig über die verschlafenen Nester wenn er auf der Autobahn schneller ist. Der einzige Grund ist doch das Geld - übrigends bei uns allen inzwischen vorrangige Grund für oder gegen etwas. Entgegen oftmals anders lautenden Aussagen in den Medien und der Bevölkerung ist das sog. "Mautprellen" kein Verbrechen sondern legitim um Geld zu sparen. Dafür muss mehr Zeit investiert werden, die einigenichtinvestieren wollen / können. Aber all diese Dinge waren bereits vor der Einführung der LKW-Maut bekannt. Es hat sich nur bestätigt. Allerdings haben sich damals nur wenige aufgeregt, weil wir es inzwischen verlernt haben über unseren Tellerrand zu sehen. Fazit: Wieder weg mit der Maut - dann braucht man die dadurch eingenommenen Gelder nicht doppelt und dreifach für Polizeikontrollen

Frank 23.08.2013 - 07:28:42

da war doch noch was ...

es existiert eine zweite Transport-Infrastruktur - Güterverkehr mit der Bahn. Besonders geeignet für lange Strecken.

anwohner 23.08.2013 - 07:17:27

@ Paul Wust

ja genauso ist es und auch für bestimmte Landstrassen,die als Abkürzung bekannt sind!!!Das es geht zeigen andere Bundesländr wie Thüringen wo an jeder betreffenden Autobahnabfahrt ein Verbotsschild steht..eben Abfahren für LKW verboten! Und es geht!Wenn das land nur wollte!Als muss man kämpfen und es zwinge,vielleicht wacht dann irgenwann mal wer da oben auf...die fahren unseren Landes- und Bundesstrassen kaputt und die Autobahnen werden teuer ausgebaut und bald fährt dort keiner mehr..lach...sehr traurig

Paul Wust 23.08.2013 - 07:05:25

Tabu für B1 und B5

Wer tagtäglich , speziell in den Abend- und Nachtstunden die B5 benutzt, der kann ein Lied davon singen mit welchen Geschwindigkeiten polnische Trailer Fahrer diese bis Vogelsdorf befahren. Auf der A12 wird jedenfalls langsamer gefahren. Und so wundern Unfälle dieser Art auch nicht. Bedauern kann man nur die unmittelbaren Anwohner der B5 und B1 in den Ortschaften, die seit Jahren von der Politik allein gelassen werden. Internationaler Warenverkehr hat jedenfalls weder auf der B5, noch auf der B1 etwas zu suchen. Dem sollte die Autobahnbenutzung zwingend vorgeschrieben werden und diese auch kontrolliert werden. Der Hausherr hier bestimmt nämlich die Regeln. Allerdings müssten dazu unsere Politiker den Willen haben, dies zu verändern.

anwohner 23.08.2013 - 06:54:14

wir kämpfen in Hangelsberg auch...

Ja so geht's uns in Hangelsberg an der L 38 jeden Tag und jede Nacht...Lkw über LKw...rasend zu 90%!!!Und wenn die A 12 wiedermal zu unbequem ist wegen Baustelle und wenn der Chef Maut sparen will...na dann eben bei uns durch und schön schnell..klappert und scheppert ja auch so gar nicht*irone* die Anwohner brauchen ja ihre Ruhe nach der Arbeit auch nicht...Wir sind auch dabei uns zu formieren und hoffen mit der Gemeinde zusammen endlich erste Regelungen zu erreichen wie woanders..Tempo 30 und Verkehrsinseln..damit dann wenigstens 50 gefahren wird*Lach...und zu den "armen" LKW Fahrern...ich hab nichts gegen die Fahrer,sie sind das letzte Glied der Kette aus Druck...hier muss die ganze Politik überdacht werden immer billiger was von A nach B zu bekommen und am besten schon gestern dasein usw...

Lucy 22.08.2013 - 23:17:51

@treckerfrau

was für ein Unsinn! es wäre ja nun völlig verkehrt, die berechtigten proteste der leute als hintertür für die Maut-abzocke zu nutzen. der deutsche Staat hat weiß gott genug geld. sollte besser wirtschaften, statt die bürger abzuziehen. völlig daneben ist auch dieses romantisierende ach, die armen laster bringen doch nur unser brot... so was blödes...

Truckerehefrau 22.08.2013 - 22:07:16

naja...

Ich kann die Anwohner verstehen das ihnen die vielen lkw's stören die da nachts durch die Ortschaft Brettern aber bevor man über irgendwelche BundesstraßenMaut für LKW nachdenkt sollte man aber auch die Maut auf der AB für pkw's nachdenken. Die lkw's bringen unser täglich Brot und was wir noch so alles zum leben brauchen und da sollte man den Speditionen oder allg. den unternehmen auch mal entgegen kommen.

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