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Zwischenstopp in Brandenburg - Kraniche auf dem Zug nach Süden

 Kraniche ziehen derzeit in wärmere Gefilde und machen in Deutschland Station.
Kraniche ziehen derzeit in wärmere Gefilde und machen in Deutschland Station. © Foto: Johann Müller
03.10.2013, 16:05 Uhr
Potsdam (dpa) Für Vogelfreunde ist jetzt der Zeitpunkt für Beobachtungen günstig: Kraniche ziehen derzeit in wärmere Gefilde und machen in Deutschland Station. "Etwa 300 000 Kraniche stoppen hier", sagte der Vogelschutzexperte des Naturschutzbundes Nabu, Lars Lachmann. "Das ist eine rekordverdächtige Zahl." In den 1970-er Jahren seien es nur etwa 40 000 Vögel gewesen. Derzeit können bei zahlreichen Veranstaltungen und Touren die majestätischen Kraniche beobachtet werden.

Etwa die Hälfte der Tiere stoppt in Brandenburg im Rhin-Havel-Luch um das Dorf Linum (Ostprignitz-Ruppin), der Rest sammelt im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern Kraft für den Weiterflug.

"In Linum werden am Tag rund 41 000 Vögel gezählt", sagte Eckhardt Hinke von der AG Kranichschutz. "Es werden aber noch mehr erwartet." 2008 seien zu Spitzenzeiten rund 81 000 Vögel registriert worden. "Sie können sich jetzt in den abgeernteten Maisfeldern richtig satt fressen - bevor es weiter geht", sagte er. "Die Tiere sehen gut und gesund aus und werden wohl bald abziehen." In der vergangenen Saison hatte es offenbar 2000 Kranichen in der Region so gut gefallen, dass sie wegen des guten Nahrungsangebotes den Brandenburger Winter dem warmen Süden vorgezogen hatten.

Der Brandenburger Naturschutzbund Nabu hat jetzt eine Broschüre zur Vogelbeobachtung herausgegeben. Das Naturschauspiel lockt in jeder Saison zahlreiche Besucher an. So sollten die Tiere nicht gestört werden, man sollte sich nur bis auf 300 Meter nähern. Mit einem guten Fernglas sei aber trotzdem alles gut zu sehen.

Nach Angaben von Lachmann kommen fast alle der durchziehenden Vögel aus West-Europa und Schweden. Sie fliegen in zwei Routen Richtung Südfrankreich. 8000 Brutpaare stammen direkt aus Deutschland. Nach der Wende seien es gerade einmal 1500 Paare gewesen, sagte Lachmann. Der größere Bestand sei unter anderem dem europaweit vereinbarten Schutz zu verdanken. Sorge bereite aber das Brutverhalten. "Es gab weniger Junge", sagt Lachmann. Vermutlich fehlte bei der Aufzucht ausreichend Nahrung.

Kraniche werden im Durchschnitt etwa fünf bis acht Jahre alt. Einzelne Exemplare hätten aber schon 25 Jahre erreicht. Im Winterquartier in Südfrankreich bleiben sie etwa bis Ende Februar/Anfang März. Dann geht es zurück zu den Brutplätzen.

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