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Anzahl der Autodiebstähle steigt in Brandenburg weiter

Die Methoden der Autodiebe sind mittlerweile ausgereifter.
Die Methoden der Autodiebe sind mittlerweile ausgereifter. © Foto: dpa
27.12.2013, 11:05 Uhr
Potsdam (dpa) Die Anzahl der Autodiebstähle in Brandenburg steigt weiter. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden nach Angaben der Polizei knapp 1900 Fahrzeuge (2012: 1818) gestohlen. Dies entspricht einer Steigerung von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa mit. Die meisten Autos wurden südlich von Berlin im Landkreis Dahme-Spree (221) gestohlen. Aber auch in der Landeshauptstadt Potsdam (191) und Frankfurt (Oder)(167) schlugen die Diebe häufig zu.

Setzt sich der Trend des ersten Halbjahres fort, sind in diesem Jahr mehr Fälle zu verzeichnen als im Vorjahr (2012: (3355). Die Zahl würde dann an die von vor zwei Jahren (2011: 3963) heranreichen.

Auch die Kennzeichen-Diebstähle nehmen laut Statistik weiter zu. Hier hat die Polizei im ersten Halbjahr 2013 knapp 1690 Fälle erfasst. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2012: 1626) seien dies 3,8 Fälle mehr, so der Sprecher. Schwerpunkte seien die Kreise Barnim (195), Potsdam-Mittelmark (137) und Teltow-Fläming (143).

Dabei stoßen die Ermittler immer wieder auf Dublettenkennzeichen: "An soeben gestohlenen Fahrzeugen werden die Kennzeichen baugleicher Fahrzeuge angebracht, um sich möglichst ohne Kontrolle bewegen und das Auto ins Ausland bringen zu können", erklärte der Sprecher den Hintergrund. Um unverdächtig zu erscheinen, werden gerne Kennzeichen aus der Grenzregion an Wagen aus entfernten Orten gebracht.

Das "doppelte Lottchen", wie die Masche heißt, wird laut Polizei auch gerne genutzt, um mit dem eigenen Fahrzeug Straftaten zu begehen. Der Zoll beobachtete, dass in Polen zugelassene Autos mit gestohlenen deutschen Kennzeichen genutzt werden, um unverzollte Zigaretten über die Grenze zu schmuggeln.

Ende Oktober konnte der Zoll so einen Fall aufklären: Ein Fahrer war auf der Autobahn 2 bei Potsdam von einem nahezu identischen Wagen überholt worden. Das fremde Auto sah nicht nur aus wie sein Wagen, sondern hatte auch das gleiche Kennzeichen. Der Fahrer rief die Polizei. Beamte lotsten das verdächtige Fahrzeug auf einen Rasthof und fanden mehr als 500 000 geschmuggelte Zigaretten im Wagen.

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Brandenburger Preuße 28.12.2013 - 08:57:05

Ohren und Augen geschlossen

Freie These: Der BB Innenminister wir vom Versicherungsbund gestützt. Mehr Diebstähle = höhere Versicherungsbeiträge. Dazu wird weniger Polizei benötigt. Soll ja auch funktionieren. Wie schon erwähnt wurde, stört es den Bürge nicht. Er hat wie immer die CDU, SPD gewählt. Was soll er auch wählen. Der arme Wähler.

Stiefelriemen 27.12.2013 - 20:41:58

Paul Wust

Potsdam, Berlin, Brüssel? Es stört ja nicht einmal dem betroffenen Bürger! Oder wie erklären sie sich das Wahlergebnis vom Herbst? Das Ergebnis der nächsten Landtags und Europawahl wird genauso ernüchternd ausfallen. Leider! Mich graust es vor der Zukunft unsres Landes.

Gisela Baranowitsch 27.12.2013 - 17:22:25

Nicht nur Autos, sondern auch Fahrräder!

Nicht nur Autos, sondern auch Fahrräder in beträchtlicher Anzahl wurden und werden leider im grenznahen Raum gestohlen und verschwanden (wahrscheinlich) auf Nimmerwiedersehen nach Polen? Allein in unserem Haus gab es in diesem Jahr bereits zwei Einbruchsdiebstähle, bei denen die Täter in verschlossene Abstellräume eingedrungen und Räder gestohlen haben! Bekanntermaßen gab es hier in Frankfurt so gut wie keine Aufklärung und Rückführung von gestohlenen Rädern. Man muss deshalb davon ausgehen, dass die gestohlenen Räder hier in Frankfurt nicht von den Dieben als Fahrzeug benutzt werden, sondern dass sie die Räder auf der anderen Oderseite weiter dealen. So ist die Praxis: Es gibt in Slubice mindestens fünf bekannte Aufkäufer von Fahrrädern, nach deren Herkunft der Aufkäufer nicht fragt und auch keine Nachweise sehen will! Was unternehmen die Politiker gegen diese Zustände? Sie veröffentlichen Statistiken, die ihr Stillhalten, ihre Vogel-Strauss-Politik dokumentieren. Dafür erhalten sie hohe Diäten, die wir Bestohlenen mitfinanzieren!

paul wust 27.12.2013 - 12:28:58

Und, wen stört das?

Weder in Potsdam, noch Berlin oder Brüssel stört es, wenn jährlich hier Bürgern und Firmen Vermögenswerte in der Größenordnung von 63 Millionen Euro über die Grenze abhanden kommen. Dabei mal nur einen Durchschnittswert von 16000 Euro pro Fahrzeug zu Grunde gelegt. Vermutlich gehören diese Zustände zur "freiheitlich-demokratischen Grundunordnung" in Brandenburg.

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