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Waldkalender eingestampft

"Schwarzbraune Farbgebung": Die Revierförsterei Schorfheide sieht zwar idyllisch aus, ist aber historisch kontaminiert. Sie gehörte einst zum Landsitz der Nazi-Größe Hermann Göring.
"Schwarzbraune Farbgebung": Die Revierförsterei Schorfheide sieht zwar idyllisch aus, ist aber historisch kontaminiert. Sie gehörte einst zum Landsitz der Nazi-Größe Hermann Göring. © Foto: Repro: MOZ
Ullrich Thiessen / 13.01.2014, 20:13 Uhr
Potsdam (MOZ) Das Landwirtschaftsministerium verfügte am Montag, dass 2000 Kalender des Landesforstbetriebes für 2014 noch vor der Auslieferung im Altpapier landen. Als Grund wurde der unsensible Umgang mit der Vergangenheit angegeben.

Unter dem Titel "Gut bedacht - Forstgebäude des Landesbetriebs Forst Brandenburg" sollte der Kalender für 10,85 Euro pro Stück Werbung für die Verbundenheit mit dem Wald machen. Die Häuser zeugen davon, wie Förster und Waldeigentümer in jeder Epoche ein hochwertiges Kulturgut hüteten, heißt es im Begleittext.

Das Titelfoto zeigt die Revierförsterei Schorfheide (Barnim). Dazu ist zu lesen, dass diese "1935 auf Befehl des Reichsforstmeisters Göring im Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau seines Landsitzes "Carinhall' erbaut" wurde. Von einer heimatgerechten Bauweise und der gut angepassten schwarzbraunen Farbgebung schwärmt der Kalendertext.

Der Direktor des Landesbetriebes, Hubertus Kraut, erklärte am Montag auf Nachfrage, man habe keine Botschaft mit dem Titelbild transportieren wollen. Das Haus sei nun einmal in dieser Zeit errichtet worden und sehr ansehnlich.

In einer Stellungnahme des zuständigen Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft wird darauf verwiesen, dass der Landesbetrieb selbstständig handelte. Erst durch die Nachfrage dieser Zeitung habe man Kenntnis von dem Kalender erhalten, hieß es.

Die Wahl des Titelfotos sei nicht nachvollziehbar und im Gegensatz zur Überschrift "alles andere als "Gut bedacht'", erklärte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Er verwies auf wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Jagd und Macht in der Schorfheide. "Carinhall" sei kein unbeschwerter Ort, sondern die zeitweise ausgelagerte Machtzentrale Görings gewesen, in der im Zweiten Weltkrieg militärische Entscheidungen getroffen wurden und Treffen mit anderen Nazi-Größen stattfanden.

Der Kalendertext des Landesbetriebes entspreche nicht den Anforderungen an eine kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema, sagte Schade. Der Kalender und das Bestellformular wurden von der Seite des Landesbetriebes gelöscht.

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Forstmann 20.01.2014 - 14:45:00

Ideodie

Scheinbar scheinen die oder der Verantwortliche für diesen angeordneten Schwachsinn, unter der Krankheit "Hitleritis" zu leiden.Das ist eine Krankheit bei der alles aber auch alles aus diesen 12 Jahren Nationalsozialismus immer wieder hinterfragt und nach Verbindungen gesucht wird,seien diese auch noch so kindisch.Wenn man sich schon sonst nicht profilieren kann,dann eben auf diese weise.Es gab da einen schönen Artikel im "Stern" vom 18.10.2007 in dem in einem Nebenartikel geschrieben stand "Wie Hitler weiter regiert".Da hat man ja noch einiges vor sich und ich bin mir sicher,wenn das alles in wegfall käme,der Widerstand wäre groß.Wie in jeder Regierungsform gibt es Licht und Schatten und ist nicht alles schwarz und weis.Das sollte man immer dabei bedenken und nicht immer gleich in einem Aktionismus verfallen der beiweilen oftmals lächerliche kindische Züge annimmt.

reke 18.01.2014 - 12:17:16

kALENDERVERNICHTUNG

Wann werden alle die Bücher verbrannt in denen das Jagdschloß Hubertusstock abgebildet ist? Dieses hat 3 Mächten gedient dem Kaiser, den Nazis und Honecker. Totaler Schwachsinn die Kalender zu verbrennen, der Veranlasser gehört aus dem Amt gejagt und zum Schadenersatz verurteilt.

DER HOLGO 17.01.2014 - 19:38:37

Ich denke die ideologische Seite…

…des Sachverhaltes ist nun von allen Seiten soweit dargestellt worden. Was ist denn jetzt mit der wirtschaftlichen Seite? Jemand hat ja nun entschieden, dass der Kalender so nicht hätte gedruckt werden dürfen, ob das nun sinnvoll ist oder nicht. Bezahlt dann aber nun auch derjenige, der den Druck freigegeben hatte den Schaden?

M. 17.01.2014 - 19:17:08

Werden nach dem Ende der BRD

auch Bilder von BRD-Bauten verboten ??

Bruno Hempf 17.01.2014 - 18:54:51

Forstkalender

Ich mußte mich erst mal wieder beruhigen, ehe ich hier schreibe. Unsere Landesregierung hält es also für sinnvoll, den Mantel des Schweigens über eine Periode deutscher Geschichte zu decken. Ein simples Bauwerk, ohne jedwede gestalterische oder ideologische Anleihen an den Faschismus, mutiert zu einem Problem. Aller politisch motivierter Aktionismus ändert aber nichts daran, daß es ein Haus ist, und zwar nur ein Haus, wenn auch gestalterisch gelungen und stilgerecht erbaut. In Fortführung dieser Überlegungen empfehle ich der Landesregierung nachdrücklichst, sämtliche brandenburger Autobahnen wegzureißen, denn sie wurden in der Absicht erbaut, Kriege zu führen. Auch Wolfgang Schäuble wird sich dann alsbald nach einem neuen Dienstsitz umsehen müssen, denn er residiert in Görings ehemaligem Reichsluftfahrtministerium. Historisch also schwerstens belastet, da dort der dicke Hermann sogar persönlich arbeitete. Nicht besser ergeht es Außenminister Steinmeier, der doch tatsächlich seinen Amtssitz noch im Gebäude der ehemaligen Reichsbank hat, obwohl diese nachweislich unmittelbar in die Kriegsfinanzierung und die wirtschaftliche Verwertung der Vermögenshinterlassenschaften der Holocoust-Opfer verstrickt war. Der Große Stern am Tiergarten muß zurückgebaut werden, geht er doch auf Albert Speer zurück, dem Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion. Die Diskussionen über das Tempelhofer Feld finden so auch gleich ein Ende, Nazi-Hinterlassenschaft, also weg damit! Anschließend auch gleich das Olympiastadion.

Paule 17.01.2014 - 07:12:30

Achtung, Achtung

Achtung, Bilderstürmer am Werke!

ein Leser 16.01.2014 - 23:49:21

@Charlotte

Vielen Dank für Ihre Erläuchtung, ich glaube 90 % der deutschen Bevölkerung kennen die Rolle von Hermann Göring im der Geschichte, die restlichen 10 % können diesen Text eh nicht lesen. Und ich dachte in diesem Kalender geht es nur um die schönen Häuser.

Charlotte 16.01.2014 - 13:49:57

Das Problem ist

das man Göring als Reichsforstmeister bezeichnet und das historisch zwar richtig ist, aber seine Rolle im Nationalsozialismus enorm verharmlost. Immerhin war er auch maßgeblich an der Gleichschaltung und der Verfolgung der Opposition, Gründung der Gestapo sowie die Einrichtung der ersten Konzentrationslager beteiligt. Damit war er einer der entscheidenden Kräfte hinter dem Holocaust und ist somit nicht einfach nur ein "Reichsforstmeister" sondern auch jemand der für mehrere Millionen Morde verantwortlich ist. Er war halt auch Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe und Reichskommissar für mehrerer Positionen. Das ist der Grund wieso man diesen Kalander einstampfen musste, weil einfach ein paar grundlegende historische Fakten über Göring fehlen. Ich meine niemand würde in einem Text über Hitler, ihn nur als Reichskanzler bezeichnen, weil das einfach einer Verleugnung seiner Taten gleich käme.

... 16.01.2014 - 06:43:15

...

Wer hat welchen Krieg verloren ?

Isenhagen 16.01.2014 - 05:56:45

es gibt überhaupt keine

"Revierförsterei Schorfheide". Dieser Bezeichnung ist kein Standort zuzuordnen.

stürmchen 15.01.2014 - 23:38:14

ganz klar und

nochmal zum mitschreiben: IHR HABT DEN KRIEG VERLOREN!

ein freier Bürger 15.01.2014 - 22:28:29

fehlerhafter Kalendertext

"Das Titelfoto zeigt die Revierförsterei Schorfheide (Barnim). Dazu ist zu lesen, dass diese "1935 auf Befehl des Reichsforstmeisters Göring im Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau seines Landsitzes "Carinhall' erbaut" wurde. Von einer heimatgerechten Bauweise und der gut angepassten schwarzbraunen Farbgebung schwärmt der Kalendertext." Der Kalendertext-Schreiber hätte sich erst mal richtig informieren sollen, die Erweiterungsbauten in Carinhall begannen erst Anfang September 1936. Aber wurde nicht 1935 das Erstes Naturschutzgesetz unter Hermann Göring erlassen, wieso existiert heute eigentlich noch ein Naturschutzgesetz? Sollte man für immer abschaffen, ist nazifiziert! Wieso tragen Forstbeamte Uniformen, Unterwäsche und Jagdwaffen? Dies trug Hermann Göhring auch! Sehe ich also einen nackten Mann im Wald, ist es kein Exibitionist oder Flitzer, es ist ein politisch korekt gekleideter Forstbeamter.

D. Wolf 15.01.2014 - 19:36:49

D. Wolf

Ich rege einen Strafantrag wegen vorsätzlicher Steuerverschwendung und Schadensersatz in voller Höhe von dem, der das Eintampfen des Kalenders angeordnet hat. Weiterhin vordere ich die Entlassung aus dem Amt und ein Arbeitsverbot im öffentlichen Dienst für 3 Jahre, ohne Zahlungsausgleich und Abfindung.

Geschichtsfreunde DE 15.01.2014 - 19:30:24

Wandkalender eingestampft

Was anderes als eine "Bücherverbrennung" ist das? Nicht aus einer Not heraus sondern aus vorauseilenden Gehorsam und Feigheit. Seit 1933 nichts dazu gelernt...

Auswanderer 15.01.2014 - 18:50:38

Komisches Brandenburg

Komisch Hitler und Gobbels -Portäts im brandenburgischen Landtag sind in Ordnung !!! ....und ein Forsthaus, das nun mal in der Nazi-Zeit errichtet wurde geht gar nicht....Häääähhh

Volker Knopf 15.01.2014 - 15:15:22

Waldkalender eingestampft vom 13.1.2914

Erbitte Veröffentlichung als Leserbrief: Wann lernen die Verantwortlichen der zuständigen Behören endlich, daß man Vergangenheit nicht mit dem Rotstift korrigieren oder mit der Planierraupe unges chehen machen kann ?! Geschichte läßt sich nur begreifen, wenn man sich mit ihr auseinandersetzt und auf sie zugeht. Der im Artikel beschriebene ministerielle "Einstampf-Erlaß" ist alles andere als ein brauchbarer Beitrag zur Aufklärung und Information. Volker Knopf, Endingen

Opa Hoppenstedt 15.01.2014 - 13:44:41

@Blondi

Hallo? Du hast den Beitrag nicht verstanden, ist ja nicht schlimm, aber dann dreh hier nicht so auf.

Demokratie Jetzt 15.01.2014 - 13:19:47

Hausrecht vs Gesetz der Meinungsfreiheit

Es wird absurder. Die MOZ ist kein Restaurant oder Hotel. Gerade für eine Zeitung sollte die Meinungsfreiheit als wichtiges Gut der Freiheit und der demokratischen Meinungsbildung gelten. Wenn es nicht passt müsste diese Funktion hier komplett geschlossen werden oder doch besser offiziell gleich die Meinungsfreiheit abschaffen. Dann hätte ich Verständnis. Aber so, nein danke. Ich finde Ihre Meinung mit dem Küchentisch daneben. Mein Küchentisch ist privat und damit nicht öffentlich.

blondi 15.01.2014 - 12:26:40

darum gehts doch gar nicht

Du kannst an deinem Küchentisch auch entscheiden wer dran sitzt und wen mit welcher Meinung du eben nicht dran sitzen haben willst. Nennt man Hausrecht. Nichts anderes tut die MOZ, manchmal etwas zu empfindlich für meinen Geschmack, aber auch verständlich, bei dem was mancher hier von sich gibt.

Demokratie Jetzt 15.01.2014 - 09:43:20

Geistiger Horizont?

Das ist wirklich absurd. Wunschmeinungsfreiheit. Es gibt Gesetze die einzuhalten sind. Da geht es nicht um freie Medien. Vor dem Gesetz ist jeder gleich. Niemand sollte sich Gesetze hinbiegen um der Wunschmeinung der MOZ gerecht zu werden.

blondi 15.01.2014 - 09:06:50

Kampf bestehen - Eihhalt bieten!

@ Demokratie Apostel Die Moz ist ein freies Medium, die müssen sich auf ihrer Seite an keine Wunschmeinungsfreiheit halten. So eine absurde Forderung sagt einiges über deinen geistigen Horizont. @ Opa H. Du hast den Artikelttext gar nicht gelesen und "diskutierst" hier rum?

Hoppegartner 14.01.2014 - 22:17:26

Zurück zur DDR-Zeit?

Ich dachte wir sind in einer Demokratie, da sollte über die deutsche Geschichte offen gesprochen werden! Dazu gehört auch die Hitlerzeit mit ihren negativen Seiten aber auch positiven Seiten, wie dieses Gebäude, das der nächsten Generation erhalten geblieben ist und sehenswert ist. Oder man denke an die deutschen Autobahnen, unter Hitler gebaut und immer noch heute genutzt von Linken bis Rechten. Ich denke hier wollte sich nur einer profilieren, auf Kosten aller Steuerzahler. Nun ist der Kalender in aller Munde und heiss begehrt! Die schnelle Aktion ging wohl nach hinten los!

märker126 14.01.2014 - 14:17:36

Silly Sally

Geil! Das war die richtige Frage!

Silly Sally 14.01.2014 - 13:42:19

Excel an den Pranger!!!

Habe gerade festgestellt, dass bei Excel die 34.Spalte AH betitelt wird, noch weiter hinten gibt´s sogar HH - darf ich Excel jetzt noch benutzen?

Opa Hoppenstedt 14.01.2014 - 13:27:42

@Blondie

..wer denken kann. Es ging um das Bild als Titelbild. Textzitate sagen nicht in Gänze überhaupt nichts aus woraus Du etwas schließen kannst. Gute Bürgerin!

blondi 14.01.2014 - 13:22:23

nur zur Erinnerung ihr schlauen Freiheitskämpfer

Es geht im Artikel um den Text des Kalenders und nicht um das Gebäude, keiner hätte sich an dem idyllischen Bildchen gestoßen... Wer lesen kann... Aber richtig, man kann sich natürlich auch gleich wieder als die von wem auch immer gerade unterdrückte Rasse aufspielen.

lupo 14.01.2014 - 13:03:05

@ Fred

Ihr "Humbug" besteht offenbar darin, das Sie nicht wissen wann und wo in der Weimarer Republik die Weichen für den Nationalsozialismus gestellt worden sind. Mit Sicherheit nicht in der Reichskanzlei.

Marian W. 14.01.2014 - 12:35:54

Korrektur

Das Kennzeichen WH ist doch möglich, wundert mich nur ziemlich, wenn man bedenkt das die anderen Kennzeichen nicht zu haben sind. WH war ja nun mal das Kennzeichen der Wehrmacht gewesen. Anscheinend sieht man bei den Straßenverkehrsämtern auch nicht richtig durch...

Rosa Linde 14.01.2014 - 12:34:32

antwort

http://www.focus.de/auto/news/wegen-ns-ideologie-spediteur-darf-kein-hh-im-kennzeichen-haben_id_3529294.html

Marian W. 14.01.2014 - 12:30:09

@ Rosa Linde

Die Kennzeichen, die nicht vergeben werden sind nicht HH, sondern WH, SS, SA,NS, HJ,KZ - Punkt 1 und der 21.4. ist auch nicht korrekt! Hitler wurde am 20.4. geboren. Wenn man schon Dinge in die Welt streut, dann doch bitte richtig!

Rosa Linde 14.01.2014 - 12:19:24

Wie ließt man was?

Wenn man in diesen Text etwas hinein interpretieren möchte , kann man das natürlich. MUß MAN ABER NICHT. Aber wie ist das z. B. mit Autobahnen? Sie haben ja bekanntlich die Abkürzung A 12 oder ähnliche Zahlen und sind zur NS-Zeit gebaut. Da könnte man ja auch Adolf hinein interpretiern und als Denkmal ansehen, oder? Allerdings haben viele Kritiker dieses Kalenders einen Vorteil von unseren Autobahnen und sehen das eben nicht so eng? Also alles eine Auslegungssache.

Selten-Leser 14.01.2014 - 11:50:41

Falsch gelesen?

Ich habe den Artikel so gelesen, dass es gar nicht um das Bauwerk sondern um den Text zum Foto ging: "Von einer heimatgerechten Bauweise und der gut angepassten schwarzbraunen Farbgebung schwärmt der Kalendertext." "Heimatgerecht" und "schwarzbraun" mögen einzeln "unverfängliche" Worte sein, aber im Zusammenhang mit diesem Gebäude und zeitgleich genannt doch etwas (im anderen Zusammenhängen würde man sagen) "schlüpfrig" oder gar "glorifizierend" wirken.

D. Wolf 14.01.2014 - 11:39:48

D. Wolf

Was sagt uns der Satz: "Negation der Negation"

Fred 14.01.2014 - 11:37:59

@Lupo

"Geschichte bleibt nun mal Geschichte" Und Humbug bleibt Humbug! Dem Kern Ihres Kommentars stimme ich zu, aber dass im Reichstag zwei Weltkriege "angezettelt" wurden, entbehrt jeder Logik. Abgesehen davon, dass die Ursachen so komplex sind, dass es hunderter oder gar tausender höchst kompetenter Historiker bedurfte und weiterhin bedarf, diesen auf den Grund zu gehen, hat bspw. Rosa Luxemburg den Reichstag genutzt um in so mancher Rede vor Krieg zu warnen. Dass dort die Kriegskredite bewilligt wurden, würde ich nicht als "Anzettelei" werten. Die Kriegserklärung war ja schon zuvor erfolgt. Im zweiten Weltkrieg hatte das Reichstagsgebäude allerhand Funktionen. Politisch lief da aber nichts mehr. Hitler z. B. hat nie im Reichstag gesprochen.

Rosa Linde 14.01.2014 - 11:29:54

???

Für mich entsteht da nur noch Unverständnis. Im neuen Landtag werden Gemälde von Hitler und Goebbels extra zur Eröffnung ausgestellt, in Bayern werden Autozulassungen mit den Buchstaben HH verweigert und hier werden Kalender eingestampft. Leben wir eigentlich noch in einem funktiontüchtigen Staat oder in einem Kindergarten?? Man hätte doch einfach mal unterscheiden müssen, um was es in diesem Kalender ging...es ging um Bauwerke!!! Aber was haben obengenannte Gemälde in einem öffentlichen Gebäude zu suchen? Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, wenn man Gebäude (deren Bauzeit in der Nazizeit liegen) abreißt, bestimmte Daten aus dem Kalender Streicht , wie z.B. den 21.4. und wenn man überhaupt die deutsche Sprache abschafft. Man kann eben überall das Böse sehen....oder eben auch mal Dinge neutral betrachten.

Marian W. 14.01.2014 - 11:07:36

Langeweile oder was?!

Wenn man so argumentiert, dann bitte auch Reichstag, Olympiastadion Berlin, Reichsparteitag Gelände in Nürnberg, Seebad Prora auf Rügen, Raketenversuchsanstalt Peenemünde, Görings Luftfahrtmuseum und noch viele andere Bauten abreißen... Idiotie lässt grüßen! Ich frage mich, wer die Kosten zur Herstellung des Kalenders jetzt trägt - Steuerzahler?! Wer versucht auf die Art und Weise die Vergangenheit zu bewältigen, der hat wohl zu lange in der DDR gelebt & gelernt!!! Man hat anscheinend immer noch nicht kapiert, dass nur der Umgang und das Beschäftigen mit der Geschichte hilft, diese aufzuarbeiten und begreiflich zu machen... Wer auch immer wirklich für die Veranlassung zur Vernichtung verantwortlich ist, der sollte sich vielleicht noch mal in die Schule zum Geschichtsunterricht begeben!

Frank 14.01.2014 - 10:42:32

Wo sind bloß die Dichter und Denker nur geblieben ...

Ganz lustig ist das Hörbuch "Das Känguru-Manifest": das Känguru fällt darin durch die Führerscheinprüfung, weil es "rechts-vor-links" nicht akzeptieren will. Am besten, man legt in Zukunft alle gedruckten Publikationen vorsorglich einer Antifa-Kommission und einem Gender-Expertenteam vor, damit nichts politisch inkorrektes durchschlüpfen kann.

märker126 14.01.2014 - 10:41:10

@Blondi

Die Leute, die den "glorreichen Zeiten" nachtrauern könnten sind mind. 65 und aufwärts. Wie viele werden wohl davon bei der Forst beschäftigt sein ?

blondi 14.01.2014 - 10:30:33

richtig so

Gehts denn bitte noch offensichtlcher? Ist mir schon klar, das auch bei der Forst so mancher den einst so "glorreichen" Zeiten nachtrauert. Das war ganz sicher kein dummer Zufall.

MOZ-Leser 14.01.2014 - 10:22:20

ist wohl ein Scherz?

Nur gut aber auch dass unsere Regierung in Berlin in einem Gebäude sitzt welches völlig unbelastet ist durch seine Vorgeschichte. Wenn manche Leute vor Dummheit schreien würden, ach was wär das für ein Krach!

Frank 14.01.2014 - 10:03:31

Zensur überall

Also zum zweiten Mal: Warum darf der Online-Leser nicht wissen, dass im Potsdamer Stadtzentrum die Garnisonskirche für 65 Millionen wieder aufgebaut werden soll, in der sich 1933 Hindenburg und Hitler trafen?

Michael Dittrich 14.01.2014 - 09:31:54

@RALF Gewohnheitsrecht? Die SED Zensur lässt grüßen

Ja, Zensur wie zu Ostzeiten treibt ihre Blüten: Wer es bislang noch wusste was es mit der Geschichte des Gebäudes auf sich hatte, der weiß es jetzt Dank MLF. Nun, das in den Ministerien in BB nicht immer die klügsten Entscheidungsträger sitzen das war doch vorher klar. Und von daher bei der Gestaltung des Kalenders zu berücksichtigen. Von daher wäre das Reichsluftfahrtministerium abzubilden gewesen. Dann hätten die Genossen im Ministerium es für das Jagdschloss von Schäuble gehalten und nur eine Rüge erteilt weil man kein SPD geführtes Ministerium abgebildet hat.

Mörker126 14.01.2014 - 09:29:52

Konsequent

Alle Bauten aus der Zeit 1933 bis 1945 abreißen! Sofort! Und unbedingt wieder die vorherige Zensur einrichten. Dann entsteht kein Schaden mehr. Das konnten die alle vor 1989 besser.

der Holgo 14.01.2014 - 09:26:28

Für mich widerspricht sich das…

…denn wenn es sich um eine Gedankenlosigkeit gehandelt hätte, die in irgendeiner Form eine ungewollte Reaktion bewirkt hätte, dann verstände ich die Argumentation, wenn dem aber so ist, wie es im Artikel steht, dass also der zugehörige Kalendertext die Umstände auch noch erklärt, dann ist doch davon auszugehen, dass man sich im Vorfeld explizit mit der Geschichte auseinandergesetzt hat. Wo ist denn dann das Problem? Und das sage ich als eher Linker.

Sven 14.01.2014 - 07:10:52

Die Kirche im Dorf lassen

Bei aller Verantwortung zur Geschichte, an irgendeiner Stelle sollte dann aber auch mal gut sein. Mal abgesehen davon, dass es jetzt ohnehin zu spät ist, da der Kalender vernichtet ist, sollten sich diejenigen mal hinterfragen, die sich an einem derartigen Kalender gestört haben. Wenn ich den Argumentationen der Kritiker folge, müsste dann nicht auch die Autobahn A12 Berlin-Ffo abgetragen werden, schließlich wurde hier das Kriegsmaterial für den Angriff im Osten transportiert ... Für mich nicht zu begreifen.

lupo 14.01.2014 - 06:11:56

Geschichte bleibt nun mal Geschichte

Bleibt nur die Frage, wie sensibel man damit umgeht. Was ist eigentlich mit Görings Luftwaffenministerium in dem heute der Schäuble rumkutschiert? Bin mir sicher, da gibt es noch mehr wie z.B. Stalins Zuckerbeckerbauten, oder den Reichstag mit der verhöhnenden Inschrift "Dem Deutschen Volke", von dem aus zwei verheerende Weltkriege angezettelt wurden. All das hat danach in der öffentlichen Darstellung nichts mehr zu suchen. Im vorliegenden Kalender ist nun leider der Text unglücklich gewählt und dazu noch das Forsthaus auf das Titelblatt gesetzt worden. Nun ist der Kalender Makulatur und wird nicht eingestampft, sondern allenfalls makuliert. Was bleibt. ist der ideelle und materielle Schaden.

Ulla 14.01.2014 - 01:02:07

20.000 €...

@ Klare Kante, bezahlen Sie den Schaden..

Ralf 13.01.2014 - 22:39:19

Keine Chance

Alles richtig gemacht! Gerade mit dem Begleittext hätte das auch sehr gut missverstanden werden können. Hier ist klare Kante das richtige Zeichen.

Ulla 13.01.2014 - 22:34:12

Notredame

ist auf Millionen Titelbildern ob wohl sich Napoleon sich dort selbst zum Kaiser krönte und ganz Europa mit Krieg überzog... Man sollte mal darüber nachdenken...

Frank 13.01.2014 - 21:27:56

Mustopf

ich wusste nicht, dass die schon mit dem Wiederaufbau begonnen haben. Vorher muss(te) ja noch das dort im Wege stehende Gebäude des zentralen IT-Dienstleisters abgetragen und der gesamte Landesbetrieb mit der gesamten Hardware verlagert werden. Im letzten November stand das Gebäude aber noch ...

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