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Regionalverband Niederbarnim kürt Kandidaten zu Kommunalwahlen in Bernau und Panketal

Noch freie Plätze auf bündnisgrünen Listen

Sabine Rakitin / 13.01.2014, 20:23 Uhr
Bernau (MOZ) Als erste Partei in der Region hat am vergangenen Freitag der Regionalverband Niederbarnim von Bündnis 90/Die Grünen für Bernau und Panketal seine Kandidaten zu den Kommunalwahlen am 25. Mai aufgestellt. Zurzeit führen Klaus Labod im Wahlkreis Bernau I und Thomas Dyhr im Wahlkreis Bernau II die Kandidatenlisten der Partei für die Stadtverordnetenversammlung an. Stefan Stahlbaum steht nach derzeitigem Stand als Erster auf der bündnisgrünen Liste für die Gemeindevertretung von Panketal.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung hatte Jochen Bona, bündnisgrüner Kreistagsabgeordneter und Gemeindevertreter versucht, die Aufstellung der Panketaler Kandidaten auf einen späteren Zeitpunkt verschieben zu lassen und dies damit begründet, dass sich die Fraktion erst am 26. Januar zur Kommunalwahl verständigen werde. Doch er fand für seinen Vorschlag keine Unterstützer.

Bei lediglich einer Enthaltung beschlossen wurde hingegen, die Listen der Niederbarnimer Bündnisgrünen für Parteilose zu öffnen. Und: Bei Bündnis 90/Die Grünen gehen prinzipiell alle ungeraden Listenplätze an Frauen. Gibt es nicht genügend Kandidatinnen, entscheiden die Frauen, ob die freien, ungeraden Listenplätze für Männer freigegeben werden. Die beiden anwesenden weiblichen Mitglieder der Partei, Christine Dyhr (Schönow) und Doris Stahlbaum (Panketal) befürworteten ein solches Vorgehen.

Für die beiden Wahlkreise in Bernau fanden sich keine Frauen, die auf den Listenplätzen 1 und 3 kandidieren wollten. So beschloss die Mitgliederversammlung, die Plätze noch offen zu lassen, falls sich später Interessentinnen bewerben wollen.

Die Männer unter den Niederbarnimer Bündnisgrünen zeigten sich hingegen entschlossen, die ihnen zustehenden Listenplätze auch zu besetzen. Dabei bewarb sich Klaus Labod, der einzige bündnisgrüne Mandatsträger in der Stadtverordnetenversammlung, für Listenplatz 2 im Wahlkreis I. Seit er aus der Freien Fraktion ausgeschlossen wurde - Labod: "Ich weiß bis heute noch nicht, warum" - habe er "oftmals allein auf weiter Flur gestanden", stellte der Schönower fest. Dennoch wolle er erneut kandidieren, sich für "Transparenz von Verwaltungshandeln" einsetzen. "Das war und ist mir immer wichtig", erklärte der Verwaltungsjurist, der im Rechtsamt des Bezirkes Berlin-Pankow tätig ist.

Platz 2 der Kandidatenliste im Bernauer Wahlkreis II hat Thomas Dyhr inne. "Ich habe mitgeholfen, wenn Klaus seine Schlachten geschlagen hat", sagte er. Manche Dinge in Bernau seien "sehr fragwürdig", stellte er fest und erinnerte an die Grundstückskäufe der Stadt in der Klementstraße 10 und der Bürgermeisterstraße 25. Deshalb sei es "enorm wichtig, dass in der Stadtverordnetenversammlung die richtigen Fragen gestellt werden". Dafür sei er als Kriminalist geradezu prädestiniert.

In Panketal führt der Sozialarbeiter Stefan Stahlbaum die bündnisgrüne Kandidatenliste mit Platz 2 an. In der noch laufenden Legislaturperiode hatte der 43-Jährige sein Mandat wegen der Auseinandersetzungen mit Widersacher Jochen Bona niedergelegt. "Ich habe große Lust, noch einmal etwas zu versuchen", begründete er nun seine Kandidatur für die Gemeindevertretung. Diese brauche "eine Verjüngung".

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Kai Wagner 16.01.2014 - 16:42:40

@M. Schaefer:

"Und sollten Andere die besseren Argumente habe, verlassen Grüne- wie auch andere vernünftige und nicht verbohrte Menschen- ihre ursprüngliche Haltung und zeigen Lernfähigkeit." Ist weder bei Labod, noch bei Dürr zu erwarten. Sie sollten die beiden besser kennen.

M. Schaefer 16.01.2014 - 14:08:54

on the woodway

Lieber Herr Dr. Nitschke, dass Bernauer Grüne gegen nachhaltige Abwasserentsorgung wären, ist wohl nicht ganz richtig. Es geht um eine Verfahrensfrage, wie Kosten für eine Infrastruktur auf die Allgemeinheit umgelegt werden. Eigentum verpflichtet halt, und so steht es auch im Grundgesetz. Ein grüner Bernauer Vertreter sitzt nicht in der WAV-Versammlung. Im Falle von Melchow hatte sich der den Grünen nahe stehende Einzelkandidat Thorsten Kleinteich gegen den Beitritt in den WAV Panke Finow und für eine dezentrale Klärlösung ausgesprochen. Im WAV Zweckverband und im Stadtparlament von Biesenthal hat sich der grüne Umweltingenieur Rustige wiederholt für nachhaltigere und kostengünstigere Abwasserbehandlungen eingesetzt. Man sollte differenzieren können- und sich erinnern! Ich kann mich jedoch nicht erinnern, bei der Kandidatenvorstellung in Bernau mein persönliches Einkommen erwähnt zu haben, sodass Sie die Kategorie "gutverdienend" mit "Grüne" verknüpfen können. Ich weiß nur, dass ich regelmäßig zuviel gezahlte Steuern zurück erhalte. Das dient wohl eher einer Stimmungsmache zur Schubladenvorstellung "böse guterdienende Grüne". Dr. Hübler von der PDS in Bernau hat mir sein Einkommen auch noch nicht verraten, und auch nicht der Zahnarzt und Immobilienbesitzer Wesslau von der Fraktion der "Unabhängigen", letzterer ist einer der Wortführer im Altanschließer-Abwahlverfahren. Ich kritisiere durchaus, dass Herr Handtke in fast allen Aufsichtsräten der städtischen und sonst irgenwie Gesellschaften meist noch als Vorsitzender mitwirkt. Aber das hat mit dem Abwahlverfahren wegen der Altanschließerbeiträge doch wohl kaum etwas zu tun. Die Interessen der Bürger in ihrer Stadt sind so vielfältig, dass man es nicht allen recht machen kann, weil sie sich teilweise auch widersprechen. Also zeigt man Flagge, wofür oder wogegen man ist. Und dafür stehen die Grünen im Niederbarnim durchaus. Und sollten Andere die besseren Argumente habe, verlassen Grüne- wie auch andere vernünftige und nicht verbohrte Menschen- ihre ursprüngliche Haltung und zeigen Lernfähigkeit.

Dr. Volker Nitzsche 15.01.2014 - 16:03:44

Bernauer Grüne gegen nachhaltige Abwasserentsorgung

Freie Listenplätze sind das eine, bürgernahe Politik das andere. Bündnisgrüne stehen im Allgemeinen für nachhaltigen Umweltschutz. Beispielsweise sollten sie sich - in Übereinstimmung mit entsprechenden EU-Richtlinien - in Siedlungsgebieten mit weniger als 500 Einwohnern für den Bau von Kleinkläranlagen einsetzen. Die Bernauer Vertreter sind da aber ganz anders. Sie treten nicht gegen den teuren und nicht nachhaltigen Ausbau der Abwasserkanalisation im Umland der Stadt auf, der mit den Altanschließerbeitragsmillionen finanziert werden soll. Ein Herz für die Kleinen Leute, die sich nach Aussage der saarländischen CDU-Ministerpräsidentin ihr Häuschen vom Mund abgespart haben, besitzen gutverdienende Grüne offensichtlich nicht. Vielversprechend klingt die Ankündigung, die Kandidaten würden ihren juristischen und kriminalistischen Sachverstand für Transparenz einsetzen. Sollen die Interessenkonflikte der Multifunktionsträger und deren Beziehungen zu den „Töchtern“ der Stadt transparent gemacht werden, etwa mit Hilfe der Kronzeugenregelung wie bei der Zerschlagung des Bierkartells? Vielleicht ist dann auch mal von den Interessen der Bürger und ihrer Stadt die Rede und nicht immer umgekehrt. Ebenso wäre ein kritischer Blick auf solche Richter wünschenswert, die Entscheidungen zum Wohlergehen der öffentlichen Hand treffen, damit es ihnen selbst gut geht.

Kai Wagner 15.01.2014 - 07:18:38

Auf Tauchstation

Der Mehrheit der Grünen im Barnim besteht aus wohlsituierten, west-sozialisierten bundesdeutschen Kleinbürgern, denen die einstigen Ideale der grünen Partei völlig egal sind. Wenn sie überhaupt Interesse an der Partei haben, geht es ihnen vordergründig nur um eigene Karrieremöglichkeiten. Aufgrund der Westdominanz und vor allem wegen ihrer Beamtenmentalität sind ihnen Leute wie Bona, der anscheinend noch einige grüne Ideale pflegt, ein Dorn im Auge. Dass man mit dem in letzter Zeit gepflegten Abstimmungsverhalten z.B. bei der Landratswahl oder zum HOKAWE - das Gerücht, dass Vizelandrat Bockhardt massiven Einfluß auf die grüne Fraktion genommen hatte, ist noch immer nicht ausgeräumt - oder gar mit den absolut bürgerunfreundlichen Querschüssen von Labod in der Bernauer SVV oder den Besser"wessi"reien und Polizeiaktionen des Herrn Dürr keinen Wähler hinter dem Ofen vorlockt und sogar gutwillige Sympathisanten verprellt, hat sich nicht nur bei den Panketaler Bürgermeisterwahlen erwiesen. Zu dem unsäglichen Tun dieser sogenannten "Führungsspitze" gehört auch, dass man regelmäßig auf Tauchstation geht, wenn man Gegenwind vom Wähler spürt. Herr Bona wäre gut beraten, diese Partei schnell zu verlassen und einen politischen Neuanfang zu wagen. Die Grünen im Barnim wird es mit diesem vorhandenen Personal jedenfalls nicht mehr lange geben.

Christian Rehmer 14.01.2014 - 14:01:48

Wo ist die Ökologie geblieben?

Interessant an dem Artikel ist, dass die Themen Umweltschutz, Verkehr, Gesundheit, Ökologie, etc. alle nicht erwähnt wurden. Wenn ich schon die Grünen wählen sollte - was ich schon lange nicht mehr mache - dann doch wenigstens ein bißchen auch für ihre (alte) Kernkompetenz. Transparenz, Verwaltungshandeln und Immobilienverkäufe sind nun wirklich kein Grund ein Kreuz bei dieser Partei zu machen. Ich hoffe, dass gewählte Vertreter_innen der Grünen vor allem zu den oben genannten Themen aktiv werden. Selbstverständlich nicht alleine, denn grüne Themen gehen alle Fraktionen was an!

Frank 14.01.2014 - 12:21:53

Ausgewogenheit

warum immer wieder solche Nicht-Nachrichten über die Grünen?

Kai Wagner 14.01.2014 - 12:06:16

Wo sind die Omas Labod und Dürr?

Als damals die Mauer aufgemacht wurde, haben manche Leute ihre schwer demente Oma nach drüben geschleppt, um die 100 DM Begrüßungsgeld abzusahnen. Die Liste der Grünen kommt mir so ähnlich vor: Hier eine Ehefrau, dort ein Schwippschwager, da eine angeheiratete Tante ? Schon ein sehr seltsamer Verein.

Kommentator 14.01.2014 - 08:04:34

Schade

Schade, dass sich bei den grünen die extremen Kräfte durchgesetzt haben. Mit wehenden Fahnen gestartet und dann bei Bürgerbegehren Straße, Altanschließer, Abwahl usw. immer schön an der Seite der anderen Parteien

Kai Wagner 14.01.2014 - 07:17:16

Wer sagt denn,

dass die für die Bürger antreten? Die Zeiten sind auch bei den Grünen lange vorbei.

Dieter Sauer 13.01.2014 - 23:29:26

Manche Dinge in Benau sind sehr fragwürdig?

Warum sträuben sich die Bündnisgrünen eigentlich gegen die Abwahl von Handke , wenn sie der Meinung sind, dass manche Dinge in Bernau sehr fragwürdig sind? Waren Sie es doch die einst Anzeigen gegen Handke initiiert haben. Aber wenn das Volk revoltiert, dann hält man doch lieber zum Stadtoberhaupt. Ihnen ist sehr wohl bekannt, was alles schief läuft in dieser Stadt! Wenn man für die Bürger antreten will, dann soll man auch zu den Bürgern halten! Dieter Sauer Bündnis für Bernau

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