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Neue Einblicke in die Abgeordnetentätigkeit

Erstmalig tagt der Landtag in Potsdam im neuen Landtagsgebäude.
Erstmalig tagt der Landtag in Potsdam im neuen Landtagsgebäude. © Foto: dpa
Ulrich Thiessen / 22.01.2014, 19:14 Uhr
Potsdam (MOZ) Die erste Plenarsitzung im neuen Landtag. Alles ist ein wenig anders. Im Gegensatz zum Gebäude auf dem Brauhausberg, wo Gäste und Journalisten nur die Rücken der Abgeordneten sahen, befinden sie sich nun hoch über ihnen. Das gewährt ganz neue Einblicke, regelrechte Spionagemöglichkeiten, auch ohne amerikanische Geheimdienste.

Der Arbeitstisch mit den meisten Papieren ist der von Jutta Lieske (SPD). Ein System ist zwischen Ordnern, losen Blättern und Kalender nicht zu erkennen. Ganz anders bei Matthias Platzeck (SPD). Er hört die ganze Zeit, wenn er im Plenum sitzt, den Rednern aufmerksam zu. Akribisch korrigiert er währenddessen immer wieder sein Tablet, sein Smartphone und das Blatt mit der Tagesordnung. Alles muss stets im rechten Winkel liegen.

Hans-Peter Goetz (FDP) hat zu Beginn der Tagung eine Handvoll gelb-blaue Bonbons auf seinem Tisch drapiert. Am frühen Nachmittag hat er sich schon weit vorgearbeitet. Sein Fraktionskollege Raimund Tomczak sieht während der Aktuellen Stunde Fotos an - und zwar Bilder vom Neuen Landtag.

Bei den Linken ist Kerstin Kaiser fleißig und schreibt einen langen Text auf ihrem Laptop. Daneben sitzt Helga Böhnisch und schreibt ebenfalls. Allerdings tut sie das handschriftlich, eine Besonderheit inzwischen. Schließlich gibt es kaum einen Abgeordneten, der nicht demonstrativ Smartphone und Laptop vor sich liegen hat - und es natürlich auch nutzt. Elisabeth Alter (SPD) schreibt eine E-Mail - sicherlich dienstlich, so genau lässt sich das nicht ausmachen. Ein Besucher, der ein Opernglas nutzte, hätte vielleicht Genaueres sagen können.

Christoph Schulze, parteiloser Abgeordneter in den Reihen der Grünen, ist bei mehreren Suchdiensten im Internet unterwegs und landet dann bei kurzen Videosequenzen. Der Mediziner, der seine Facharztausbildung abschließt, scheint sich für Untersuchungen im Schulterbereich zu interessieren. Bei der CDU gibt es keine Auffälligkeiten. Allerdings ist es die Fraktion mit dem größten Bewegungsdrang: rein und raus aus dem Saal.

Die Minister an der Frontseite sehen nur die aufgeklappten Laptops, wenn sie in die Runde blicken. Sie selbst haben dicke Akten vor sich und streichen darin herum. Ab und zu kommt ein Mitarbeiter aus dem jeweiligen Haus und bringt Nachschub. Die Minister haben weniger Platz als im alten Landtag. Steht einer auf, müssen alle anderen rücken. Das hat Folgen. Nie war die Ministerbank so voll.

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Kerstin Kaiser 23.01.2014 - 14:32:22

Transparenzgebot

Nachdem Herr Thiessen heute zu meiner Überraschung berichtete, dass ich einen langen Text auf meinem Laptop geschrieben hätte. Auch wenn ich gern wüsste, wie er da nur einen Text ausmachen konnte, sei hier dem Transparenzgebot genügt: Neben Mitschriften und Entwürfen für Pressemitteilungen aus dem Plenum heraus ging es mir auch um das europapolitische Thema: Selbstbestimmung von Frauen und der Bericht "Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte" ("Estrela-Bericht"), der im Europäischen Parlament im Dezember leider abgelehnt wurde. Kein gutes Zeichen für sozialen Fortschritt in der EU. Leider stand dazu bisher nichts in der MOZ... Kerstin Kaiser (per mail aus dem Plenarsaal)

Elisabeth Alter 23.01.2014 - 10:02:12

Tätigkeiten im Plenarsaal

Sehr geehrter Herr Thiessen, natürlich nur dienstliche und wichtige Mails. Ihnen einen tollen Tag, Ihre Abgeordnete Elisabeth Alter

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