Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bahn mit nüchterner Zwischenbilanz - Gewinn halbiert?

Wohin fährt die Bahn?  Vom Gewinn bleibt nicht viel übrig.
Wohin fährt die Bahn? Vom Gewinn bleibt nicht viel übrig. © Foto: dpa
16.02.2014, 13:38 Uhr
Berlin (DPA) Die Bilanz der Deutschen Bahn für 2013 fällt nach "Spiegel"-Informationen mehr als ernüchternd aus. Zwar blieb der Umsatz stabil - doch vom Gewinn bleibt wohl nicht viel übrig.

Der Gewinn der Deutschen Bahn hat sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" im vergangenen Jahr halbiert. Er soll dem Bericht zufolge unterm Strich 650 Millionen Euro betragen. 2012 waren es noch 1,5 Milliarden Euro gewesen. Selbst von den 650 Millionen Euro werden aller Voraussicht nach noch einmal 525 Millionen Euro abgehen - die kassiert der Alleineigentümer Bund als Dividende. Der Gewinn vor Steuern beträgt laut "Spiegel" etwa 850 Millionen Euro. Der Umsatz sei mit 39 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr jedoch stabil geblieben.

Als Gründe für die schlechte Bilanz nannte das Magazin Probleme bei der Logistiktochter Schenker, gestiegene Personalkosten und höhere Rückstellungen. Das Blatt beruft sich auf Aufsichtsratskreise. Ein Bahn-Sprecher wollte den Bericht am Sonntag nicht kommentieren. Er verwies auf den 27. März - dann will die Bahn ihre Bilanz offiziell vorstellen.

Unterdessen will die SPD eine stärkere Einflussnahme des Bundes auf den Kurs der Bahn durchsetzen. Als Aktiengesellschaft handele sie eigenständig, sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol der Nachrichtenagentur dpa. "Es muss aber gewährleistet sein, dass sie verkehrspolitische Vorgaben umsetzt. Dazu gehört, dass der Bund als Eigentümer über den Aufsichtsrat die Bahn stärker steuert, damit klar ist, wo die Reise hin geht."

"Wir haben uns in der Koalition verständigt, dass die Gewinne der Bahn aus dem Schienennetz wieder vollständig in die Infrastruktur zurückfließen", sagte Bartol. Unter dieser Voraussetzung ließe sich auch die Dividende an den Bund rechtfertigen.

Auch die Spekulationen um einen möglichen Vorstands-Posten für Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) nehmen kein Ende. Nach Angaben des Magazins "Focus" schwinden seine Chancen auf einen Wechsel in den Vorstand der Bahn. Aufsichtsrat Heinrich Weiss habe dem Blatt geschrieben, eine Vergrößerung des Vorstandes nur für diese Funktion, wäre im Hinblick auf die damit verbundenen Kosten und die Wirkung auf Mitarbeiter sowie Öffentlichkeit fragwürdig.

Stattdessen schlug Weiss vor, Pofalla eine vorgesehene Aufgabe als Cheflobbyist in der Position eines Generalbevollmächtigten zu übertragen.

Für Bahn-Chef Rüdiger Grube würden die aktuellen Zahlen das schlechteste Ergebnis seiner Amtszeit bedeuten. In ihrem bisher besten Jahr 2007 hatte die Bahn bei 31,3 Milliarden Euro Umsatz ein Betriebsergebnis von 2,9 Milliarden Euro erzielt. Unterm Strich blieben damals 1,7 Milliarden Euro Gewinn.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Isenhagen 18.02.2014 - 14:36:45

selbst Kommentare

mit denen man auf die Zensur der MOZ hinweist werden jetzt schon gestrichen

Horst Grünberg 17.02.2014 - 08:56:31

Weitergabe gern gestattet

Lieber Herr Valentin, selbstverständlich können Sie meinen Plan weiterverwenden, es gibt keine Urheber- oder Honoraransprüche. Viele Erfolg

Frank Valentin 17.02.2014 - 07:01:41

Lieber Herr Grünberg,

Ihr Rettungsplan ist genial! Vor allem die Sache mit Mähdown gefällt mir sehr. Kann ich den Plan (natürlich mit Quellenangabe) bei mir im Blog bringen? (vallisblog.blogspot.com)

Horst Grünberg 16.02.2014 - 18:53:10

Dringender Maßnahmeplan zur Rettung der Bahn

Folgender Maßnahmeplan für operative Bahnrettung: 1. Grube absetzen, hat viel zu viel Sachverstand und Realitätssinn für die Bahn, ggf. Multitalent Mehdorn zurückholen. 2. Sofort Pofalla in leitende Funktion einsetzen, totale Unkenntnis der Materie und Rückgrat aus Gummibärchensaft garantieren schnellste Erfolge 3. Den Fernbusmarkt mit Dumpingpreisen, gestrichenen Sicherheitsanforderungen und ggf. rumänischen Fahrern zuungunsten der Regionalbahn unbedingt ausweiten. 4. Tarifgebundene Eisenbahner schnellstens entlassen und ausländisches Personal über Leiharbeitsfirmen einetzen. 5. Liberalisierung im LKW-Verkehr schnellstens vorantreiben, so daß sich jeder Führerscheinbesitzer so ein Ding holen kann und in Selbstausbeutung so ein Ding in 24-Stunden-Schichten täglich zu Dumpingpreisen durch die Gegend schaukeln kann. 6. Bahn mit noch höheren Fahrwegekosten zugunsten der Straße belasten. 7. Liberalisierung um jeden Preis, um Billiganbietern im Personen- und Güterverkehr auf Mini- und Mikrostrecken den Einstieg zu erleichtern und das ehemalige in sich wie ein Getriebe funktionierende Eisenbahnsystem Deutschlands endgültig zu zerstören. 8. Privatisieren und Börsengang um jeden Preis, denn Verkehrsinfrastruktur darf nicht mit Steuergeldern finanziert werden, die werden für Drohnen, Jagdflugzeuge und Auslandseinsätze gebraucht. 9. 80 Millionen Handzettel drucken "Nur Liberalisierung bringt unsere Bahn vorwärts".

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG