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Rekordzahl an Wölfen in Brandenburg

Mit einer Wärmeschutzkamera aufgenommen: Junge Wölfe in Jüterbog (Kreis Teltow-Fläming). Die streng geschützten Tiere fühlen sich wohl in Brandenburg. Sie haben sich vor allem auf ehemaligen Militärflächen angesiedelt.
Mit einer Wärmeschutzkamera aufgenommen: Junge Wölfe in Jüterbog (Kreis Teltow-Fläming). Die streng geschützten Tiere fühlen sich wohl in Brandenburg. Sie haben sich vor allem auf ehemaligen Militärflächen angesiedelt. © Foto: LUGV
29.07.2014, 20:10 Uhr - Aktualisiert 30.07.2014, 07:00
Potsdam (MOZ) In Brandenburg gibt es derzeit so viele Wölfe wie noch nie seit der Rückkehr der Tiere in den 1990ern. Der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude, schätzt die Zahl auf mehr als 100 Exemplare. Die diesjährigen Welpen sind dabei noch nicht mit eingerechnet.

Wolfsrudel existieren zurzeit in Brandenburg. Hinzu kommen die Reviere von fünf Einzeltieren. Die Zahl der Welpen konnte laut Freude noch nicht genau bestimmt werden. In Jüterbog (Teltow-Fläming) sind es fünf Stück. Es können aber auch mehr sein, erklärt er. Die Wölfe haben sich in Brandenburg vor allem auf ehemaligen Militärflächen und Braunkohletagebauen angesiedelt. "Anzutreffen sind die Tiere aber im ganzen Land. Auch am Stadtrand von Frankfurt (Oder) und Cottbus wurden sie schon gesehen", so Freude.

Die Rudel leben vor allem in der Region um Jüterbog im Südwesten des Landes, in der Lausitz an der Grenze zu Sachsen, aber auch in der Kyritz-Ruppiner Heide und an der Grenze zu Niedersachsen in der Prignitz.

Freude erklärt, dass der Schaden an Nutztieren in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist. 2011 war er mit 87 gerissenen Schafen, einer Ziege, 13 gezüchteten Damhirschen und einem Jungrind am höchsten. In diesem Jahr wurden 36 Schafe, drei Hirsche und ein Kalb als gerissen registriert. Die vom Umweltministerium ausgezahlten Schadenersatzleistungen betrugen vor drei Jahren noch mehr als 15 000 Euro und sanken auf 1350 in diesem Jahr.

Das Landesumweltamt macht die verstärkten Vorkehrungen bei Landwirten und Schafhaltern für die sinkende Zahl an gerissenen Nutztieren verantwortlich. "Der Wolf bleibt für die Schäfer aber eine Zumutung", betonte Freude. Es sei vor allem mit mehr Arbeit verbunden, die höheren Schutzzäune aufzustellen, die Wölfe nicht überspringen können. "Bei Haupterwerbsschäfern gibt es praktisch keine Schafsrisse durch Wölfe mehr", konstatiert Freude.

"Das ist kein Verdienst der Politik", kontert Knut Kuczinski gegenüber dieser Zeitung. Der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg erklärt, dass die Schäfer in den vergangenen Jahren sich Herdenschutzhunde angeschafft haben. Im Gegensatz zu den Nachbarländern habe Brandenburg dies nicht finanziell unterstützt. Der Unterhalt eines einzelnen solchen Tieres kostet laut Kuczinski rund tausend Euro im Jahr. Der Schäfer aus Ostbrandenburg hat zehn Herdenschutzhunde angeschafft. "In den kritischen Gebieten in der Lausitz geht inzwischen nichts mehr ohne Herdenschutzhunde", sagt der Verbandsvorsitzende.

Seit den 90ern sind in Brandenburg 30 tote Wölfe aufgefunden worden. Neben Autounfällen als wichtiger Todesursache nimmt auch die Zahl der illegal erlegten, streng geschützten Tiere zu.

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Torsten 04.08.2014 - 10:38:46

Wölfe

Das Bild zum Artikel stammt nicht aus Jüterbog TF sondern ist eine Aufnahme vom TUEP Lehnin PM aus 2013. Auch werden keine Waerme Schutz Kameras verwendet sondern Infrarotwildkameras.

Onkel Hotte 31.07.2014 - 06:55:03

Mann Thomas

Das einzige was Du fuer die Umwelt machst , ist eine Kiste Krombacher kaufen um 1 m2 Regenwald zu retten. Genau das kann ich aus Deinen Kommentaren heraushoeren. Ach so wenn das mit den hohen Steuern ironisch war, haette es wenigstens danach klingen muessen. Ich konnte keine Ironie erkennen. Und dann anschliessend die "Robbe" machen und ueber andere Menschen herziehen, weil es doch eh in jedem zweiten Beitrag um hohe Steuern geht. Puh was fuer Typen sich hier rumtreiben und den "Guten Menschen" geben.

Skeptiker 30.07.2014 - 18:53:05

Umweltschutz/Naturschutz/Tierschutz

Ich hätte da noch was aktuelles zum Thema: http://www.focus.de/finanzen/steuern/naturschutz-extrem-50-000-euro-steuergeld-phantom-spinne-macht-nagelneue-landstrasse-zunichte_id_4026825.html Es soll ja Leute geben, die eine Spinnenphobie haben (mir fällt gerade das Fremdwort dafür nicht ein) Ich bleibe dabei: es wird übertrieben! Der Biber gehört auf die Speisekarte, vielleicht kann man auch Wölfe essen, ich weiß es nicht.

Thomas 30.07.2014 - 15:16:40

Wölfe

Das mit den hohen Steuern war ironisch gemeint, weil es doch eh in jeden zweiten Beitrag hier darum geht, wie schlecht es uns doch allen geht und wir soviel hohe Steuern zahlen und überhaupt alle böse und gegen einen sind und Schuld sind dann immer die "Grünen Strolche", "Gutmenschen", "Wölfe und Biber", geschütze Vogelarten und die Politiker. Quasie nach dem Motto, wenn die nicht wären, wäre alles gut. ;) Steuern zahlen für Umweltschutz? Ich mach das über Spenden, solltet ihr auch mal probieren, kann man sogar bei der Steuerklärung angeben. Ihr könnt schreiben was ihr wollt, ich mag die Wölfe und weiß dass sie hier her gehören. Die vielen Biber stören mich auch nicht, im Gegenteil, aber vielleicht liegt das wirklich daran, dass ich nicht im Sumpf wohne.

Isenhagen 30.07.2014 - 14:59:33

Das Problem sind doch

schon lange nicht mehr die Wölfe oder Kröten. das Problem sind einige wenige wichtigtuerische Grünköpfe, die meinen, dass sie die einzigen und wahren Naturkenner,-liebhaber und-schützer sind. Mit denen muss aufgeräumt werden. Dann setzt sich auch wieder die Vernunft durch.

westen 30.07.2014 - 13:52:11

@ Thomas

Für mich ist der übertriebene Umweltschutz schon lange eine Belastung für die Menschheit. Es werde große Bauvorhaben gestoppt,nur das irgend so ein Vogel pp brüten kann. Der normale Steuerzahler muss dann noch die Zeche zahlen. Wenn Häuser renoviert werden,wird fast nie Rücksicht auf die Menschheit genommen. Bei Tieren pp,wir sofort ein Baustopp vollzogen. Wo sind da die Gleichgewichte? Hier bei uns,wird der Umweltschutz schon zu einer Glaubensfrage. Warum: Weil viele Interessengruppen gut davon profitieren und sehr viele Fördergelder vom Staat fließen. Umweltschutz ja,darf aber nicht übertrieben werden.

leser 30.07.2014 - 13:47:20

@Thomas

Vielen Dank für das Wort zum Sonntag. Die Nummer mit den Wölfen ist im Moment doch wirklich noch völlig in Ordnung. Beim Biber fing das auch mal ganz harmlos an und läuft inzwischen aus dem Ruder. Wer von den entstehenden Problemen nicht tangiert wird, hat gut lachen. Der kann sich diese naturromantische Blauäugigkeit leisten.

Thomas 30.07.2014 - 13:20:32

Wölfe

Schon daran gedacht, dass der Mensch nicht das einzige Lebewesen auf dieser Erde ist ? Wir haben genug Raubbau an der Natur betrieben und sind leider immer noch dabei nachzulegen! Lasst uns doch froh sein, dass nicht alles schief läuft. Deutschland bemüht sich sehr, Stichwort Grünbrücken, Amphibienleiteinrichtungen usw. . Ein Tropfen auf den heißen Stein ist sicher besser als gar nichts. Es ist doch herrlich durch die Wälder streifen zu können mit Aussicht Wölfe zu begegnen! Anliegerbeiträge o.ä. sind immer scheiße, v.a. für die Betroffenen und überhaupt sind die Steuern viel zu hoch und die da oben machen ja eh was sie wollen usw. . Macht euch mal nicht unnötig heiß, die Wölfe werden vermutlich lernen mit den Mensch zurecht zu kommen. Und noch was: Umweltschutz ist Menschenschutz!!!

Skeptiker 30.07.2014 - 12:04:24

@Herr/Frau Westen

Sie haben recht. Umweltschutz/Tieschutz wird an vielen Stellen übertrieben. Ich denke da nur an Krötentunnel oder Wildbrücken, letzere auch noch ausgestattet mit automatischen Kamera-Systemen. Immer heißt es, wir müssen sparen, für dies und das ist kein Geld da, aber für Krötentunnel ist immer Geld da, oder wer bezahlt die Anliegerbeiträge??

westen 30.07.2014 - 10:23:11

Wölfe !

Vermutlich,müssen die dort lebenden Menschen bald umsiedeln,damit die Wölfe dort ungestört leben können. Was für ein Schwachsinn,diese Tiere in einem dicht bewohnten Land in dieser Größenordung geschützt zu halten. Umweltschutz geht hier wieder vor Menschenschutz.

Leser 29.07.2014 - 21:46:10

Super oder nicht?

In ein paar Jahren wird jemand diesen Artikel rauskramen und sich über die Zahl 100 amüsieren.

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