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Land unter Plastik: Umweltschützer gegen Spargelanbau mit Folie

Der massenhafte Anbau von Spargel unter Folie in Brandenburg stößt auf Widerstand bei Umweltschützern.
Der massenhafte Anbau von Spargel unter Folie in Brandenburg stößt auf Widerstand bei Umweltschützern. © Foto: dpa
20.09.2014, 14:05 Uhr
Potsdam (dpa) Der massenhafte Anbau von Spargel unter Folie in Brandenburg stößt auf Widerstand bei Umweltschützern. Die industriemäßig betriebene Versiegelung der Landschaft müsse gestoppt werden, fordert die Bürgerinitiative "Landschaft ohne Folie".

Neben der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes fürchtet sie auch negative Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt. Aus Sicht des Potsdamer Umweltministeriums besteht dagegen kein Anlass zur Sorge. Bislang seien keine großen Beeinträchtigungen für Flora und Fauna durch Folien-Spargel festgestellt worden, erklärte Umweltministerin Anita Tack (Linke) auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag.

Folie wirkt bei Spargel wie ein Mini-Treibhaus und sorgt dafür, dass das Gemüse schneller wächst. Scheinbar endlos erstrecken sich während der Saison die Erdwälle und die darüber liegenden Folien. Brandenburg ist Spargelland: 17 000 Tonnen Spargel konnten in diesem Jahr geerntet werden. Hauptanbaugebiet ist die Region um Beelitz.

Die bewirtschafteten Flächen sind oft über sechs Monate mit Folie überzogen. Nach Angaben der Bürgerinitiative waren allein um den Beetzsee rund 450 Hektar "unter Plastik verpackt". Wohin sollen Wildtiere, Vögel, Schmetterlinge, Käfer und Bienen ausweichen?, fragt die Initiative. Mit jedem weiteren Hektar Folienversiegelung werde weiteren Tieren ihr Lebensraum genommen, hieß es. Aus "reinem Kommerzdenken" würden immer mehr Landstriche mit Monokulturen versiegelt.

Nach Angaben des Umweltministeriums hat sich die Spargelanbau-Fläche in Brandenburg in den vergangenen 15 Jahren mehr als verdoppelt. Wurde im Jahr 2000 auf 1770 Hektar Stangengemüse angebaut, waren es im Jahr 2014 fast 4200 Hektar.

Umweltministerin Tack erklärte, von einer Versiegelung der Flächen könne nicht gesprochen werden. Die streifenförmige Anordnung der Erdwälle und die dazwischen liegenden folienfreien Laufwege ermöglichten eine vollständige Versickerung des Niederschlagwassers. Auch größere negative Folgen für Brutvögel seien bislang nicht belegt. Akuten Handlungsbedarf gebe es daher nicht, erklärte Tack. Es werde aber geprüft, ob nähere Untersuchungen erforderlich seien.

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Gerald Winkler 21.09.2014 - 09:21:19

Verschandeltes Landschaftsbild?

Gegen die Windmühlen scheinen die "Umweltschützer" weit weniger Bedenken zu haben. Verlogener geht's nicht.

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