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Bundeswehr wirbt um Führungskräfte aus der Wirtschaft

Rekrutierung: Die Bundeswehr - hier bei einer Veranstaltung für Offiziersbewerber - sucht neue Kräfte.
Rekrutierung: Die Bundeswehr - hier bei einer Veranstaltung für Offiziersbewerber - sucht neue Kräfte. © Foto: picture alliance / dpa
Henning Kraudzun / 05.02.2015, 18:04 Uhr
Geltow (MOZ) Die Bundeswehr will ihre Reservistenarbeit in Brandenburg verstärken. Neben einer im Jahr 2013 in Dienst gestellten Kompanie, die vor allem für Sicherungsaufgaben und Katastrophenhilfe im Land angefordert werden soll, stehe auch die Anwerbung von Führungskräften aus Wirtschaft und Verwaltung im Mittelpunkt, sagte Peter Franke, stellvertretender Kommandeur des Landeskommandos, am Donnerstag in Geltow (Potsdam-Mittelmark). Diese sollen unter anderem als "Multiplikatoren" für die Truppe dienen. Es gehe dabei auch darum, "Fähigkeitslücken" zu schließen.

Nach Aussagen des Kommandosprechers Uwe Nowitzki wurden bereits hochrangige Persönlichkeiten zu Wehrübungen eingeladen. Für sie bestehe die Möglichkeit, mit dem Dienstgrad eines Oberleutnants in den Reservedienst einzusteigen. So habe bereits Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zwei Mal an einer Übung teilgenommen, berichtet er. Neben Politikern und Unternehmern stehen auch Mediziner in den Reihen der Reserve-Einheiten, darunter die Chefärztin der HNO-Klinik in Brandenburg/Havel.

Anfang November soll in Potsdam ein von der Bundeswehr organisierter Lehrgang für zivile Führungskräfte in Potsdam stattfinden, eines der ersten Treffen dieser Art. Die Idee, hochqualifiziertes Personal zu gewinnen, geht auf eine Konzeption des damaligen Verteidigungsministers Thomas de Maizière (CDU) zurück. "Die Bedeutung der Reservisten für die Bundeswehr ist ins Unermessliche gestiegen", sagte Franke und verwies auf die Folgen der Strukturreform. Vor allem für Soldaten im Auslandseinsatz müsse in der Heimat zeitweiliger Ersatz geschaffen werden.

Auch bei der neu geschaffenen Reservekompanie des Landeskommandos - eine von bundesweit 30 entsprechenden Einheiten - sei man auf einem guten Weg, in den kommenden Monaten die restlichen zehn von insgesamt 110 Stellen zu besetzen. Geführt wird die Einheit ebenfalls von einem Reservisten, der als Geschäftsführer der Märkischen Wasser- und Abwassergesellschaft in Kleinmachnow tätig ist. Die Reservisten wurden bereits im Wachdienst ausgebildet. Darüber hinaus sollen sie in Bedrohungslagen auch die Sicherung von wichtiger Infrastruktur übernehmen. "Wenn zum Beispiel ein Kraftwerk geschützt werden muss, stehen diese Einheiten an Zufahrtsstraßen", erläutert Franke.

Derweil kündigte das Landeskommando an, dass am 20. Juni ein weiterer Oderlandmarsch entlang der Neiße organisiert wird - ein Wettbewerb von Soldaten, Feuerwehrleuten sowie Polizisten auf polnischer und deutscher Seite. Gestartet wird der 40-Kilometer-Rundkurs in Guben, Ziel ist die Nachbarstadt Gubin. 300 Teilnehmer werden erwartet.

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na Hallo 06.02.2015 - 14:21:17

Bundewehr wirbt?

Für was wirbt die BW? Was sollen die den aus der Wirtschaft beim Bund. Die Sch....e richte die man verzapft hat. Mein Sohn wollte nach seinen 24. Mehrmonatigen freiwilligen Dienst wieder zurück zum Bund weil er keinen Job fand. Ging nicht weil er seine Ausbildung nicht abgeschlossen hatte. Also braucht man keine ausgebildeten Soldaten. Man könnte ja Geld und Zeit sparen. Zumal er schon Erfahrung hatte im Auslandseinsatz. Aber eine Sogenannte Familien freundliche Armee zu fordern ist doch ein Witz. Die Soldaten im Auslandseissatz sagen den den Gegner unsere 40. Stunden sind vorbei wir kommen Montag wieder. Schönes Wochenende. Frau Bundesministerin bringen sie doch endlich mal die Truppe auf Vordermann. Aber das geht ja nicht. Und noch eins. die BW ist eine Armee die von einen Zivilen Wachschutz mit bewacht wird. Das ist doch wohl nicht mehr erforderlich. Da könnten Gelder gespart werden. MfG

.... 05.02.2015 - 20:39:22

Klingt eher nach Verzweiflung ...

... das letzte Aufgebot, ein wahrer "Volkssturm" :)

kurt 05.02.2015 - 19:29:06

"Multiplikatoren" für die Truppe

einfach nur lächerlich, Woidke zur Übung eingeladen? Fehlten nur noch Joschka Fischer und Jürgen Trittin als Führungskräfte aus der Wirtschaft. Thomas de Maizière (CDU) "Die Bedeutung der Reservisten für die Bundeswehr ist ins Unermessliche gestiegen" Seltsam, warum wurde die Wehrpflicht abgeschafft? Der Bundeswehr fehlt es scheinbar an Leuten, kein Wunder bei nur überwiegend überbezahlten Angestellten. Reservisten sind effizienter. Es leben die zukünftigen Kampfgruppen der Bundesrepublik Deutschland, unter der Führung von Rudolf Scharping. Hurra, Hurra, Hurra.

Isenhagen 05.02.2015 - 18:33:58

niemals so etwas

keine Sekunde für diese oder eine andere Armee. Wenn ich auf jemanden schieße, dann bestimme ich das selbst und sonst niemand und überhaupt nicht die hier lebenden parteipolitiker

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