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Große Hilfsbereitschaft für Zdzislaw Matras

Wertvolle Unterstützung: Der Frankfurter Roland Totzauer (l.) übergab Zdzislaw Matras am Dienstag in der Redaktion der "Märkischen Oderzeitung" das Geld, das von zahlreichen Lesern und anderen Spendern überwiesen wurde.
Wertvolle Unterstützung: Der Frankfurter Roland Totzauer (l.) übergab Zdzislaw Matras am Dienstag in der Redaktion der "Märkischen Oderzeitung" das Geld, das von zahlreichen Lesern und anderen Spendern überwiesen wurde. © Foto: Michael Benk
Dietrich Schröder / 18.02.2015, 07:00 Uhr - Aktualisiert 18.02.2015, 13:50
Frankfurt (Oder) (MOZ) Eine Spendenaktion für den früheren polnischen Polizisten und jetzigen Rentner Zdzislaw Matras hat ein großes Echo unserer Leser hervorgerufen. Am Dienstag konnte der Initiator der Aktion, Roland Totzauer, 8600 Euro übergeben, die 244 Spender überwiesen hatten.

"Mir fehlen die Worte. Mit einer solchen Anteilnahme und Unterstützung hätte ich nie gerechnet. Vielen Dank an Herrn Totzauer und alle Leser Ihrer Zeitung!" Zdzislaw Matras war überwältigt vor Freude, als er am Dienstagvormittag das Geld erhielt, das ihm so viele Brandenburger überwiesen hatten, die sein Schicksal bewegte.

"Herr Matras ist absolut ein Held, er beweist viel Mut und Courage und er gibt trotz dieser Repressalien nicht auf!" Solche Anrufe, Briefe oder Mail-Zuschriften, wie die von der Fürstenwalderin Gisela Lier, die sich mit 50 Euro beteiligte, hat der Organisator der Aktion - der Frankfurter Roland Totzauer - in den vergangenen Tagen dutzendfach erhalten.

Zur Erinnerung: Vor genau zwei Jahren hatte Zdzislaw Matras unserer Zeitung über eine Bande aus seinem Dorf Lubiechnia Wielka östlich von Slubice berichtet, die sich auf den Diebstahl deutscher Fahrräder spezialisiert hatte. Und zudem darüber, dass alle seine Hinweise dazu bei den polnischen Behörden ins Leere gelaufen waren und er deshalb vermutete, dass die Diebe von der zuständigen Polizei in Rzepin gedeckt würden.

Der Effekt dieses Berichts waren jedoch nicht etwa intensivere Ermittlungen der polnischen Behörden, sondern dass die Staatsanwaltschaft Slubice ein Ermittlungsverfahren gegen Matras wegen angeblicher Verleumdung des damaligen Rzepiner Polizeichefs einleitete. Am Ende eines sehr langen Prozesses wurde der inzwischen 64-jährige Matras am 9. Januar dieses Jahres tatsächlich zur Zahlung von 2000 Zloty (knapp 500 Euro) an die polnische Rechtshilfe, zur Übernahme der Gerichtskosten von ebenfalls 500 Euro sowie zur Unterlassung weiterer Aussagen in dieser Angelegenheit verurteilt. Da der Pole nur umgerechnet 350 Euro Rente erhält und außerdem noch erhebliche Anwaltskosten zu zahlen hatte, stand er jetzt auch noch vor einem großen finanziellen Problem.

"Ich hätte vielleicht mit maximal 700 Euro Unterstützung für Matras gerechnet." Auch der Frankfurter Arbeitslose Roland Totzauer, der Matras schon während des Prozesses mit einer Gruppe weiterer Fahrradfreunde besucht hatte und jetzt zu der Spendenaktion aufgerufen hatte, war von der großen Summe überrascht. Zdzislaw Matras hat sich aber schon Gedanken gemacht, was er mit dem Geld machen will.

"Zum einen finanziere ich damit die Berufung, die mein Anwalt und ich bereits am 10. Februar beim Bezirksgericht in Gorzów gegen das Urteil von Slubice eingelegt haben", sagt er. Er will aber auch seinen Stiefsohn Radoslaw Pluskota unterstützen. Der Mitarbeiter des polnischen Grenzschutzes soll in Kürze wegen des "Verrats staatlicher Geheimnisse" angeklagt werden. Dieser Vorwurf stützt sich darauf, dass Pluskota seinem Stiefvater angeblich dienstliche Informationen zu dessen Verdächtigungen gegeben haben soll. Pluskota wurde deshalb schon im Herbst vom Dienst suspendiert. "Außerdem will ich eine professionelle Detektei in Slubice damit beauftragen, mir weitere Informationen zu den Fahrraddieben zu beschaffen", sagt Matras.

Eine Übersicht über alle Spender findet sich auf der Internetseite: www.rotofo.de/matras

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gutmensch 19.02.2015 - 07:11:15

@frau lademann

auch genau solchen patriotismus lehnte sie ab.

Edeltraud Lademann 19.02.2015 - 00:10:57

@ Gutmensch: wir sind hier zu weit weg vom Thema

Lesen Sie bitte meine Antwort unter dem Artikel: "USA verlegen Kampfjets nach Deutschland", 18.02.2015 Angesichts der globalen Bedrohung durch die dreisten Weltmachtgelüste der Herrschenden in den USA ist an R.L. revolutionären Internationalismus nicht zu denken. Wir können froh sein, wenn wir es schaffen, den Frieden wieder herzustellen an der Grenze zu Russland. Deshalb der eher passive Patriotismus mit "Ami go home".

gutmensch 18.02.2015 - 22:08:55

@frau lademann

ja, das hatten sie hier schon angedeutet. ich denke, ich kenne mich einigermaszen aus mit r.l.. nur ihre polnischen schriften sind ziemlich unbekannt, da sie erst spaet im gesamten uebersetzt wurden, sicher auch weil sie vielen deutschen "linken" nicht in ihr internationalistisches su-hoeriges weltbild passten. rosas linkssein war jedenfalls vehement antinational, elsaesser dagegen propagiert den (national)sozialismus/-kommunismus der dummen kerle, den sie strikt ablehnte. aber so laesst sich halt einfacher geld verdienen...

Edeltraud Lademann 18.02.2015 - 21:33:37

@ Gutmensch

Ich hab vor vier Wochen im "Kulturtreff" im Gemeindezentrum einen zweistündigen Vortrag zu Leben und Werk Rosa Luxemburgs gehalten. Da hätte ich Sie auch gern dabei gehabt,ehrlich. Vielleicht wären Sie erstaunt gewesen. Kürzlich las ich dort Bertolt Brecht. Die "linksgruenen gutmenschen" müssen erst noch zu links und grün wieder zurück finden und zu gut natürlich auch.

gutmensch 18.02.2015 - 21:11:45

@frau lademann

stimmt, schlimmer geht nicht. geklaute fahraeder, mir wurden auch schon zwei hoeherwertige raeder gestohlen worden, sind echt das fieseste, was diese linksgruenen gutmenschen sich ausdenken konnten. kennen sie von rosa l. die polnischen schriften? ich kann mir vorstellen, das koennte sie interessieren.

Edeltraud Lademann 18.02.2015 - 20:41:53

Achso, PI-news griff das auf, musste ich erst mal nachforschen.

Ich las direkt bei der FAZ. Ja, so ist das mit den Vorurteilen. Mir sagen die übrigens nicht zu, schon lange nicht, diese PI-Verfechter.

Edeltraud Lademann 18.02.2015 - 20:23:28

Die Jakobiner waren schon heftig in ihrer Moral...

aber es ging ja weiterin die Geschichte, näher an unsere Gegenwart. Vor lauter Angst, die eigene Haut zu retten, pervertiierten die werten Schriftstellergenossen die Denunziation ins Abgründige: http://www.zeit.de/1992/03/salto-vitale/seite-2 Sind die im Gutmenschen- und Bessermenschentum noch zu übertreffen?

gutmensch 18.02.2015 - 19:56:19

@frau lademann

sie sind dann halt bestmensch!

Edeltraud Lademann 18.02.2015 - 19:44:01

das gibt´s doch nicht!

Gerade eben wollte ich diesen FAZ- Artikel von dem begnadeten Markus Günther hier verlinken, und nun steht er schon hier. Da steht so viel Wahres drin. Wer bereits betroffen war oder ist, kann das gut nachvollziehen. Autor Günther hat sich tiefgründig mit den wahnwitzigen Umständen befasst. Das Problem der "Gutmenschen" ist offenbar, dass sie befürchten, "Das Leben der Anderen", die sie so eifrig ausspionieren, denunzieren und böswillig verfolgen, könnte etwa das moralische sein, das sie für sich selbst lautstark und auch noch gewalttätig bekunden. So war es schon bei den Jakobinern. Aber Vorsicht liebe Leute: am Ende legten sie die eigenen Leute unter die Guillotine als Beschluss des "Wohlfahrtsausschusses"! Und die übermütige Herbeischreibung von unzähligen Rechten für die unzähligen Programme und sich am Ende noch um die Preise streiten, na das nenne ich wacker. Es könnte witzig sein, wenn es nicht so lächerlich und traurig wäre.

Rotlackiert 18.02.2015 - 19:13:49

@....

Den Artikel habe ich mir ausgeschnitten und gleich in meinem Büro aufgehängt. Er gibt das wieder, was wir auch hier immer wieder erleben und lesen dürfen, müssen, sollen, wollen. Glück Auf

.... 18.02.2015 - 18:24:01

Achja Gutti ...

... Du bist übrigens Thema in der FAZ ;-) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kampf-gegen-rechts-ein-volk-von-antifaschisten-13429214.html

.... 18.02.2015 - 17:55:48

Lol ...

... Oderlaender, du bist einfach der Prototyp eines Gutmenschen :D so geil ... Ich bins Uebrigens ein Verwandter von dir, wollte ein Auto kaufen bin aber gerade in finanzieller Not, und brauche unbedingt 15000 Euro .... ;-) ... Ueberweisung bitte auf das Spendenkonto von Herrn Matras ... Nene war nur Spass ... aber spenden darfst Du trotzdem ...

robert 18.02.2015 - 17:51:05

@ Oderländer

Der MOZ-Journalist Dietrich Schröder beherrscht die polnische Sprache perfekt und so können Sie getrost vom Wahrheitsgehalt seiner Artikel ausgehen. Und was die angeblich fixe Idee angeht, so halten Sie sich lieber an unsere Landes- und Bundespolitiker. Die sind nämlich, was das eigentliche Problem betrifft, weder fix, noch haben sie seit acht Jahren wirksame Ideen.

paul wust 18.02.2015 - 17:33:04

1000 Euro Strafe, Verhängung eines Maulkorbes und Suspensierung wegen Verrats von Staatsgeheimnissen

In der Deutung der Strafen gegen Matras und seinen Stiefsohn liest sich das aus deutscher Sicht so: Für die polnische Polizei in Reppen und die Justiz in Slubice sind Kenntnis und öffentliche Anzeige von grenzüberschreitender Kriminalität und Behördenuntätigkeit "Verrat von Staatsgeheimnissen" über die in der Öffentlichkeit nicht gesprochen werden darf. Besser kann sich die polnische Polizei und Staatsanwaltschaft öffentlich und grenzüberschreitend nicht bloßstellen. Um so erfreulicher das Ergebnis der Solidaritätsaktion von Roland Totzauer. Hingegen absolut schäbig, dass mit Ausnahme eines SPD Politikers der Stadt, weder Stadtverordnete, oder der OB, noch der Landtagshinterbänkler der Linken, sich daran beteiligt haben. Das sollte dann auch als ein weiterer Beweis dafür gewertet werden, dass ihnen das Thema Grenzkriminalität und das Verhalten polnischer Behörden in diesem Fall am Allerwertesten vorbei geht. Ihr angebliches geräuschloses Agieren und jeglicher Parteidisziplin kadavergehorsam folgen, offenbart das ganze Duckmäusertum unserer Politiker. Statt dessen ist öffentliches Farbe bekennen angesagt. Herrn Matras ist für seine Berufung jedenfalls viel Erfolg zu wünschen; über dessen Ausgang die MOZ hoffentlich weiter berichten wird.

Roland Totzauer 18.02.2015 - 16:18:53

@Oderländer

Bitte wenden Sie sich mit Ihrem vollen Namen und Ihrer Frage direkt an den MOZ-Journalisten Dietrich Schröder, der bei einigen Gerichtsverhandlungen gegen Herrn Matras im Slubicer Gerichtssaal dabei war! Falls Sie die polnische Sprache beherrschen, können Sie auch gern selbst an der kommenden Berufungsverhandlung des Herr Matras teilnehmen und sich dort im Gericht informieren. Herr Matras lädt deutsche Radfahrer ein, ihn in seinem Dorf Lubiechnia Wielka jederzeit zu besuchen. Dort steht er Ihnen gern persönlich zur Verfügung und beantwortet Ihre Fragen. Ich war bereits im Mai 2014 mit 10 anderen Radfahrern bei ihm zu Besuch. Nur Mut!

Oderländer 18.02.2015 - 15:32:35

Woher wollen Sie denn wissen, ob der Herr Matras nicht die Unwahrheit sagt?

Warum ist man sich denn so sicher, dass der Herr Matras wirklich ein unschuldiges Opfer ist? Vielleicht ist er auch nur einer fixen Idee aufgesessen, also mehr ein Opfer seiner selbst. Sicherlich passen seine Anschuldigungen so schön in das hier in vielen Köpfen vorhandene Klischee von den "schlimmen Zuständen" im Nachbarland Polen. Das ist auch der Hauptgrund, dass ihm unumwunden geglaubt wird. Weiß denn jemand etwas konkretes? Ich meine jetzt keine nachgeplapperten Klischees, oder das was in der Zeitung steht? Sondern Wissen aus erster Hand! Ich bin schon mal auf die Antworten gespannt.......

conny 18.02.2015 - 14:02:22

manchen menschen

ist auch mit ein wenig farbe in der welt nicht wirklich geholfen. ganz klar......

Ina Berger 18.02.2015 - 13:49:15

"die Bunten"

Es lebe die bunte Welt und es wird allen besser gehen ......

Egal 18.02.2015 - 13:05:34

Naja...

wenigstens der Detlef-Heino hat es auf die Liste geschafft.

Vogel, Bunt 18.02.2015 - 13:01:01

Schön,

das Sie Ihren Vorwurf konkretisiert haben. Weniger pauschal und nun auch durchaus berechtigt! "Ihnen bekannte bunte Politiker" sind ja was anderes als "die Bunten". Vielen Dank Frau Lademann.

Edeltraud Lademann 18.02.2015 - 12:20:57

Wer fühlt sich hier auf den Schlips getreten?

Vom Autor Dietrich Schröder wurde meiner Ansicht nach zurecht kritisiert, dass sich die Volksvertreter bislang nicht in der Öffentlichkeit zu dem Fall nicht einmal geäußert haben, geschweige denn Hilfe zu leisten und sich einzusetzen: "So wie Reinhard Wendt aus Bad Saarow, der ebenfalls Geld spendete, meinen auch andere Leser, dass sich "eigentlich unsere gewählten Volksvertreter für diesen Fall einsetzen und Hilfe leisten müssten". Trotz Anfragen unserer Redaktion hat bisher aber noch kein Politiker Interesse für diesen Fall gezeigt." Ich habe mir die namentlich genannten Spender auf der Homepage von Roland Totzauer auch genau angesehen. Leider vermisse ich dort die mir bekannten Bunten Politiker und andere, die sich sonst so gerne in dieser Hinsicht versuchen hervor zu tun: http://rotofo.blogspot.de/2015/02/spenden-aufruf-solidaritat-mit-zdzislaw.html

Vogel, Bunt 18.02.2015 - 11:50:37

Liebe Frau Lademann,

kennen Sie alle Spender persönlich, das Sie so konsequent ausschließen können, das sich unter diesen kein "Bunter" befindet? Sie sollten sich was schämen, auf dem Rücken dieses Mannes Unwahrheiten zu verbreiten. Sie sind nicht den Deut besser als ihr buntes Feindbild.

Edeltraud Lademann 18.02.2015 - 11:15:02

Herrlich, und wie peinlich für die scheinheiligen Bunten für ein offenes Frankfurt (Oder)

die den Kopf einziehen!! Die Kohlhaas-Geschichte geht weiter, dank der tollen Spender! Ohne Volksvertretung, sich selber vertretend.

G Proehl 18.02.2015 - 11:00:11

Funkstille

Warum hilft keiner von den deutschen schmierigen und aalglatten Politikern, nicht diesem Menschen,der für anständige Werte im Menschen steht,die keiner der Politiker verkörpert.

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