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Echte Weidemilch, es gibt sie wirklich

Glückliche Bio-Milchkühe auf einer Garlitzer Weide.
Glückliche Bio-Milchkühe auf einer Garlitzer Weide. © Foto: MZV/Euent
Rene Wernitz / 19.05.2015, 14:17 Uhr
Havelland (MOZ) Das Konsumverhalten vieler Milchtrinker ändert sich offenbar. Immer wichtiger beim Griff in Kühlregal oder Karton wird die Bezeichnung Weidemilch. Die Werbe-Mär von glücklichen Kühen auf grünenden Wiesen oder Almen hat indes ausgedient.

Mehr als die Hälfte von rund 1.860 Teilnehmern einer im Herbst 2013 erfolgten, nicht repräsentativen Umfrage auf www.lebensmittelklarheit.de gab an, dass sie Abbildungen von grasenden Kühen in ländlicher Idylle für täuschend halten würden, wenn die Tiere tatsächlich aber keinen Weidezugang hatten. Sensibilisierte Verbraucher wollen also sicher gehen, dass die Milchkühe auch bzw. ausschließlich unter freiem Himmel leben. Auf der Verbraucherschutz-Internetseite www.lebensmittelklarheit.de., sie wird finanziell durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen der Initiative "Mehr Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln" finanziell gefördert, findet sich das Beispiel von Hansano Weidemilch. Ein Nutzer der Seite monierte im Juli 2013 zum Thema: "Ich wollte eine Milch kaufen, bei der ich mir sicher sein kann, dass die Kühe auf grünen Wiesen weiden dürfen. Deshalb habe ich mich sehr geärgert, dass die Kühe laut Hersteller nur `überwiegend mit Grünlandfutter gefüttert´ sein sollen. Das heißt ja nicht, dass sie tatsächlich auf der Weide stehen. Von einer artgerechten Tierhaltung kann ich somit nicht ausgehen."

In der Einschätzung der Verbraucherschützer heißt es dazu unter anderem: "Bei der Bezeichnung `Weidemilch´ erwartet der Verbraucher, dass das Vieh hauptsächlich im Freiland grast. Der Hersteller informiert auf der Verpackung aber nur darüber, woher die Milch stammt. Nach der Website ist eine Fütterung mit überwiegend Grünlandfutter gewährleistet. Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist eine Bezeichnung als `Weidemilch´ nur dann gewählt, wenn die Weidehaltung genau definiert, kontrolliert und auf der Verpackung transparent beschrieben ist."

Das hatte Konsequenzen. Denn die Herstellerin, die Arla Foods Deutschland GmbH aus Düsseldorf, gab eine Stellungnahme ab, die im Original auf www.lebensmittelklarheit.de zu finden ist.

In der von Verbraucherschützern erstellten Kurzfassung steht: "Hansano Weidemilch stammt von ausgewählten und geprüften Bauernhöfen mit ausreichend großen hofnahen Weiden. Die Landwirte sind verpflichtet, ihr Milchvieh in der Zeit von Ende April bis Ende Oktober eines Jahres an mindestens 120 Tagen im Jahr sechs Stunden täglich grasen zu lassen. Die Milch wird separat erfasst und verarbeitet, unter www.weidemilch.de ist online eine Rückverfolgung zur Sammeltour möglich."

Resümierend schrieben die Verbraucherschützer unter dem Stichwort "Status": "Der Anbieter hat Ende 2013 die Informationen auf der Website erweitert und informiert nun, dass die Weidedauer an 120 Tagen im Jahr für 6 Stunden garantiert wird. Ein externes staatlich anerkanntes Prüfunternehmen würde die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Regeln mit den Milchbauern kontrollieren. Die Verpackung der Hansano Weidemilch wurde 2014 ebenfalls geändert und Informationen zu Weidezeiten ergänzt. Informationen zur Art der Fütterung während der Stallperioden und um welches staatlich anerkannte Prüfunternehmen es sich handelt, das die Kontrollen durchführt, erfährt der Verbraucher weiterhin weder über die Internetseite noch auf der Verpackung."

Wer erfahren will, wie das mit kompletter Transparenz funktioniert, besuche den Biohof in Garlitz. Aktuell weiden rund 50 Milchkühe, Rasse: Braunvieh, unter freiem Himmel. Es gibt keinen Stall, nur einen Unterstand. Die Tiere haben ganzjährig permanent frische Luft. Die Milch fließt zur "Gläsernen Meierei" in Münchehofe im Spreewald. Deren Produkte werden in Bioläden verkauft.

Wer zudem Milch kosten will, die frischer und mehr Bio nicht sein kann, nehme eine Kanne mit nach Garlitz, um sich unbehandelte Milch abfüllen zu lassen. So tun es auch die Betreiber der benachbarten Havelländischen Hofkäserei, die ihren Käse auf Wochenmärkten in Brandenburg an der Havel und Potsdam sowie vor Ort, mittwochs und donnerstags von 17.00 bis 19.00 Uhr, im hofeigenen Käseladen verkauft.

Mehr Informationen zu den Produkten und Unternehmen gibt es auf www.havelkäse.de und auf www.biohof-garlitz.de.

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