Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Grundschüler aus Märkisch-Oderland lernen in Eisenhüttenstadt schwimmen / Fünftägiger Intensivlehrgang statt wöchentlichen Unterrichts

Im Crashkurs von der Landratte zum Seepferdchen

Array © Foto: MOZ/Janet Neiser
Janet Neiser / 04.07.2015, 10:05 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) "Wahnsinn. Was hier in den letzten Tagen passiert ist." Dirk Gütte schaut fasziniert auf die Jungen und Mädchen, die ohne Schwimmhilfen ihre Bahnen im Inselbad Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) ziehen. Als die 22 Kinder aus der dritten Klasse der Grundschule Küstriner Vorland (Märkisch-Oderland) vor fünf Tagen in der Stahlstadt ankamen, konnten 16 von ihnen noch gar nicht schwimmen. Jetzt machen sie ihre Seepferdchen, teilweise sogar das bronzene und silberne Schwimmabzeichen.

Gütte schüttelt noch immer ungläubig den Kopf. Der Vater der achtjährigen Judy ist als Betreuer bei dem Schwimmcamp dabei und voll des Lobes. "Die Schwimmmeister machen das wirklich professionell mit den Kindern. Das ist einfach klasse."

Derweil wertet Kay Grünert, einer der Schwimmmeister, die zurückgelegten Bahnen aus: "Ihr müsst den Rhythmus finden, der euch liegt. Das Wichtigste ist: immer in Ruhe weitermachen." Die Worte gelten unter anderem Judy, die ihr silbernes Schwimmabzeichen schon sicher hat und dafür 300 Meter Brust geschwommen ist, 100 Meter auf dem Rücken absolvierte und tauchen musste. "Ich konnte schon schwimmen, meine Eltern haben mir das im Urlaub beigebracht." Nun soll sie 30 Minuten am Stück durchs Wasser gleiten, da nickt sogar der Papa anerkennend.

Dennis gehört zu denen, die erst in Eisenhüttenstadt schwimmen gelernt haben. "Ich wollte das unbedingt", betont der Neunjährige. Und so schwer sei das auch gar nicht, sagt's und springt sofort wieder ins Wasser. Schließlich ist das der letzte Tag im Inselbad. Draußen werden bereits die Zelte abgebaut, in denen die Kinder, Lehrer und Betreuer geschlafen haben.

"Wir sind jetzt schon das fünfte Jahr hier", erzählt Anja Steinbring, Sportlehrerin aus dem Küstriner Vorland. "Und wir wollen das unbedingt weitermachen." Denn in der dritten Klasse steht Schwimmunterricht an. Die Möglichkeiten für die Grundschule in Märkisch-Oderland sind allerdings sehr begrenzt. Wöchentlicher, wetterunabhängiger Schwimmunterricht lässt sich nicht realisieren, deshalb kam man auf die Idee, ein fünftägiges Camp in einer Halle einzuführen. Ein Intensivkurs sozusagen. Die Mitarbeiter des Inselbades zogen mit. Finanziert wird der Schwimmunterricht nun von der Gemeinde, der Schule und den Eltern.

Badleiter Sven Liefke wünscht sich, dass noch viel mehr Schulen diesem Beispiel folgen. "Denn jedes Kind, das schwimmen kann, ist ein Gewinn."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG