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Vor 150 Jahren wurde der Abschnitt Küstrin - Gusow eingeweiht / Bahnhofsfeste an fünf Punkten

Ostbahn-Stationen laden ein

Bahnhofstraße und Bahnhof Golzow
Bahnhofstraße und Bahnhof Golzow © Foto: : Carl Thielsch,Fotografische Kunstanstalt, Golzow/OderbruchKriegerheimstätten
Ulf Grieger / 30.09.2016, 08:11 Uhr - Aktualisiert 04.10.2016, 15:41
Seelow (MOZ) Der Bahnverkehr zwischen Küstrin und Gusow (Märkisch-Oderland), auf der späteren Ostbahn, ist vor 150 Jahren eröffnet worden. Aus diesem Anlass laden die Anliegergemeinden am Sonnabend zum Ostbahnfest ein. Damit wollen sie zugleich auf die Bedeutung der Verkehrsader aufmerksam machen.

Die von der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) betriebenene Regionalbahn RB26 ist heute eine beliebte Pendlerstrecke. Stündlich geht es zwischen 5.37 und 21.37 Uhr von Berlin-Lichtenberg über die Märkische Schweiz, das Oderbruch bis nach Kostrzyn/Küstrin. Einmal täglich geht es über Kostrzyn hinaus bis Gorzow/Landsberg und Krzyz/Kreuz. Der Abschnitt gehörte bis 1945 zur Preußischen Ostbahn, einer 740 Kilometer langen Verbindung von Berlin über Königsberg bis Eydtkuhnen an der Grenze zu Russland. Vor 150 Jahren, am 1. Oktober 1866, wurde der Verkehr zwischen Küstrin und Gusow aufgenommen. Das wird gefeiert.

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Das Jubiläumsfest ist die erste gemeinsame Aktion der Anliegergemeinden im Oderbruch. Im Rahmen der Interessengemeinschaft Ostbahn ist zwar das Bahnhofsumfeld von Gusow/Seelow saniert worden. Aber die Haltestellen Küstrin-Kietz, Gorgast und Golzow genügen keinen heutigen Ansprüchen. In Küstrin-Kietz, wo viele polnische Pendler einsteigen, fehlen Parkplätze. In Gorgast, wo der Bahnhof verkauft wurde, und in Golzow hält die Bahn nur alle zwei Stunden. Am Doppelbahnhof Werbig fehlen der behindertengerechte Zugang und eine annehmbare Anbindung zur Strecke Frankfurt/Eberswalde (RB60). Auch diese Probleme werden am Sonnabend von 10 bis 15 Uhr an den Stationen eine Rolle spielen.

In Küstrin-Kietz wird an die Tradition der Bahnhofsfeste angeknüpft. Am einst größten DDR-Güterbahnhof können Gäste an Rundgängen teilnehmen und Vorträgen lauschen. Der Verein für die Geschichte Küstrins zeigt um 11 und gegen 13.30 Uhr einen Vortrag mit Fotos der Küstriner Bahnhöfe und Eisenbahnbrücken aus der Zeit von 1900 bis 2015 im Kulturhaus. In Gorgast zeigt der Verein Gorgaster Leben unter anderem den Dokumentarfilm zur Ostbahn. Der Eisenbahnverein Letschin präsentiert sich. In Golzow steht der Knotenpunkt mit der Oderbruchbahn im Vordergrund. In Werbig werden die Besucher verpflegt. Die NEB hat dort ihren Stand. In Seelow-Gusow besteht die einmalige Gelegenheit, das repräsentative Bahnhofsgebäude zu besichtigen. Dort wird eine Ausstellung zur Ostbahn gezeigt.

Das Fest gilt zugleich als Generalprobe für 2017, wenn der Abschnitt Berlin-Küstrin 150 Jahre alt wird und der Abschnitt Kreuz-Küstrin-Frankfurt 160. "Wir wollen den großen Stellenwert der Bahnstationen für die Gemeinden deutlich machen", erklärt Festinitiator Frank Schütz, Bürgermeister von Golzow. Die Golzower haben einen fertigen Plan zur Verlegung des Bahnsteiges an die Landesstraße. Den hoffen sie mit der polnischen Partnergemeinde Bogdaniec (Dühringshof) zu realisieren. Mit dem Jubiläumsfest erhalten auch die Bemühungen um den weiteren Ausbau der Strecke Rückenwind. "Die Ostbahn 2030 - Zukunftsvisionen" lautet der Arbeitstitel der 3. Internationalen Ostbahnkonferenz, die die Partnerstädte Seelow und Kostrzyn/Küstrin für den 20. Oktober vorbereiten. Sie steht im Zusammenhang mit dem Ringen der Region um die Aufnahme der Ostbahn in den Bundesverkehrswegeplan. Unterstützt wird das Vorhaben vom Bundestagsabgeordneten Hans-Georg Marwitz (CDU): "Wir werden uns weiterhin für den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke stark machen - nur so lässt sich die Erfolgsgeschichte Ostbahn fortschreiben."

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