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Streit um Tagung zum Wolfsmanagement

Mathias Hausding / 08.12.2016, 06:18 Uhr
Potsdam (MOZ) Wenige Tage vor einer mit Spannung erwarteten Anhörung zum Wolfsmanagement gibt es Streit um die Tagesordnung. Der Bauernbund protestiert dagegen, dass in seinen Augen wichtige Themen erst spät am Nachmittag diskutiert werden sollen. Es dürfe nicht sein, dass Fragen, die den Landwirten auf den Nägeln brennen, erst "wenn alle müde sind" kurz vor "Verschiedenes" diskutiert werden, kritisiert Bauernbund-Chef Reinhard Jung. Er habe deshalb beim Umweltministerium als Veranstalter eine Änderung der Tagesordnung beantragt.

Bei der dritten Sitzung dieser Art in Potsdam geht es darum, eine Bilanz zum 2017 auslaufenden Managementplan zu ziehen. Außerdem soll überlegt werden, was künftig im Umgang mit den bislang streng geschützten Tieren anders gemacht werden müsse. Genau das komme aber nach der jetzigen Planung der Veranstaltung in Potsdam zu kurz, erklärte Jung.

Am 14. Dezember ab 10 Uhr sind laut Tagesordnung zunächst Berichte über die Wolfsbestände, die Schadensentwicklung sowie erfolgte Präventionsmaßnahmen vorgesehen. Dann soll ein Wolfsberatungszentrum aus Sachsen seine Arbeit vorstellen. Im Anschluss an die Mittagspause sind dann Berichte diverser Arbeitsgruppen etwa zum Thema "Wolf und Wild" sowie Ausführungen etlicher beteiligter Verbände geplant, ehe es unter Punkt acht schließlich heißt: "Evaluierung und Fortschreibung des Wolfsmanagementplans". Jung fordert nun, das als Punkt zwei gleich am Anfang zu behandeln.

Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hatte angesichts von 180 durch Wölfe getöteten Nutztieren in diesem Jahr Handlungsbedarf eingeräumt. Er strebe "eine zügige Überarbeitung des ,Instrumentenkastens' für das Brandenburger Wolfsmanagement" an, hatte der Minister Mitte November erklärt.

Der Bauernbund als Vertreter der kleinen Agrarbetriebe im Land hatte zur gleichen Zeit mit einer Abschussforderung für Aufsehen gesorgt. Sogenannte Problemwölfe, die ihre natürliche Scheu vor den Menschen verloren haben, sollen demnach erlegt werden dürfen, wenn sie sich Weiden oder Häusern auf weniger als 1000 Meter nähern.

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Thomas Schuöze-Helmke 08.12.2016 - 11:11:14

Erst Handeln dann Denken?!

Herr Jung vom Bauernbund ist ja auch bekannt für seine Äußerung "Schießen, sofort schießen!". Da überrascht es wenig, dass er offensichtlich erst Entscheidungen herbeiführen möchte bevor die Fakten auf dem Tisch liegen. Könnte ja sonst alles nicht so dramatisch aussehen wie ein bekennender Wolfsgegner es gerne hätte. In unser Facebookgruppe „Schützt die Wölfe“ würden wir uns gerade von den Landwirten erhoffen, dass sie lernen mit und nicht gegen die Natur zu arbeiten. Faire Preise für Produkte aus Weidehaltung sind dafür bestimmt wichtiger als ein Image „Wir oder die Natur“.

Isa Schroth 08.12.2016 - 09:38:46

Bauernschlau mal wieder!

180 Nutztiere, die durch Wölfe getötet wurden?! ... Soso ... Mmh ... Wieviele Nutztiere mussten in der letzten Woche wegen der durch Massentierhaltung (und kapitalistischer Gier) verursachten Vogelgrippe notgeschlachtet werden? Der Bauernverband sollte mal seine Prioritäten überprüfen! Nicht der Wolf ist der Feind des Bauern. Wie sieht's aus mit der Schadensentwicklung durch Agrargroßbetriebe, Massentierhaltung und Lebensmittelkonzerne? Und was ist mit den den erfolgten Präventionsmaßnahmen gegen diese massiven Schadensverursacher? Das sollte so lange ganz oben in den Tagesordnungspunkten stehen bis Verbesserung eintritt. Danach kann man sich den zu vernachlässigenden Themen widmen.

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