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Slow-Food anstatt Fast Food

Ganz langsam bekommen die Verbraucher wieder Geschmack auf die alten und gesunden Apfelsorten, die auch in den heimischen Gärten einen guten Ertrag bringen.
Ganz langsam bekommen die Verbraucher wieder Geschmack auf die alten und gesunden Apfelsorten, die auch in den heimischen Gärten einen guten Ertrag bringen. © Foto: MZV
Thomas Baake / 21.09.2017, 07:22 Uhr
Brandenburg (MZV) Im wahrsten Sinne des Wortes ist regional gerade in aller Munde. "Ja! Man schmeckt einen riesigen Unterschied und man merkt es auch an der Qualität der Produkte. Bei Fruchtaufstrichen, Öl & Essig oder Likören sieht man auch, dass dort noch echte Handarbeit geleistet wird und es einfach wie bei Oma schmeckt", stellten viele der Besucher beim Regionalmarkt fest. Kurze Wege, frische Waren, transparente Erzeugung, Hochwertigkeit und Qualität, Individualität und direkter Kontakt. Die Alternativen zu "Fast Food" und Hektik beim Essen und Achtlosigkeit gegenüber Nahrungsmitteln waren im Paulikloster vielfältig und eine Erkundung wert. Ein Kriterium, warum sich immer mehr Verbraucher für regionale Produkte entscheiden, ist die bessere Nachvollziehbarkeit, woher die Ware kommt und wie sie produziert wird. Der regionale Bezug und die Nähe zum Hersteller geben dem Verbraucher Sicherheit und schaffen Vertrauen. "Für mich zählt zu einem einfachen bewussten Leben, möglichst regional und saisonal einzukaufen", erklärte Susanne Michels. Die Besucher konnten an 70 Ständen testen, was die Region und das weitere Umfeld zu bieten hat. "Er ist nicht ausschließlich auf Biokost und ökologischen Anbau ausgerichtet, sondern hat einen weitergehenden kulturellen Ansatz.", sagte Michael Schneider vom Landesmuseum. "Hier kommt dann auch die Verknüpfung mit dem Museum zustande. Denn Essen und Trinken ist ein Teil des Kulturgutes", so Schneider weiter. Natürlich wurden frisches Gemüse, Kräuter, Kartoffeln, Honig und Käse angeboten. Es konnte aber auch Pferde- und Ziegeneis oder Straußen-Leberwurst vom Erlebnishof Kützkow probiert werden. Auf dem Brandenburger Regionalmarkt ging es aber nicht nur um den schnellen Kauf. Mindestens genauso wichtig war schon am Samstagvormittag den zahlreichen Besuchern das Probieren und mit den Erzeugern zu reden. Auch die Hersteller nutzten intensiv die Möglichkeit mit dem Verbraucher in den direkten Kontakt zu treten. Denn viele wissen, dass die Entwicklungen am Lebensmittelmarkt absurd sind. Einerseits wollen Kunden mehr Regionalität, andererseits kaufen mehr Leute denn je ihr Essen in großen Supermarkt-Ketten und Discountern. Ein deutschlandweites Vertriebsnetz verträgt sich aber kaum mit regionalem Konsum und darum ist bei regionalen Produkten häufig viel weniger Region drin, als versprochen wird. Der Tipp: Regional und saisonal kaufen, dann isst man nicht nur besonders abwechslungsreich und lecker, sondern schont dabei auch aktiv die Umwelt. Heimische Produkte wie Tomaten, Gurken oder Erdbeeren, im Sommer gekauft, kommen wahrscheinlich aus dem Freiland. Zudem schont es den Geldbeutel. Obst und Gemüse in der Hochsaison gekauft, ist dies aufgrund des großen Angebots preisgünstiger. Die Möglichkeiten für einen bewussten Einkauf im Land Brandenburg werden immer besser. Mit einem Anteil ökologisch bewirtschafteter Fläche von 10,6 % belegt Brandenburg bundesweit einen Spitzenplatz. Rund 300 Hofläden von Landwirten, Obstbauern oder Agrarunternehmen verkaufen landesweit regionale Spezialitäten. Ein gut besuchter Markt mit neuen Inspirationen, um nachhaltig mit Lebensmitteln umzugehen. Einige Besucher bedauerten aber, dass der Markt nicht im Klostergarten stattfand, sondern im Kirchenschiff und auf einem Teil des Parkplatzes, der extra dafür abgesperrt worden ist. Es fehlte ein wenig das Flair der vergangenen Jahre.

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