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Raubtiere nach Sturm "Xavier" aus Wildpark Schorfheide ausgebrochen / Schafe und Mufflons getötet

Wildpark
Ausgebüxte Luchse erschossen

Achivfoto: Ein weiblicher Luchs (Lynx lynx) ist am 01.09.2016 mit ihrem Nachwuchs in einem Gehege im Wildpark Schorfheide in Groß Schönebeck (Brandenburg) zu sehen.
Achivfoto: Ein weiblicher Luchs (Lynx lynx) ist am 01.09.2016 mit ihrem Nachwuchs in einem Gehege im Wildpark Schorfheide in Groß Schönebeck (Brandenburg) zu sehen. © Foto: Patrick Pleul/dpa
Julia Lehmann / 27.10.2017, 19:33 Uhr - Aktualisiert 27.10.2017, 20:04
Schorfheide (MOZ) In der Schorfheide sind zwei Luchse getötet worden. Sie und zwei weitere Luchse waren vor drei Wochen nach dem Sturm "Xavier" aus einem Gehege des Wildparks ausgebrochen. In Deutschland gelten die Tiere laut dem Bundesamt für Naturschutz als stark gefährdet.

Erschossen wurden die zwei Katzen nachdem sie im Wildpark sechs Schafe und Mufflons gerissen hatten. Laut der Leiterin des Wildparks, Imke Heyter, bestand dringender Handlungsbedarf. Hätten die Luchse das Gelände verlassen, hätten sie zu einer Gefahr für Viehbestände und Haustiere werden können, erklärte sie am Freitag.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Abschuss eines Wisents bei Lebus (Märkisch-Oderland) für viel Empörung gesorgt. Inzwischen ermittelt das Landeskriminalamt Brandenburg in dem Fall. Das Tier war auf Anweisung des Amtes Lebus getötet worden. Damit sollte verhindert werden, dass der Wisent jemanden verletzen könnte.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatten den Abschuss des geschützten Tieres kritisiert. In einem Brief am Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) forderten sie eine lückenlose Aufklärung und Vorbereitungen auf ähnlich gelagerte Fälle.

Die vier Luchse konnten aus dem Gehege im Wildpark flüchten, weil beim Sturm "Xavier" vor drei Wochen ein Baum auf einen Zaun gestürzt war. Wie es am Freitag hieß, wurde ein Tier umgehend eingefangen.

Ein weiterer Luchs ist dagegen seither spurlos verschwunden. Die Katze mit den markanten Pinselohren befinde sich nicht mehr auf dem Territorium des Wildparks, ist sich die Leiterin sicher. Sie versicherte am Freitag, dass von dem Tier keine Gefahr für Menschen ausgehe. Gleichzeitig hieß es, man solle sich dem Luchs nicht nähern, weil er nicht verscheucht werden soll. Die zuständigen Behörden seien informiert. Das acht Jahre alte Männchen sei scheu. Es bestehe kein Grund zur Panik.

Inzwischen ist das Tier zwei Mal von Anwohnern gesichtet worden. Jetzt soll es mit einer Lebendfalle eingefangen werden. "Wir wissen, dass der Luchs ein Reh gerissen hat", erklärte Imke Heyter. Obwohl der Luchs in dem Gehege gefüttert wurde, könne er in freier Natur überleben. Wohin sich das Tier als nächstes bewegt, kann die Leiterin nicht abschätzen. "Vielleicht kommt er ja zurück."

Wie unsere Zeitung am Freitag erfuhr, sollen in Brandenburg noch weitere Luchse aus Gehegen entwichen sein. Nach unbestätigten Meldungen ist der Tierpark in Angermünde (Uckermark) betroffen. Der Tierpark selbst wollte sich dazu nicht äußern.

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Frank Schneider 28.10.2017 - 12:02:59

nicht mehr nachvollziehbar

Die Luchse wurden eliminiert, trotzdem sie keine Gefahr für den Mensch darstellen. Dagegen ist der Wolf heilig gesprochen, obwohl dieser eine potenzielle Gefahr darstellt. Beim Wisent war man dagegen wieder nicht so zimperlich. Wird jetzt abgewartet, bis auch bei uns wie unlängst in Griechenland ein Waldspaziergänger vom Wolf gefressen wird?

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