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Infrastruktur
39 Millionen Euro für Brandenburger Denkmäler

Der um 1452 erichtete große zweigeschossigen Backsteinbau, der einschließlich des Dachwerks nahezu vollständig erhalten ist aufgenommen n Brandenburg an der Havel wurde um 1800 in das Wohn- und Geschäftshaus einer Bäckerfamilie umgebaut.
Der um 1452 erichtete große zweigeschossigen Backsteinbau, der einschließlich des Dachwerks nahezu vollständig erhalten ist aufgenommen n Brandenburg an der Havel wurde um 1800 in das Wohn- und Geschäftshaus einer Bäckerfamilie umgebaut. © Foto: dpa
dpa / 03.01.2018, 14:18 Uhr - Aktualisiert 03.01.2018, 16:47
Potsdam (dpa) Denkmäler sollen ein Stück Vergangenheit illustrieren. Ihre Erhaltung kostet viel Geld. Wichtigste Frage ist aber: Was passiert mit der Villa oder dem Schloss, wenn es wieder zu neuer Schönheit erwacht ist?

Neun kostbare Holzsärge einer Adelsfamilie in der Wunderblutkirche in Bad Wilsnack (Prignitz) oder eine einst verfallene Villa in Guben (Spree-Neiße): Insgesamt rund 39 Millionen Euro wurden im Vorjahr in Erhaltung und Sanierung von Denkmälern investiert. Davon stammten 24 Millionen Euro aus dem Infrastrukturministerium, 15 Millionen Euro vom Kulturministerium. Denkmäler seien identitätsstiftend, sorgten für mehr Attraktivität der Orte und erhöhten die Lebensqualität der Bewohner, sagte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) am Mittwoch in Potsdam.

Vielerorts seien Wohnungen in den Bauten entstanden oder auch soziale Einrichtungen eingezogen, sagte Schneider. Die Bauminister der Länder hätten im Herbst an den Bund appelliert, die bereitgestellte eine Milliarde Euro für die Länder auch künftig beizubehalten.

Es sei besonders wichtig, bereits im Vorfeld genau zu überlegen, was mit den hergerichteten Denkmälern im Anschluss passiere, sagte sie. In Guben (Elbe-Elster) wurde den Angaben nach die unter Denkmalschutz stehende Fabrikantenvilla Cohn restauriert. Auf vier Etagen entstanden zehn barrierefreie Wohnungen für Senioren. Die Gesamtkosten lagen bei 1,9 Millionen Euro, aus dem Bund-Länder-Programm Stadtumbau kamen 900 000 Euro.

Dank privater Investoren, der Kommunen, aber auch bürgerschaftlichen Engagements konnte vielen Denkmälern wieder neues Leben eingehaucht werden, sagte Kunstministerin Martina Münch (SPD). Für Objekte in beklagenswertem Zustand habe in diesem Jahr der um 500 000 Euro auf eine Million Euro aufgestockte Denkmalhilfefonds bereitgestanden. Mit diesem Geld sollen dringende Sanierungs- und Sicherungsprojekte gefördert werden. Für den Doppelhaushalt 2019/2020 hoffe sie auf eine weitere Aufstockung auf zwei Millionen Euro, sagte Münch.

Die Denkmalpflege sei froh über die Aufstockung des Hilfefonds, es werde aber mehr Geld benötigt, sagte Landeskonservator Thomas Drachenberg. "Kommunikation, denkmalfachliche Beratung und Geld" sind aus seiner Sicht wichtige Kriterien. Mit Mitteln aus dem Fonds konnten unter anderem im Vorjahr Fenster oder Dächer saniert werden. Zudem wurde die Restaurierung von Bildern gefördert. Die Liste der Objekte, die in diesem Jahr in Genuss von Landesmitteln kommen, wird derzeit beschlossen.

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