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Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam rechnet bis 2035 mit 222 000 Einwohnern

Prognosen gehen durch die Decke

Ein Mann arbeitet auf der Baustelle in Potsdam (Brandenburg).
Ein Mann arbeitet auf der Baustelle in Potsdam (Brandenburg). © Foto: dpa/Bernd Settnik
Ulrich Thiessen / 12.01.2018, 19:09 Uhr - Aktualisiert 12.01.2018, 19:22
Potsdam (MOZ) Die brandenburgische Landeshauptstadt hat ihre Bevölkerungsprognose deutlich nach oben korrigiert und rechnet damit, in neue Sphären vorzustoßen. Nach einer am Freitag vorgestellten Studie der Stadtverwaltung soll die Einwohnerzahl von 171 597 Ende 2016 auf 220 100 im Jahr 2035 wachsen. Damit würde Potsdam Städte wie Erfurt, Rostock oder Mainz hinter sich lassen.

In den 90er-Jahren war die Einwohnerzahl in der Stadt um 13 000 auf 129 000 gesunken. Im Jahr 2000 setzte eine verhaltene Trendwende ein. In den vergangenen Jahren mussten die Prognosen dann immer schneller nach oben korrigiert werden.

Die Landesregierung ging noch 2015 im Leitbild für die inzwischen gescheiterte Kreisreform davon aus, dass Potsdam im Jahr 2030 rund 187 300 Einwohner haben werde. Die aktuelle Berechnung sieht zu dem Zeitpunkt 21 000 Leute mehr vor.

Ging man bislang von einem Wachstum um 1500 bis 2000 Bürger pro Jahr aus, rechnet die Stadt nun mit Steigerungen zwischen 2500 bis 3800 Einwohnern. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sieht einen der Gründe darin, dass Berlin mit seinem Wohnungsbau seit Jahren hinter den Bedürfnissen hinterherhinke, Potsdam aber bereits Neubauten für 34 000 Menschen in Planung hat. Jährlich ziehen 2600 Berliner in die brandenburgische Landeshauptstadt, während 1000 in die andere Richtung abwandern.

Angesichts des schnelleren Wachstums muss die Stadt jetzt ihre Infrastruktur überarbeiten. Schul- und Kitabauten müssen angepasst werden. Bis zu sechs Jahre dauert der Bau einer neuen Schule von der Planung bis zum Bezug. Da es jährlich bis zu 10 000 Umzüge innerhalb der Stadt gibt, verändern sich auch die unterschiedlichen Stadtquartiere ständig. Der Süden, der von Plattenbauten geprägt ist und vorwiegend von älteren Menschen bewohnt wird, könnte künftig wieder verstärkt junge Familien anziehen. Ein Sprecher der Stadt betonte, dass dort wahrscheinlich auch wieder die Schulen benötigt werden, die in den 90ern abgerissen wurden.

Neu gebaut wird vor allem im Norden, wo auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Krampnitz ein völlig neuer Stadtteil entstehen wird. Lösungen für die Verkehrsinfrastruktur, denen durch die Havel, die Seen und die Parklandschaften Grenzen gesetzt werden, gibt es den Angaben zufolge aktuell noch nicht. Seit Jahren existieren Versuche, die Verkehrsströme zu drosseln, um die erhöhte Schadstoffbelastung in der Innenstadt zu reduzieren.

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