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Die Anwohner der Bundesstraße 1 in Küstriner Vorland (Märkisch-Oderland) sind in Sorge. Der von Polen geplante Neubau einer vor 25 Jahren eröffneten provisorischen Straßenbrücke über die Oder wird den Lkw-Verkehr durch die Ortschaften lenken.

Küstriner Vorland
Brückenpläne machen Bürgern Angst

Provisorium seit 25 Jahren: Im Vordergrund ist die Straßenbrücke zu sehen, die im November 1992 als Leihgabe des Landes Berlin installiert wurde, um den Grenzverkehr zu ermöglichen. Inzwischen ist Polen für die Brücke verantwortlich und plant den Neubau bis 2025 direkt neben den Bahnbrücken (Hintergrund).
Provisorium seit 25 Jahren: Im Vordergrund ist die Straßenbrücke zu sehen, die im November 1992 als Leihgabe des Landes Berlin installiert wurde, um den Grenzverkehr zu ermöglichen. Inzwischen ist Polen für die Brücke verantwortlich und plant den Neubau bis 2025 direkt neben den Bahnbrücken (Hintergrund). © Foto: Matthias Lubisch
Ulf Grieger / 23.01.2018, 20:45 Uhr - Aktualisiert 23.01.2018, 21:55
Küstrin/Kostrzyn (MOZ) Die Anwohner der Bundesstraße 1 in Küstriner Vorland (Märkisch-Oderland) sind in Sorge. Der von Polen geplante Neubau einer vor 25 Jahren eröffneten provisorischen Straßenbrücke über die Oder wird den Lkw-Verkehr durch die Ortschaften lenken. Bisher war die Brücke auf Lkw mit 7,5 Tonnen begrenzt.

Die Gemeindevertreter von Küstriner Vorland befürchten, dass sich im Zuge des grenzüberschreitenden Lkw-Verkehrs auf der B1 die Lebensqualität der Einwohner deutlich verschlechtert. Sie rechnen mit rund 600 Lkw täglich, die allein aus der Sonderwirtschaftsszone Kostrzyn/Slubice die Fahrt nach Berlin antreten. Die B1 ist für sie der kürzeste Weg. Hinzu kommt der Verkehr aus den anderen Wirtschaftszentren Polens und Osteuropas.

Im Hauptausschuss machte Raimar Wendland deutlich, dass man keine Zeit verlieren sollte, um alle Betroffenen auf die Situation vorzubereiten. Bereits am 15. März findet dazu eine Einwohnerversammlung im Kulturhaus Küstriner Vorland statt, zu der auch die Verantwortlichen vom Landesbetrieb Straßenwesen sowie Politiker von Land und Bund eingeladen werden sollen.

Wendland, er war bereits vor fünf Jahren bei der Gründung einer entsprechenden Bürgerinitiative der Brückenbaugegner aktiv, verwies darauf, dass die Manschnower nicht die einzigen sind, die sich vor Lärm, Feinstaubbelastung und Verkehrsunsicherheit fürchten.

Im Zuge der Freigabe der Grenzbrücke für den Lkw-Verkehr müssen sich all jene, die bisher die B1 für die Besorgungen in der Kreisstadt Seelow genutzt haben, in diese Lkw-Kolonnen einreihen. Vor dem Hintergrund der geplanten Verwaltungreform mit der Konzentration der Verwaltung in Seelow ist davon jeder Einwohner der Region zwischen Oder und Seelow betroffen.

Große Unsicherheit herrscht auch im kleinen Müncheberger Ortsteil Jahnsfelde angesichts des angekündigten Brückenbaus über die Oder in ­Kostrzyn. Das wurde bei einem Bürgerforum deutlich, zu dem Münchebergs Bürgermeisterin Ute Barkusky eingeladen hatte. „Wenn künftig über die B 1 der Schwerlasttransport aus den Küstriner Gewerbegebieten rollt, dann ist auch Jahnsfelde davon extrem betroffen“, erklärte Ortsvorsteher Bernd Gohlke.

„Wir stehen erst am Anfang der Planung“, versucht indes Edgar Gaffry, als Vorstand des Landesbetriebes Straßenwesen für Planung und Bau zuständig, zu beruhigen. Denn erst im Jahre 2025 soll nach dem zwischen der Bundesrepublik und Polen paraphierten Vertrag der Ersatzneubau der Straßenbrücke fertig sein.

Gebaut wird sie nahezu zeitgleich mit den neuen Bahnbrücken zwischen den Oderufern. Verantwortlich für die Bahnbrücken ist Deutschland, für die Straßenbrücke Polen (im Tausch der Verantwortung für die Stadtbrücke Frankfurt). „Es wird in jedem Fall ein Planfeststellungsverfahren nötig sein. Denn der eine Brückenkopf kommt ja auf die deutsche Seite“, macht der Vorstand deutlich.

Ebenso werde es auf deutscher und polnischer Seite Ausgleichsmaßnahmen geben. Im Rahmen des Planfestellungsverfahrens werden auch die Anliegergemeinden dazu gehört.

In diesem Verfahren werden alle Bedenken und Befürchtungen geprüft. Hinzu werde eine erneute Verkehrsprognose erarbeitet, um das tatsächlich zu erwartende Verkehrsaufkommen zu berechnen. „Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass wir ab Mitte dieses Jahres flächendeckend die Maut einführen und der Ausbau der Autobahn A12 so fortgesetzt wird, dass sie für die Speditionen wieder attraktiver wird“, erklärt Edgar Gaffry auf Nachfrage dieser Zeitung.

Allerdings sehe er für seinen Betrieb die B1 recht gut auf den Lkw-Verkehr vorbereitet. Küstrin-Kietz, Seelow und Münche­berg haben Ortsumgehungen bekommen. In Manschnow, Diedersdorf und Jahnsfelde seien die Durchfahrten ausgebaut und mit Sicherungseinbauten wie Verkehrsinseln und Überquerungshilfen versehen worden.

Im Hauptausschuss von Küstriner Vorland war man anderer Meinung. Dort will man notfalls auf die Straße gehen, um mehr Sicherheit einzufordern.  

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Karl Heinz Günther 24.01.2018 - 10:23:20

Es kann nicht schlimmer werden als in Schwedt

Schwedter Anwohner der B 166 müssen schon lange diesen LKW-Grenzverkehr dulden. Oftmals fahren 4 - 5 LKW unmittelbar hintereinander durch die Stadt. Krach, Gestank, oftmalige Verkehrsgefährdung an Ampeln und Fußgängerübergängen sind die Regel. Alle Anstrengungen der Stadtverwaltung für eine Umfahrung mit Neubau einer Brücke über die Oder bleiben eine ferne Hoffnung. Es gibt auch einen Vorteil: Den kurzen Weg zum Tanken. Die Verantwortlichen in den Verkehrsbehörden interessiert das wenig. Liebe Anwohner, wenn Sie in Erfahrung bringen wollen, was Ihnen bevorsteht, sehen Sie sich die Bescherung einmal in Schwedt an.

Raimar Wendland 24.01.2018 - 07:08:45

Es ist doch lug und trug

Es ist doch lug und trug, wenn durch den Landesbetrieb behauptet wird, dass Manschnow und andere Gemeinden auf den Schwerlasttransport vorbereitet sind. Was nützen Verkehrsinseln? In Manschnow werden diese regelmäßig überfahren bzw. es wird mit hoher Geschwindigkeit über den Bordstein gefahren. Was nützt die Maut auf Bundesstraßen? Die B1 ist gut ausgebaut. Ein LKW fährt im Durchschnitt 70 km/h. Die Erfahrung sagt leider, dass er diese innerhalb als auch außerhalb der Ortschaften fährt. Die B1 ist die kürzeste Verbindung aus Richtung Osten in Richtung Westen. Versucht man uns hier wirklich für dumm zu verkaufen? Warum wird eine Studie des Bundes nicht beachtet? Es geht um Menschen und nicht um irgendeine Sache!!! Müssen wir Anwohner der B1 von Küstrin-Kietz bis Hoppegarten und alle weiteren Betroffenen erst auf die Straße gehen und die Straße dicht machen, bevor wir angehört werden und unsere Interessen als Mensch beachtet werden? Raimar Wendland Gemeindevertreter und Anwohner

Raimar Wendland 24.01.2018 - 07:07:49

Es ist doch lug und trug

Es ist doch lug und trug, wenn durch den Landesbetrieb behauptet wird, dass Manschnow und andere Gemeinden auf den Schwerlasttransport vorbereitet sind. Was nützen Verkehrsinseln? In Manschnow werden diese regelmäßig überfahren bzw. es wird mit hoher Geschwindigkeit über den Bordstein gefahren. Was nützt die Maut auf Bundesstraßen? Die B1 ist gut ausgebaut. Ein LKW fährt im Durchschnitt 70 km/h. Die Erfahrung sagt leider, dass er diese innerhalb als auch außerhalb der Ortschaften fährt. Die B1 ist die kürzeste Verbindung aus Richtung Osten in Richtung Westen. Versucht man uns hier wirklich für dumm zu verkaufen? Warum wird eine Studie des Bundes nicht beachtet? Es geht um Menschen und nicht um irgendeine Sache!!! Müssen wir Anwohner der B1 von Küstrin-Kietz bis Hoppegarten und alle weiteren Betroffenen erst auf die Straße gehen und die Straße dicht machen, bevor wir angehört werden und unsere Interessen als Mensch beachtet werden? Raimar Wendland Gemeindevertreter und Anwohner

Raimar Wendland 24.01.2018 - 07:07:24

Es ist doch lug und trug

Es ist doch lug und trug, wenn durch den Landesbetrieb behauptet wird, dass Manschnow und andere Gemeinden auf den Schwerlasttransport vorbereitet sind. Was nützen Verkehrsinseln? In Manschnow werden diese regelmäßig überfahren bzw. es wird mit hoher Geschwindigkeit über den Bordstein gefahren. Was nützt die Maut auf Bundesstraßen? Die B1 ist gut ausgebaut. Ein LKW fährt im Durchschnitt 70 km/h. Die Erfahrung sagt leider, dass er diese innerhalb als auch außerhalb der Ortschaften fährt. Die B1 ist die kürzeste Verbindung aus Richtung Osten in Richtung Westen. Versucht man uns hier wirklich für dumm zu verkaufen? Warum wird eine Studie des Bundes nicht beachtet? Es geht um Menschen und nicht um irgendeine Sache!!! Müssen wir Anwohner der B1 von Küstrin-Kietz bis Hoppegarten und alle weiteren Betroffenen erst auf die Straße gehen und die Straße dicht machen, bevor wir angehört werden und unsere Interessen als Mensch beachtet werden? Raimar Wendland Gemeindevertreter und Anwohner

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