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Der Bund für Umwelt und Naturschutz klagt gegen den geplanten A14-Abschnitt an der Elbe

Verkehr
Autobahnbau mit Hürden

Der Rohbau eines Widerlagers einer Brücke der geplanten Autobahn A14 steht auf einem brachliegenden Stück Land.
Der Rohbau eines Widerlagers einer Brücke der geplanten Autobahn A14 steht auf einem brachliegenden Stück Land. © Foto: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert
Harriet Stürmer / 21.02.2018, 08:15 Uhr
Potsdam (MOZ) In Mecklenburg-Vorpommern ist die neue Autobahn 14 schon fertig. In einigen Jahren soll sie die Landeshauptstädte Schwerin und Magdeburg in Sachsen-Anhalt verbinden. Doch in Brandenburg könnte sich der Weiterbau problematisch gestalten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) klagt gegen einen Abschnitt an der Elbe bei Wittenberge (Prignitz).

Zuletzt war es mit der neuen Autobahn 14 ein gutes Stück vorangegangen. Der zweite und letzte Bauabschnitt in Mecklenburg-Vorpommern – die etwa elf Kilometer lange Strecke zwischen Grabow und Groß Warnow – wurde kurz vor Weihnachten freigegeben. Nun kann der Verkehr von der Ostseeautobahn A20 über Schwerin und die Landesgrenze ins brandenburgische Karstädt rollen.

Doch damit ist erst ein Drittel der A14 im Bau oder bereits befahrbar. Insgesamt soll die Verkehrsverbindung durch drei Länder über vier Streifen auf 156 Kilometern gebaut werden. Bis 2022 soll sie über Wittenberge (Prignitz) bis Magdeburg (Sachsen-Anhalt) durchgängig befahrbar sein.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Schwerin mahnt zur Eile. Die Trasse müsse jetzt zügig fertig gebaut werden. Insbesondere das Güterkraftverkehrsgewerbe sehe den äußerst schleppenden Lückenschluss nach Magdeburg sehr kritisch. Die Unternehmer erwarteten schnelle Planungs- und Baufortschritte.

Auf Brandenburger Seite ist indes erst ein 11,3 Kilometer langer Abschnitt frei. Und auch im Norden Sachsen-Anhalts kommt der Ausbau nur in kleinen Schritten voran. Für die Mehrzahl der acht Abschnitte zwischen Magdeburg und der Grenze zu Brandenburg laufen noch die Planverfahren. Immerhin: Nach einem Kompromiss zwischen dem Land und dem Naturschutzverband BUND scheint der Weg grundsätzlich frei.

So weit ist man in Brandenburg noch nicht. Hier klagt der Bund für Umwelt und Naturschutz gegen den Weiterbau der Trasse. Konkret geht es um den Bauabschnitt 1153 – die Elbbrücke bei Wittenberge an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Man habe am Montag Klage beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingelegt, um die gravierenden Auswirkungen der Planungen wenigstens teilweise abzumildern und Verbesserungen bei der Bewertung des Eingriffs und der Festlegung des Ausgleichs zu erreichen, teilte der BUND am Dienstag mit.

Im vergangenen Jahr hatten die Umweltschützer dem brandenburgischen Infrastrukturministerium Änderungen der Planung im Bereich der Elbequerung vorgeschlagen – „mit dem Ziel, dadurch eine Klage zu vermeiden“, betonte der brandenburgische BUND-Vorsitzende Carsten Preuß. So habe man unter anderem den vierspurigen Ausbau der B189 zwischen Wittenberge und Seehausen vorgeschlagen oder den Verzicht auf die Standstreifen an der A14. „Leider zeigte das Ministerium keine Kompromissbereitschaft“, sagt Preuß. Zudem hätte es ein länderübergreifendes Planfeststellungsverfahren geben müssen.

Nach Meinung der Umweltschützer würden die aktuellen Prognosen im Bundesverkehrswegeplan 2030 von 14 000 Fahrzeugen innerhalb von 24 Stunden für diesen Abschnitt weder einen verkehrlichen Bedarf für das Projekt begründen noch die „massiven Eingriffe in Natur und Landschaft“ rechtfertigen. Die prognostizierten Verkehrsströme könnten durch einen entsprechenden Ausbau der Bundesstraßen problemlos aufgenommen werden, meint Preuß. „Das wäre kostengünstiger und könnte schon längst gebaut sein, stattdessen werden für eine am Bedarf vorbei geplante Autobahn Steuergelder verschwendet.“

An den Bau der Autobahn würden auch auf Brandenburger Seite hohe Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung geknüpft, sagt Preuß. Diese könnten jedoch nicht erfüllt werden. „Vielmehr werden die Potenziale für die Regionalentwicklung, die die Kulturlandschaft der Region bietet, beschädigt“, kritisiert der Umweltschützer.

Insgesamt werden für den Autobahnbau Kosten in Höhe von 1,3 Milliarden Euro veranschlagt. In Mecklenburg-Vorpommern umfasst die Trasse 25,8 Kilometer. In Sachsen-Anhalt sind 96,9 Kilometer geplant und in Brandenburg 32,1 Kilometer. Es entstehen insgesamt 17 Anschlussstellen, fünf Parkplätze mit Toiletten und zwei Tank-Rastanlagen.

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