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Die Schrecken von Sachsenhausen spiegeln sich in Häftlingskleidung, Akten und Fotos wider. Das wichtige Material kann jetzt fachgerecht gelagert werden.

Erinnern
Neues Depot in Gedenkstätte Sachsenhausen eröffnet

Auf dem Industriehof des früheren Konzentrationslagers Sachsenhausen wurde das Depot der Gedenkstätte eröffnet.
Auf dem Industriehof des früheren Konzentrationslagers Sachsenhausen wurde das Depot der Gedenkstätte eröffnet. © Foto: dpa
dpa / 25.02.2018, 18:55 Uhr
Oranienburg Auf dem Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg (Oberhavel) ist am Sonntag ein neues Depot für die umfangreiche Sammlung eröffnet worden. „Vor dem Hintergrund der immer weniger werdenden Zeitzeugen spielen diese Objekte eine noch wichtigere Rolle als bisher – sie bringen die Geschichte zum Sprechen“, erklärte Kulturministerin Martina Münch (SPD) zur Eröffnung laut Mitteilung. Auf rund 1200 Quadratmetern können die rund 35 000 Objekte und 430 Regalmeter Archivmaterial aufbewahrt werden.

Unter den Objekten sind Häftlingskleidung, aber auch Kunstwerke, Fotos und Dokumente. Vieles stammt aus den Nachlässen der Häftlinge. Bislang waren die Exponate im ehemaligen Kino der Gedenkstätte untergebracht. Jetzt können die Erinnerungen unter modernen konservatorischen Bedingungen aufbewahrt werden. Die Räume in ehemaligen Werkstätte wurden für rund 2,53 Millionen Euro wieder hergerichtet. Das Geld stellte die Stiftung bereit, die je zur Hälfte vom Land und von der Bundesbeauftragten für Kultur getragen wird. Das Land unterstützte die Einrichtung des neuen Depots mit rund einer Million Euro.

Im ehemaligen KZ Sachsenhausen nördlich von Berlin waren von 1936 bis 1945 zur Zeit der Nazi-Diktatur mehr als 200 000 Menschen gefangen. Zehntausende wurden Opfer von Vernichtungsaktionen oder kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um. Das Lager wurde am 22. und 23. April 1945 durch sowjetische und polnische Soldaten befreit.

Von Sommer 1945 bis zur Auflösung des Lagers im Frühjahr 1950 inhaftierte der sowjetische Geheimdienst NKWD dort rund 60 000 Menschen. Es waren meist untere Funktionäre des NS-Regimes, aber auch Mitarbeiter der Verwaltung, Polizei, Justiz und Wirtschaft sowie SS-Personal und willkürlich Verhaftete. Etwa 12 000 Menschen starben an Hunger und Krankheiten.

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