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Auberginen sind ein beliebtes Gemüse. Ihr Anbau im Freiland ist in Deutschland aufgrund der Witterung kaum möglich.

Zeit ist reif
Erste Auberginen aus Brandenburger Gewächshäusern

Mitarbeiter ernten die ersten Auberginen. Erstmals werden Auberginen in Brandenburg in großem Stil gewerbsmäßig angebaut.
Mitarbeiter ernten die ersten Auberginen. Erstmals werden Auberginen in Brandenburg in großem Stil gewerbsmäßig angebaut. © Foto: dpa/Bernd Settnik
dpa / 12.03.2018, 07:45 Uhr
Fretzdorf Die dunkelviolette bis schwarze Färbung ist das Erkennungsmerkmal der Frucht: Erstmals werden Auberginen in Brandenburg nach Angaben des Landesgartenbauverbandes gewerbsmäßig in großem Stil angebaut. Die zwischen 225 und 350 Gramm schweren und etwa 20 Zentimeter langen Früchte werden derzeit in Nordbrandenburg in den Gewächshäusern der Werder Frucht GmbH geerntet. „Die Zeit war reif, Kunden wollen vor allem regionales Obst und Gemüse“, sagte Petra Lack, Geschäftsführerin der Werder Frucht GmbH in Werder (Potsdam-Mittelmarjkj). „Und wir wollten nach dem Erfolg mit Gewächshaus-Paprika aus Brandenburg ein neues Produkt anbieten.“

Auberginen stammen vermutlich aus Asien. Sie werden dort in vielen Größen angebaut: von klein und kugelig bis zu großen wuchtigen Exemplaren. Sie gehören zu den Nachtschattengewächsen.

„Auberginen sind sehr sensible Pflanzen“, sagte Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. Deutschlandweit gibt es nach seinen Angaben keine anderen Betriebe, die dieses Gemüse anbauen. Für das zunehmende Interesse sei der Trend zu mediterraner Küche sowie nach Obst und Gemüse aus der Region verantwortlich. „Gärtner sind auch immer experimentierfreudig und beschäftigen sich mit dem Anbau auch von Exoten, die in unseren Breiten nicht so üblich sind“, sagte er.

In Fretzdorf (Ostprignitz-Ruppin) gedeihen die Pflanzen bei Werder Frucht auf etwa 0,5 Hektar unter Glas, die Temperaturen liegen bei 16 und 21 Grad Celsius. Die ersten Setzlinge - etwa 15 bis 20 Zentimeter groß - kamen Ende Februar in den Boden. Jetzt haben die Sorten „Kylie“ und „Angela“ eine Größe von etwa einen Meter erreicht. Pro Pflanze wachsen 100 bis 200 Früchte in der Saison heran. Mit der Ernteschere werden die reifen Auberginen abgeschnitten - viermal in der Woche. Bis zum Herbst sollen nach Angaben von Lack insgesamt 120 bis 140 Tonnen an Berliner Supermärkte gehen.

Die Nachfrage sei sehr groß und ein gutes finanzielles Ergebnis zu erwarten, sagte Lack. 2015 hatte der Betrieb als erster in Brandenburg Paprika - ebenfalls ein Nachtschattengewächs - unter Glas angebaut. Zunächst nur grüne und rote, mittlerweile auch orangefarbene. Neue Gewächshäuser entstanden. Pro Tag werden in der Saison etwa sieben Tonnen Paprika geerntet. Insgesamt bewirtschaftet das Unternehmen 25 Hektar Gewächshäuser, vor allem für Tomaten und Gurken. Zudem stehen auf 150 Hektar Obstbäume und Beeren.

Der Präsident des Gartenbauverbandes, Klaus Henschel, Geschäftsführer der Fontana Gartenbau GmbH in Manschnow (Märkisch-Oderland), sieht noch nicht das Endes der Möglichkeiten für den hiesigen Anbau von Obst- und Gemüsesorten, die eigentlich in südlicheren Gefilden beheimatet sind. „Bei Beerenobst ist noch viel möglich, da ist noch nicht alles ausgereizt“, sagte er. Auch mit Chili werde gearbeitet. Immer interessanter für professionellen Anbau und Vermarktung werde auch die Aroniabeere. „Es dauert auch nicht mehr lange, dann kümmern sich Obstbauern um das Gedeihen der Gojibeere“, sagte er. Als Superfood werde die Frucht, die bislang importiert werden müsse, immer beliebter.

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