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Dramatische Anstiege gab es 2017 schließlich auch bei den getöteten Motorradfahrern

Verkehr
Laster-Unfälle: Bilanz des Schreckens

Infografik Reiseziele der Deutschen 2017 Verkehrsunfälle unter Beiteiligung von Güterfahrzeugen
Infografik Reiseziele der Deutschen 2017 Verkehrsunfälle unter Beiteiligung von Güterfahrzeugen © Foto: MOZ
Mathias Hausding / 13.03.2018, 08:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Verkehrsunfallbilanz für 2017 kennt nur eine Richtung: In nahezu allen Bereichen gingen die Todes- und Verletztenzahlen nach oben. Besonders alarmierend sind einmal mehr die Gefahren durch den Schwerlastverkehr.

Es ist eine wohl von vielen Brandenburger Autofahrern gefühlte Wahrheit, die nun statistisch belegt wird: Der Schwerlastverkehr wird zu einem immer größeren Risiko. Um gut elf Prozent ist die Zahl der Lasterunfälle im vergangenen Jahr gestiegen. Dramatisch: Bei drei von vier dieser Kollisionen waren Brummi-Fahrer die Verursacher. Auf Brandenburger Autobahnen war sogar an fast jedem zweiten Unfall ein Lkw beteiligt, 17 Menschen starben dabei, 431 wurden verletzt, jeweils deutlich mehr als im Vorjahr.

„Dieser Verkehr wird weiter zunehmen. Brandenburg ist ein Transitland“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Montag bei der Vorstellung der Unfallbilanz. Als Reaktion darauf soll der Güterverkehr nun stärker überwacht werden. So könnten etwa Polizeihubschrauber die Einhaltung der Abstandsregeln auf Autobahnen aus der Luft kontrollieren. Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke berichtete auf Nachfrage vom Besuch eines Fernfahrer-Stammtischs, dass in der Branche über einen hohen Arbeitsdruck geklagt werde und es zu wenig Parkplätze für die regelmäßigen Pausen gebe. Welche Schlussfolgerungen aus dieser Diagnose zu ziehen sind, ließ Mörke offen.

Einziger Lichtblick der Unfallbilanz ist, dass 2017 auf Brandenburgs Straßen kein Kind tödlich verunglückte. Leider wird man das bei der Bilanz für das laufende Jahr nicht sagen können. Im Januar starb in Brandenburg/Havel ein Schulkind, weil ein Lastwagenfahrer es beim Abbiegen übersehen hatte.

Sorgen machen beim Blick auf die Statistik für 2017 auch die sogenannten Baumunfälle. Ebenfalls ein Dauerthema in Brandenburg. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl dieser Kollisionen leicht auf über 1600, es gab mit 882 Verletzten (plus fünf Prozent) und 51 Toten (plus 70 Prozent) erhebliche Schäden zu beklagen. Damit ging jeder dritte Unfalltote im Land auf das Konto von Baumunfällen.

Zu möglichen Ursachen und Hintergründen wurden am Montag keine Angaben gemacht. Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse regte lediglich an, über mehr Tempo-70-Limits an Alleen nachzudenken. Inwieweit Ablenkung oder Übermüdung im Pendlerland Brandenburg bei diesen Unfällen eine Rolle spielen, wurde bei der Analyse des Geschehens und der Suche nach Lösungen nicht thematisiert. In einer am Montag verbreiteten sechsseitigen Untersuchung über Risiko-Orte und Risiko-Gruppen blieben die Pendler unerwähnt, während es andernorts seit langem Präventionskampagnen gibt, die jene Menschen besonders in den Blick nehmen.

Dramatische Anstiege gab es 2017 schließlich auch bei den getöteten Motorradfahrern (von 15 auf 22) sowie bei den Fahrradfahrern (von 13 auf 26 verdoppelt). Bei den Unfallursachen sticht zudem heraus, dass tödliche Kollisionen nach Vorfahrtfehlern (plus 60 Prozent) und Tempoverstößen (plus 24 Prozent) zunahmen.

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