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Landtag diskutiert über eine Beratungsstelle für Windenergie

Windenergie
Die Akzeptanz ist verspielt

Verspargelt: Der Ausbau der Windenergie stößt bei vielen Bürgern in Brandenburg auf Kritik.
Verspargelt: Der Ausbau der Windenergie stößt bei vielen Bürgern in Brandenburg auf Kritik. © Foto: dpa/Jens Büttner
Ulrich Thiessen / 19.04.2018, 07:30 Uhr - Aktualisiert 23.04.2018, 14:27
Potsdam (MOZ) Wenn es nach den Grünen geht, bekommt Brandenburg eine Servicestelle für die Akzeptanz der Windenergie. In Thüringen existiert so eine Landeseinrichtung. Thüringen hat aktuell 834 Windräder. Allein die Prignitz hat mehr als 900. Die Akzeptanz ist hierzulande längst verloren, so das Fazit einer Anhörung im Landtag.

Kleine Gesprächsrunden mit Bürgermeistern, Busfahrten zu Windparks, die niemanden stören oder ein Siegel für faire Windenergie. All das organisiert die Thüringer Servicestelle Windenergie. Bei den zahlreichen Besuchern im Wirtschaftsausschuss des Landtages lösten entsprechende Berichte am Mittwoch nur Schulterzucken aus.

Jens Graf, Geschäftsführer vom Städte- und Gemeindebund erklärte, dass allenfalls mehr Bürgerbeteiligung Akzeptanz für neue Windräder schaffen könnte. Dass der Versuch des Bundes, Bürgerenergiegesellschaften zu gründen, gescheitert ist, weil große Energieunternehmen diese für eigene Zwecke nutzen, betonten gleich mehrere Redner. Bliebe noch eine stärkere kommunale Beteiligung.

Laut Graf könnten eine Windsteuer für alle eingeführt werden, die dieses Naturgut nutzen. Allerdings müsste dies bundesweit geregelt werden – Umsetzungsmöglichkeit gering. Graf könnte sich auch eine Einspeisungskonzession für Strom aus Windrädern vorstellen. Dann würden die Kommunen, durch deren Netze die Energie fließt, profitieren. Das allerdings würde den Strom verteuern. Es sei denn der Bund würde im entsprechenden Maße die Steuern auf Strom senken – mittelfristig kaum vorstellbar.

Aber ändert die Beteiligung weniger Bürger oder einzelner Kommunen noch etwas an der Grundstimmung? Nein, sagte Thomas Voigt, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Temnitztal (Ostprignitz-Ruppin). Er berichtete, wie sein Dorf schon in den 90ern versuchte, die Höhe von Windrädern in unmittelbarer Nähe zu begrenzen und Abstände zu Wohnbebauungen festzulegen – ohne Erfolg. Eine neue Einfamilienhaussiedlung musste aufgeben werden, weil ein Windpark davor errichtet wurde. Nun drohen 23 weitere Windräder. Eine Behinderteneinrichtung im Nachbardorf erwägt den Wegzug, weil die Rotoren die Bewohner beunruhigen. Warum, fragt der Bürgermeister, wird ein ganzer Landstrich kaputt gemacht? Niemand ziehe mehr in seine Gemeinde. Die eigene Kinder werden nicht mehr zurückkehren, berichtet er sichtlich aufgebracht. Und dann wandte Voigt sich an Jan Hinrich Glahr vom Bundesverband Windenergie und wollte von ihm wissen, ob er als Befürworter von immer mehr Windenergie ein Windrad vor dem Fenster hat.

Einen sofortigen Ausbaustopp forderte Waltraud Plarre, Sprecherin der Volksinitiative „Rettet Brandenburg“. Auch der CDU-Abgeordnete Dierk Homeyer ist der Meinung, dass das akzeptable Maß in vielen Landstrichen überschritten wurde. Lars Roskoden von der Windplanungsfirma „Energiequelle“ sagte, dass Windräder die Kulturlandschaft prägen. Schon die nächste Generation wachse damit auf. Wenn man die Windräder positiv besetze, würde man sich dann weniger daran stoßen. Eine Servicestelle Windkraft könne dabei helfen.

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Rainer Ebeling 24.04.2018 - 14:49:41

Jahrelang bemüht sich die Politik um Akzeptanz der Windkraft

Schon seit Jahren versucht die Politik den zügellosen Windkraftausbau zu rechtfertigen und wirbt um Akzeptanz. Herr Christoffers, ehemaliger Wirtschaftsminister bemühte sich die Akzeptanz als 4. Säule der Energiestrategie zu deklarieren und bestellte Bürger zum Dialog nach Potsdam. In der Uckermark war die Protest-Bewegung plötzlich im Kreistag. Aber statt der Protest abflaut, nimmt er weiter zu. Über 100 Bürgerinitiativen kämpfen in Brandenburg gegen die weitere Verspargelung. Nach den letzten 4 Ausschreibungen ist Brandenburg mit 247 WKA im Vergleich zu Sachsen mit 11 WKA ein Erlkönig. Viele Bürger fangen an sich mit dem Thema Energiewende intensiv zu beschäftigen und die Sinnhaftigkeit des weiteren Ausbaus zu hinterfragen. Man will Akzeptanz für die größte Natur- und Landschaftszerstörung, für den höchsten Strompreis in Europa, für eine Umzingelung von viel zu vielen und zu dicht an der Wohnbebauung stehenden WKA, für ein nicht funktionierendes Energie-System, für Waldzerstörung im riesigen Ausmaß? Nein für einen Weg in die Sackgasse kann man keine Akzeptanz erwarten, denn diese Technologie ist nicht in der Lage uns zuverlässig, preiswert ganzjährig mit Strom zu versorgen. Speicher in dem Ausmaß, wie wir sie für Deutschland benötigten, sind physikalisch bedingt, nicht realistisch. Das IFO-Institut hat es ausgerechnet, bei 40% Wind- und Sonnenstrom bräuchte man 900 Pumpspeicherkraftwerke. Das Beispiel zeigt von welchen Dimensionen wir hier reden. Obwohl Deutschland schon mit ca. 30.000 WKA zugestellt ist, erreicht der Anteil der Windkraft nur ca. 2% im Primärenergieverbrauch. Es muss ein Umdenken geben und ein Moratorium des weiteren Windkraftausbaus – nur so bekommt man Akzeptanz.

Ho Wetzel 24.04.2018 - 08:49:24

Elektroenergie aus Wind

An sich eine sehr gute Idee die Erneuerbare Energie Wind zu nutzen, wird durch Maßlosigkeit leider in eine schlechte verwandelt!

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