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Deutsche und polnische Beamte decken immer raffiniertere Verstecke auf / Mutmaßlicher Drogenkurier gesteht vor Frankfurter Gericht

Fahndungserfolge
Schmuggel im Ersatzreifen und falschem Feuerwehrauto

100 Säcke mit Rohtabak: Die entdeckten polnische Grenzschützer  in der Nähe von Forst in einem Kleintransporter.
100 Säcke mit Rohtabak: Die entdeckten polnische Grenzschützer in der Nähe von Forst in einem Kleintransporter. © Foto: Straz Graniczna
MOZ / 20.04.2018, 10:00 Uhr
Frankfurt (Oder)/Krosno (Dietrich Schröder) Die Verstecke, derer sich Zigaretten- und Rauschgiftschmuggler bedienen, werden immer einfallsreicher. Ein 34 Jahre alter, aus Polen stammender Mann hat am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) gestanden, zehn Kilo synthetischer Drogen im Reserverad eines Mietwagens versteckt zu haben.

Der Schmuggelversuch war im November bei einer Routinekon­trolle auf der Autobahn 12 bei Frankfurt aufgeflogen. Der Angeklagte erklärte, dass er das Auto auf einem Parkplatz in Polen übernommen hatte und dass ihm die Auftraggeber, deren Namen er angeblich nicht genau kennt, für den Transport nach Deutschland 20 000 Zloty (rund 4800 Euro) versprochen hätten.  Im Gegenzug für das Geständnis hatte ihm das Gericht eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als dreieinhalb Jahren in Aussicht gestellt. Das Urteil soll laut einem Gerichtssprecher am kommenden Dienstag verkündet werden.

Unterdessen entdeckten polnische Grenzschützer am Dienstag dieser Woche in einem Kleintransporter, der als Dienstwagen der Feuerwehr drapiert war, 300 000 Schmuggelzigaretten. „Unseren Mitarbeitern fiel jedoch auf, dass die seitlichen Aufschriften des angeblichen Feuerwehrautos nicht ganz authentisch waren“, berichtet der Sprecher des Grenzschutzamts in Krosno Odrzanskie, Rafal Potocki. Die Insassen des Transporters – zwei Männer im Alter von 29 und 60 Jahren – seien verhaftet worden.

Gleich 2,5 Tonnen Rohtabak, der vermutlich aus China stammt und über den Hamburger Hafen zunächst nach Deutschland gebracht worden war, fanden polnische Grenzschützer am Mittwoch in einem Kleintransporter nahe des Autobahngrenzübergangs bei Forst (Spree-Neiße).

„Die 25 Kilo schweren Papiersäcke mit dem Tabak waren in einem bis unters Dach beladenen Kleintransporter versteckt“, berichtet Potocki. Der Rohtababk dürfte mehr als 1,1 Millionen Zloty (rund 250 000 Euro) gekostet haben. Da für den Tabak kein Zoll bezahlt wurde, drohe dem 35-jährigen Fahrer eine hohe Geld- oder Haftstrafe.

„Wir vermuten, dass der Tabak in einer illegalen Werkstatt zerkleinert und zu Zigaretten verarbeitet werden sollte, um diese dann in Polen, Deutschland oder Großbritannien zu verkaufen“, erklärt der Sprecher. Das sei für die Schmuggler ein lukratives Geschäft.

Durch den Verkauf der 2,5 Tonnen Rohtabak wären dem polnischen Staat Steuern in Höhe von umgerechnet 280 000 Euro entgangen. Seit Jahresbeginn seien allein durch das Grenzschutzamt Krosno unverzollte Tabakwaren im Wert von acht Millionen Zloty (etwa 1,9 Millionen Euro) sichergestellt worden.

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