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Vom Arbeitslosen zum Kita-Erzieher

Dringend gesucht: Weil Fachkräfte in den Kitas fehlen, erleichtert der Senat Quereinsteigern nun die Umschulung.
Dringend gesucht: Weil Fachkräfte in den Kitas fehlen, erleichtert der Senat Quereinsteigern nun die Umschulung. © Foto: dpa/Tim Brakemeier
Maria Neuendorff / 12.05.2018, 08:00 Uhr
Berlin (MOZ) Erzieher werden dringend gesucht. Allein in Berliner Kitas fehlen derzeit rund 1000 Fachkräfte. Um den Mangel zu beheben, geht die Stadt nun einen neuen Weg: Ab sofort wird Arbeitslosen die dreijährige Umschulung vom Jobcenter voll finanziert. Aber auch schon von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen können von der neuen Regelung Gebrauch machen, für die am Freitag eine entsprechende Vereinbarung von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg unterzeichnet wurde.

„Wir brauchen Erzieherinnen und Erzieher, um ausreichend Kita-Plätze anbieten zu können“, begründete Sandra Scheeres (SPD), Bildungssenatorin, den neuen Weg. Gleichzeitig gebe es zahlreiche arbeitsuchende Frauen und Männer, die sich für den Erzieherberuf interessierten und gute Voraussetzungen dafür mitbrächten. „Viele konnten sich jedoch bisher die dreijährige Ausbildung ohne finanzielle Förderung nicht leisten. Deshalb habe ich mich immer auch auf Bundesebene für Änderungen eingesetzt und bin stolz, dass es uns in Berlin gemeinsam mit der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit gelungen ist, mit gutem Beispiel voranzugehen.“

Grundsätzlich ist es möglich, eine vollschulische oder eine berufsbegleitende Erzieher-Ausbildung zu absolvieren. Die Agenturen für Arbeit und Jobcenter konnten aber Umschulungen bisher aufgrund der rechtlichen Regelungen nicht fördern. Eine Ausnahme war lediglich ein Modellversuch unter Beteiligung des Jobcenters Friedrichshain-Kreuzberg, der 2014 gestartet wurde. Die ersten 21 Auszubildenden schlossen im Sommer 2017 die geförderte berufsbegleitende Erzieher-Ausbildung ab.

„Was mit einem Experiment versucht wurde, wird nun kräftig ausgebaut“, erklärt Bernd Becking, Leiter der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg. Den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern waren bisher die Hände gebunden, wenn die Finanzierung des dritten Ausbildungsjahrs nicht sichergestellt war. „Nun ist der Weg frei, mehr Menschen für den Erzieherberuf zu gewinnen und ihnen neue berufliche Perspektiven zu geben.“

Die neue Vereinbarung sieht vor, dass die dreijährige Umschulung ebenso wie die reguläre Erzieher-Ausbildung an Fachschulen der Sozialpädagogik und bei Trägern einer Kita- oder Jugendhilfeeinrichtung erfolgt. Während der ersten zwei Jahre wird der Lebensunterhalt durch die Agenturen für Arbeit oder das Jobcenter gesichert, im dritten Jahr zahlt der Träger einer Kindertagesstätte oder Jugendhilfeeinrichtung den Lohn. Quereinsteiger können direkt mit einer Einrichtung Kontakt aufnehmen oder im Amt nachfragen. Dort werde dann geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Förderung vorliegen.

Laut Schätzungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes suchen  in Berlin zurzeit Eltern für rund 3000 Kinder erfolglos nach einem Kitaplatz. Und das, obwohl sie nach dem Gesetz einen  Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben.

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