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Familien in Brandenburg zahlen am häufigsten Kita-Beitrag

Eine Frau mit einem Kinderwagen geht an einer Wand mit einem Graffiti «Kita» vorbei.
Eine Frau mit einem Kinderwagen geht an einer Wand mit einem Graffiti «Kita» vorbei. © Foto: dpa/Julian Stratenschulte
dpa / 28.05.2018, 07:14 Uhr - Aktualisiert 28.05.2018, 15:51
Potsdam (dpa) Lediglich zwei Prozent der Eltern in Brandenburg sind von einem Kita-Beitrag befreit. So wenig wie in keinem anderen Bundesland.

Eltern in Brandenburg zahlen im bundesweiten Vergleich am häufigsten Geld für die Betreuung ihrer Kinder in einer Kita. Zu diesem Ergebnis kommt der ElternZoom, eine repräsentativ angelegte Befragung von Kita-Eltern, die von Infratest Dimap im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt wurde. In Brandenburg müssen demnach 98 Prozent der befragten Eltern die Versorgung der Kinder bezahlen.

Das könnte sich allerdings bald ändern: Die rot-rote Landesregierung hat im Februar ihren angekündigten Gesetzesentwurf für den Einstieg in die kostenlose Betreuung in Kitas vorgelegt. Sie soll schrittweise eingeführt werden. Ab 1. August sollen Eltern im letzten Kita-Jahr kein Geld mehr bezahlen müssen.

Trotz der Kosten für die Kita-Bezahlung und Zusatzgebühren wie Mittagessen, Hygieneartikel und Bastelmaterial - mit 56 Prozent ist die Mehrheit laut der Befragung trotzdem bereit, für eine bessere Qualität noch tiefer in die Tasche zu greifen.

Aktuell geben 90 Prozent der Eltern monatlich durchschnittlich sieben Prozent ihres Einkommens für Kita-Beiträge und Zusatzgebühren aus. Das entspricht durchschnittlich 43 Euro.

Die Befragung hat auch ergeben: Die Kita-Beiträge belasten relativ gesehen bundesweit vor allem arme Haushalte. Sie müssen einen fast doppelt so hohen Anteil ihres Einkommens aufbringen wie wohlhabende Eltern.

Eltern, die über weniger als 60 Prozent eines durchschnittlichen Einkommens verfügen, zahlen monatlich durchschnittlich 118 Euro und damit zehn Prozent ihres Einkommens. Bei denjenigen Eltern oberhalb der Armutsgrenze sind es hingegen nur rund fünf Prozent und im Durchschnitt 178 Euro.

Für eine generell kostenlose Kita müsste der Staat den Berechnungen der Bertelsmann Stiftung zufolge jährlich rund 7,3 Milliarden Euro aufbringen, plus 8 Milliarden Euro für mehr Qualität. Im Koalitionsvertrag der GroKo heißt es, der Bund unterstütze Länder und Kommunen auch bei „der Entlastung von Eltern bei den Gebühren bis hin zur Gebührenfreiheit.“

Allein 2021 fehlen nach aktuellen Planungen 13,3 Milliarden Euro. „Dem politischen Versprechen der Beitragsfreiheit fehlt die finanzielle Substanz. Aktuell ist zu befürchten, dass die Qualität auf der Strecke bleibt“, sagt Dräger.

Die Bundesregierung will nach Angaben des Bildungsministeriums bis 2021 rund 3,5 Milliarden Euro für die Qualitätsverbesserung und die Reduzierung der Beiträge bereit stellen. Mit den Mitteln für die Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern fließt danach jeder achte Bundeseuro in die Kindertagesbetreuung.

Befragt wurden bundesweit 10 491 Eltern mit Kindern bis einschließlich sieben Jahren, die in einer Kita betreut werden. 352 davon wurden in Brandenburg befragt.

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