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Verlegung zum Manöver „Saber Strike“ wird heute abgeschlossen / Ab 15. Juni geht es in die andere Richtung

Streitkräfte
US-Army-Kolonne rollt nach Stettin

US-Militärfahrzeuge stehen in einer Schlange zum Auftanken bereit. Im Zuge der planmäßigen Rotation der US-Streitkräfte in Osteuropa rollen US-Militärfahrzeuge über die A2 und machen dabei Halt in der Kaserne des deutschen Heeres.
US-Militärfahrzeuge stehen in einer Schlange zum Auftanken bereit. Im Zuge der planmäßigen Rotation der US-Streitkräfte in Osteuropa rollen US-Militärfahrzeuge über die A2 und machen dabei Halt in der Kaserne des deutschen Heeres. © Foto: Friso Gentsch
Dietrich Schröder / 08.06.2018, 07:15 Uhr - Aktualisiert 08.06.2018, 16:56
Potsdam/Frankfurt (Oder) (MOZ) Seit Ende Mai haben Tausende amerikanische Soldaten Brandenburg in Richtung Osten durchquert beziehungsweise überflogen. Der Transport in Richtung Osten endet heute mit einer Kolonne auf der A11 nach Stettin, wird aber schon ab Mitte Juni wieder in die andere Richtung erfolgen.

„Unsere Einheit kommt aus Grafenwöhr bei Nürnberg und wird am Freitag über die Autobahn nach Stettin weiter nach Polen fahren.“ Der Presseoffizier der 170 Soldaten und 45 Radfahrzeuge zählenden Kolonne, die Donnerstagabend auf dem Truppenübungsplatz Lehnin südwestlich von Potsdam eintraf, um dort zu übernachten, ist freundlich.

Die Amerikaner sind auf dem Weg zum Manöver „Saber  Strike“ (Säbelhieb), das bereits am Sonntag begonnen hat. An der Übung, die auf Truppenübungsplätzen in den drei baltischen Republiken sowie Polen stattfindet, nehmen 18 000 Soldaten aus 19 Ländern teil, darunter auch die in Litauen stationierten Bundeswehr-Soldaten.

Die „Saber Strike“-Übungen finden zwar schon seit 2011 jährlich statt, haben aber in den vergangenen Jahren einen immer größeren Umfang angenommen. Sie gelten als demonstratives Zeichen der Nato gegenüber Russland im Ostseeraum.

In diesem Jahr findet zeitgleich auch noch das Manöver „Baltops“ statt, das eine noch längere Vorgeschichte hat. Es wird seit 1971 jährlich in der Ostsee durchgeführt, und Ende der 1990er-Jahre – als die Zusammenarbeit zwischen der Nato und Russland auf einem guten Weg war – nahmen eine Zeitlang sogar russische Offiziere und kleinere Einheiten daran teil. In diesem Jahr ist „Baltops“ das größte Marine-Manöver der Nato mit 43 Schiffen, 60 Flugzeugen und fast 5000 Soldaten aus 22 Ländern, Russland gehört allerdings nicht dazu.

Wie bisher aus Nato-Kreisen verlautete, wird bei beiden Manövern die Verteidigung des sogenannten „Suwalki-Korridors“ vor einem fiktiven russischen Angriff geprobt. In dieser Region zwischen Polen und Litauen ist das Nato-Territorium zwischen Weißrussland und der russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg) nur rund 60 Kilometer schmal. Für Militärs gilt es als neuralgischer Punkt.

„Weil seit Ende Mai die Amerikaner auch noch ihre rund 3500 Soldaten und 1400 Fahrzeuge ablösen, die im Rahmen der Operation Atlantic Resolve in Polen und anderen östlichen Nato-Partnerländern stationiert sind, haben sich in den vergangenen Tagen die Bewegungen der Amerikaner in Brandenburg praktisch gekreuzt.“ Das erläutert Oberstleutnant Uwe Nowitzki vom Landeskommando der Bundeswehr. Die intensiven Land- und Lufttransporte sind bei vielen Brandenburgern auf Kritik gestoßen. „Selbstverständlich bezahlen die Amerikaner für Sprit, Verpflegung oder auch die Übernachtungskosten bei diesen Transporten“, sagt Nowitzki auf Nachfrage.

Während es in Brandenburg zwei leichte Unfälle gab – einmal wurde ein US-Fahrzeug von einem polnischen Laster auf der A12 gestreift, im zweiten Fall blieb eins unter einer Brücke bei Forst (Spree-Neiße) stecken –, kam es in Nordsachsen zur Notlandung eines Hubschraubers. Mitten in einem Rapsfeld bei Delitzsch war am Montagmittag ein 18 Meter langer und elf Tonnen schwerer Transporthubschrauber vom Typ „Chinook“ wegen technischer Probleme gelandet. Seine Reparatur lief am Donnerstag noch, das Gebiet ist von der Militärpolizei weiträumig abgesperrt. Die vierköpfige Besatzung blieb unverletzt.

Für noch größere Irritationen sorgte Polens Verteidigungsministerium mit der Äußerung, dass man bereit wäre, sich mit zwei Milliarden US-Dollar an der Errichtung einer ständigen US-Militärbasis in Polen zu beteiligen. Denn diese Initiative war mit der Nato nicht abgesprochen.

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