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Bahnverkehr
Elektrifizierung der Ostbahn wird angestrebt

Ronald Pofalla (r), DB Vorstand, unterhält sich nach dem 3. Deutsch-Polnischen Bahngipfel mit Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg.
Ronald Pofalla (r), DB Vorstand, unterhält sich nach dem 3. Deutsch-Polnischen Bahngipfel mit Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg. © Foto: dpa/Bernd Settnik
Dietrich Schröder / 11.06.2018, 17:16 Uhr - Aktualisiert 11.06.2018, 18:40
Potsdam (MOZ) Es war bereits der dritte deutsch-polnische Eisenbahngipfel seit 2015, zu dem Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke am Montag nach Potsdam eingeladen hatte. Und wie schon bei den beiden vorangegangenen Treffen zeigte sich, dass Fortschritte nur zäh zu erreichen sind.

Immerhin hat sich das Bundesverkehrsministerium jetzt auch mittels einer Absichtserklärung dazu bekannt, den letzten noch eingleisigen und nicht elektrifizierten Abschnitt der Strecke zwischen Berlin und Stettin in der Uckermark bis 2025 zweigleisig auszubauen und unter Strom zu setzen. Woidke freute sich sichtbar darüber, schließlich war dieses Vorhaben vor anderthalb Jahren noch nicht einmal in den Verkehrswegeplan des Bundes aufgenommen worden. Dazu beigetragen, dass dies jetzt doch passiert, hat auch die Verpflichtung von Brandenburg und des Landes Berlin, von den Kosten 100 Millionen Euro beizutragen. Allerdings will man auch noch EU-Mittel für den Ausbau beantragen, der frühestens in drei Jahren beginnen soll.

An eine häufigere Verbindung zwischen Berlin und Breslau, von der schon oft die Rede war, ist dagegen noch immer nicht zu denken. Der an den Wochenenden verkehrende “Kulturzug” zwischen beiden Metropolen wurde auch für 2019 verlängert. Und ab Dezember soll es einen IC zwischen Berlin, Breslau und Krakau geben, der von den Fahrzeiten her eher den Bedürfnissen der polnischen Bahngäste entgegenkommt. Pikant daran: Dieser Zug fährt über Frankfurt(Oder), weil hier nur ein Lokwechsel an der Grenze nötig ist. Würde er dagegen über Forst fahren, müsste zunächst in Cottbus die Elektrolok in eine deutsche Diesellok gewechselt werden, und an der Grenze wäre ein weiterer Lokwechsel nötig.

Eine Art Hoffnungsschimmer gibt es auch für die Ostbahn von Berlin über Küstrin nach Gorzow. Nachdem die Wojewodschaft Lebuser Land ihr Interesse zum Ausdruck gebracht hatte, ihren Teil dieser Linie zu elektrifizieren, sprach Woidke am Montag auch erstmals davon, diese Strecke unter Strom zu setzen. Eine von der Euroregion “Pro Europa Viadrina” in Auftrag gegebene Untersuchung hatte gezeigt, dass hier die Fahrgastzahlen stark steigen. Die derzeit stündlich fahrenden Züge sind häufig überfüllt.

Woidkes Ankündigung, dass man “die positive Entwicklung in Ostbrandenburg und der Wojewodschaft Lebuser Land mit einer attraktiven Schienenverbindung weiter verstärken “ wolle, stößt jedoch noch auf ein entscheidendes Problem: Der Neubau von zwei Eisenbahnbrücken über die Oder und die Odervorflut bei Küstrin-Kietz befindet sich nach wie vor erst noch in der Planungsphase der Deutschen Bahn. Häufiger verkehren soll ab 2020 auch der Eurocity zwischen den beiden Hauptstädten Berlin und Warschau. Diese Strecke wird derzeit in Polen modernisiert, ist aber auch zwischen Berlin und Frankfurt(Oder) noch immer nicht voll ausgebaut. Die jüngste Panne gab es, als Ende Mai wegen einer Weichenerneuerung im Bahnhof Frankfurt (Oder) diese Züge zwar auf einem Nebengleis durch den Bahnhof der Grenzstadt rollten, hier aber nicht anhielten. Wer trotzdem mitfahren wollte, musste entweder zuerst nach Berlin fahren, oder sich in die polnische Kleinstadt Rzepin, 20 Kilometer östlich von Frankfurt, durchschlagen.

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