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Brandenburg richtet beim Verbraucherschutz seinen Fokus auf die Lebensmittelverschwendung / Überarbeitete Landesstrategie vorgestellt

Minister Ludwig
Abfall vermeiden und damit Geld sparen

Zu gut für die Tonne? Brandenburg sagt der Verschwendung den Kampf an.
Zu gut für die Tonne? Brandenburg sagt der Verschwendung den Kampf an. © Foto: dpa/Patrick Pleul
Mathias Hausding / 14.06.2018, 07:15 Uhr
Potsdam (MOZ) Die Brandenburger Landesregierung will im Interesse der Bürger den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung verstärken. „Den meisten Deutschen dürfte bewusst sein, dass sie mit weniger Abfall auch erheblich Kosten sparen würden“, heißt es in der Verbraucherpolitischen Strategie des Landes, deren überarbeitete Version am Mittwoch in Potsdam vorgestellt wurde.

Auf knapp 60 Seiten hat das Haus von Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig (Linke) zusammengefasst, wie sich Rot-Rot den besseren Schutz der Bürger vor intransparenten Verträgen, den Risiken der Digitalisierung oder Betrugsmaschen wie der von VW und anderen Autokonzernen vorstellt. Im Kampf gegen letzteres Phänomen, das seit Jahren rund um den Abgasskandal zu beobachten ist, setzt Ludwig große Hoffnungen in die Musterfeststellungsklage, die demnächst bundesweit kommen soll. Ohnehin gelte es bei den meisten Verbraucherschutzthemen, von Brandenburg aus Initiativen zu starten oder zu begleiten, die dann etwa über die Konferenz der Länderminister auf die Bundesebene getragen werden. Bei Streitigkeiten rund um Online-Geschäfte sollen sich die Bürger künftig auch an eine spezielle Schlichtungsstelle wenden können.

Ein großer Schwerpunkt der Landes-Strategie ist jedoch der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung. Noch in diesem Jahr soll dazu in Brandenburg ein Bündnis gegründet werden. Das Ziel ist eine „deutliche Reduzierung“ der Abfälle in Brandenburg. Private Haushalte seien deutschlandweit für jährlich 6,7 Millionen Lebensmittelmüll verantwortlich. Ludwig setzt auf Aufklärungsprogramme, die sich an Erwachse, aber auch ausdrücklich an Kinder und Jugendliche richten. Beim Bund werde man erneut Druck machen, endlich eine nationale Strategie gegen Verschwendung von Lebensmitteln zu starten. Ein ressortübergreifender Ansatz sei hier geboten. „Auch die Wirtschaftspolitik und die Agrarpolitik muss dieses Thema in den Blick nehmen“, fordert Ludwig.

Zudem sei die Wirtschaft selbst in der Pflicht, ihre Geschäftsabläufe zu überdenken. Deshalb sollen sich Hersteller, Händler, die Verpackungsindustrie sowie Transportbetriebe in das Brandenburger Bündnis einbringen.

Auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum müsse neu nachgedacht werden. Vielleicht sei die Angabe des Verfallsdatums sinnvoller. Moniert wird immer wieder, dass der Handel abgelaufene Produkte nicht mehr verkaufen darf, obwohl sie eigentlich noch in Ordnung sind.

Ludwig räumt jedoch ein, dass ein Umstieg nicht trivial sei. Zum einen seien die Hersteller in Sachen Produktqualität in der Verantwortung, zum anderen müsse bedacht werden, dass die Tafeln für Hilfsbedürftige, die teils Waren mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum geschenkt bekommen, womöglich weniger erhalten würden.

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