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34 Pflanzenarten stehen bereit: sechs Setzlinge von je drei Arten und passende Infos

Wildpflanzenretter
Paten für Ohrlöffel, Pechnelke & Co. gesucht

Patrick Loewenstein, Koordinator des Projekts „Urbanität & Vielfalt“, sitzt in einem Beet mit seltenen Pflanzen auf dem ehemaligen IGA-Gelände in Berlin. Das Projekt ermöglicht es Menschen Patenschaften für seltene Pflanzen zu übernehmen und diese durch den Anbau im heimischen Garten oder auf dem Balkon weiter zu verbreiten.
Patrick Loewenstein, Koordinator des Projekts „Urbanität & Vielfalt“, sitzt in einem Beet mit seltenen Pflanzen auf dem ehemaligen IGA-Gelände in Berlin. Das Projekt ermöglicht es Menschen Patenschaften für seltene Pflanzen zu übernehmen und diese durch den Anbau im heimischen Garten oder auf dem Balkon weiter zu verbreiten. © Foto: dpa/Christoph Soeder
dpa / 15.06.2018, 09:51 Uhr
Potsdam (dpa) Sie heißen Ohrlöffel, Pechnelke und Schillergras - und sie sind in Berlin und Brandenburg nur noch sehr selten zu finden. „Für diese und weitere Wildpflanzen suchen wir daher Paten, die sie auf dem heimischen Balkon oder im Garten anpflanzen und vermehren“, sagt Patrick Loewenstein, Koordinator des Projekts „Urbanität & Vielfalt“.

An diesem Sonntag können Hobbygärtner auf dem Gelände der ehemaligen Internationalen Gartenausstellung bei einem Pflanzenfest kostenlos Gewächse abholen. „Ziel ist es, Pflanzen, die einst heimisch waren, wieder heimisch werden zu lassen“, so Loewenstein. Ermöglicht werden soll dies mit Hilfe der Bürger.

34 Pflanzenarten stehen bereit, sechs Setzlinge von jeweils drei Arten und das passende Informationsmaterial werden an die Interessenten abgegeben. „Im vergangenen Jahr hatten wir 350 Paten. Wir hoffen, dass noch bis zu 650 hinzukommen, die an vielen Orten in Berlin und Brandenburg ein buntes Mosaik schaffen“, sagte Loewenstein. Der amtliche Naturschutz könne ein solches Projekt nicht leisten. Außerdem sei dies eine effektive Art praktischer Wissensvermittlung.

Die Pflanzen seien sehr genügsam und an karge Böden gewöhnt. Intensive Landwirtschaft, aber auch das sinkende Interesse an vermeintlich nutzlosen Pflanzen hätten im Laufe der Jahrzehnte dafür gesorgt, dass sie immer seltener werden, so Loewenstein. Wer wolle, könne die Pflanzen einfach wachsen lassen. „Man kann aber auch die Samen ernten und an uns zurückschicken“, sagte Loewenstein. Ziel seien Neuansiedlungen und die Stärkung gefährdeter Bestände.

Gezüchtet wurden die rund 10 000 Pflanzen im Botanischen Garten der Uni Potsdam. Auch dort gibt es einen Abholtermin - am 1. Juli. Zwei Wochen später, am 15. Juli, können Interessenten auch beim Projektpartner Späth-Arboretum der Humboldt-Universität Berlin in Treptow Pflanzen abholen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz im Bundesprogramm Biologische Vielfalt.

Die Organisatoren bitten um Anmeldung. Das Formular ist im Internet unter www.UundV.de zu finden.

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