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ine Sportart, die vor allem in den Commonwealth-Staaten populär ist

Tent pegging
Reitsport-Meisterschaft mit Lanze in der Hand

Beim Tent pegging werden Dinge mit einer Lanze aufgespießt.
Beim Tent pegging werden Dinge mit einer Lanze aufgespießt. © Foto: Hagen Ständel
dpa / 17.06.2018, 09:18 Uhr
Krügersdorf (dpa) Im schnellen Galopp fegen vier Lanzen schwingende Reiter über eine Koppel in Krügersdorf (Oder-Spree) und spießen aus der Bewegung heraus etwas vom Boden auf. Der rasante Ritt, bei dem mit einer Waffe vom Pferd aus ein etwa Handy großes Ziel anvisiert wird, nennt sich Tent pegging - eine Sportart, die vor allem in den Commonwealth-Staaten populär ist.

„Wer es genau erfunden hat, ist nicht ganz klar. Aber es muss zu Zeiten der Kavallerien gewesen sein, gewissermaßen als Freizeitbeschäftigung“, sagt der Krügersdorfer Steffen Kukral.

Vor zwei Jahren hat der leidenschaftliche Pferdesportler Tent pegging für sich entdeckt, bei einer Reise in den Oman. Seitdem hat der 58-Jährige, der seit Jahren einen Pferdetrainingshof betreibt, eine Mission: „Ich will diesen interessanten, schnellen und leicht zu verstehenden Sport bekannter machen. Allein das Zuschauen ist schon spannend. Da geht echt die Post ab und ich glaube, dass man Leute dafür begeistern kann.“ Das will er bei den zweiten Deutschen Meisterschaften beweisen, die am 23. und 24. Juni in Schönwalde-Glien (Haveland) ausgetragen werden. „Antreten werden 20 Sportler mit ihren Pferden sowie mit Lanzen oder auch Säbeln. Insgesamt praktizieren etwa 50 Aktive deutschlandweit bisher Tent pegging.

Eine Hochburg seien das Rhein-Main-Gebiet und Brandenburg. „Wir in Krügersdorf bilden ein Team, dann gibt es noch eins um Christian Scholle in Müncheberg (Märkisch-Oderland) sowie unsere Kindergruppe im Havelland“, erklärt Kukral. Beide Teams gehörten zur Abteilung Breitensport beim Kreissportbund Märkisch-Oderland (KSB MOL), der die Deutschen Meisterschaften veranstaltet. „Kukral und Scholle haben schon über das berittene Bogenschießen Jugendliche für Sport begeistern können, die sonst vielleicht nie den Weg zum Sport gefunden hätten“, sagt Geschäftsführerin Manja Lindner über das Engagement des KSB MOL, der ihren Angaben nach schon mehrfach neuen Sportvereinen „Starthilfe“ gewährt habe, beispielsweise der Einradtruppe Fredersdorf.

„Die brillieren inzwischen bei Deutschen Meisterschaften und Showveranstaltungen, haben ihre Randsportart populär gemacht“, sagt Lindner, die sich das auch in Sachen Tent pegging vorstellen kann. Je erfolgreicher und professioneller eine Sportart dann werde, um so mehr sollten die Aktiven an eine eigene Vereinsgründung denken, meint sie. Das sieht auch Kukral so. Zudem versuche der Deutsche Tent pegging-Verband, dessen Präsident er ist, eine Europa-League aufzubauen. „Es gibt Sportler in Norwegen, Holland, Großbritannien und auch Polen. Allerdings müssen wir Europäer noch ganz schön üben, um gegen langjährige Tent-pegging-Nationen wie Südafrika oder Australien bestehen zu können“, so der Krügersdorfer, der im August ein internationales Trainingslager auf seinem Hof organisiert.

Vertrauen und reiterliches Können seien das Ausschlaggebende beim Tent pegging, sagt Kukral. Bei internationalen Wettbewerben würden die Sportler nicht mit dem eigenen Pferd antreten. „Die Wettkampftiere werden unter den Reitern verlost. Du musst Dich arrangieren“, erzählt der gebürtige Süddeutsche. „Dieses besondere Zusammenspiel zwischen Pferd und Reiter“ reizt auch Lea Frings an der Sportart. Die 34-jährige Berlinerin gehört zum Krügersdorfer Team, schwört auf die „Feinabstimmung“ zwischen Tier und Mensch. „Du hast die Lanze in der Hand, kannst Dich nicht mehr auf die Zügel konzentrieren, um das Pferd zu lenken. Es weiß, was es zu tun hat“, erklärt sie und übt genau das unermüdlich mit ihrem tierischen Partner Siri.

Schließlich will die Auszubildende zur Pferdetrainerin bei den Deutschen Meisterschaften eine gute Figur machen. Dort gibt nicht nur Einzel-, sondern auch Teamwettbewerbe, bei denen die Sportler nebeneinander reiten. Ins Visier genommen werden im Galopp nicht nur kleine Holz- oder Pappschilder am Boden, die sogenannten Pegs, sondern auch Ringe, wahlweise Äpfel, die 2,20 Meter über dem Boden hängen, gleich mehrere hintereinander in einem Abstand von 15 Metern. Doch es geht nicht nur um die Ziele, sondern auch um Geschwindigkeit, die Zeit wird gestoppt, bei Überschreitungen gibt es Strafpunkte. „Die besten Tent pegger international schaffen die 80 Meter lange Wettkampfstrecke in 6,3 Sekunden“, sagt Pferdetrainer Kukral. Pferd und Reiter erreichen so im Schnitt um die 50 Stundenkilometer.

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