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Das Land zahlt eine neue Prämie

E-Autos
Berliner Unternehmen bekommen doppelt Prämie

Elektroroller der Sharing-Plattformen Coup und Emmy stehen auf dem Potsdamer Platz. Beide Firmen bieten ihre Roller über eine Smartphone-App zum Verleih an.
Elektroroller der Sharing-Plattformen Coup und Emmy stehen auf dem Potsdamer Platz. Beide Firmen bieten ihre Roller über eine Smartphone-App zum Verleih an. © Foto: dpa/Kay Nietfeld
dpa / 25.06.2018, 17:27 Uhr
Berlin (dpa) Unternehmer sollen in Berlin künftig eine eigene Landesprämie bekommen, wenn sie auf ein Elektrofahrzeug umsteigen. Das sei ein „sehr attraktives“ Angebot für die Wirtschaft, sagte Regierungschef Michael Müller (SPD) am Montag nach einem Treffen mit Vertretern von Landesunternehmen und Verbänden im Roten Rathaus.

Vorgesehen sind bis zu 4000 Euro für E-Autos und bis zu 8000 Euro für leichte Nutzfahrzeuge bis 4,25 Tonnen, wie aus der Förderrichtlinie der Senatswirtschaftsverwaltung hervorgeht. Profitieren sollen zum Beispiel Taxifahrer, Handwerker, Lieferdienste und Pflegeunternehmen. Sie können die Förderung ab 1. Juli beantragen.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) rechnet vor: Ein Betrieb könne damit nun 4000 Euro Umweltbonus über den Bund und nochmal 4000 Euro vom Land bekommen, wenn er auf ein Elektroauto mit Batterie, ein Hybrid- oder Brennstoffzellen-Fahrzeuge umsteige. Wer seinen älteren Diesel oder Benziner verschrottet, kriegt nochmal 1000 Euro.

In Berlin drohen Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge, wenn die Luftverschmutzung nicht besser wird. An mehreren Stellen werden die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide überschritten. Das Verwaltungsgericht will nach Angaben Müllers am 11. Oktober über eine Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) entscheiden.

Die rot-rot-grüne Landesregierung will Fahrverbote noch abwenden. Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) prüft aber, welchen Effekt notfalls Verbote auf einzelnen Strecken hätten. Ob die neue Prämie maßgeblich hilft, ist unklar. „Man kann nicht sicher sein“, sagte Müller. Aber sie könnten nur alles tun, um das Risiko solcher Urteile zu minimieren.

Der Senat wollte schon einmal Taxifahrer zum Umsteigen auf E-Autos bewegen, allerdings mit wenig Erfolg. Sie hätten für das erste Förderprogramm nur zehn, elf Interessenten gehabt, sagte Müller. Das habe auch daran gelegen, dass man nur Bundes- oder Landeszuschüsse bekam. Nun sei das Verbot der Doppelförderung aufgehoben worden.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) befürwortet das. „Durch die Kombinierbarkeit von Bundes- und Landesförderung wird die E-Mobilität für Unternehmen wirtschaftlich“, teilte IHK-Präsidentin Beatrice Kramm mit. „Ein Problem bleibt, dass es gerade bei größeren Lieferwagen bislang kaum entsprechende Fahrzeug-Angebote gibt.“

Pop sagte, es gebe zum Beispiel bei Kastenwagen drei Modelle. Die Förderung biete auch die Chance zur Beratung. „Aber auch da müssen wir feststellen: Es gibt von der deutschen Automobilindustrie kein adäquates Angebot“, kritisierte Pop. Müller warnte, die deutsche Autoindustrie dürfe den Anschluss nicht verpassen.

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