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Feuerwehren seit Tagen im Dauerstress / In der Lieberoser Heide brennen 400 Hektar / Trockenheit hält weiter an

Großbrände
Brandenburg lodert auf

Wasser marsch: In der Lieberoser Heide bleibt den Feuerwehrleuten nichts weiter übrig, als aus der Entfernung gegen die Flammen vorzugehen. Auf dem ehemaligen Truppenplatz wird noch Munition vermutet.
Wasser marsch: In der Lieberoser Heide bleibt den Feuerwehrleuten nichts weiter übrig, als aus der Entfernung gegen die Flammen vorzugehen. Auf dem ehemaligen Truppenplatz wird noch Munition vermutet. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Jörg Kühl / 05.07.2018, 19:30 Uhr
Lieberose (MOZ) Die Feuerwehren in Brandenburg sind auch am Donnerstag nicht zur Ruhe gekommen. Nachdem am Mittwoch bei Limsdorf (Oder-Spree) rund 100 Hektar Wald- und Feldfläche in Flammen standen, mussten Einsatzkräfte am Donnerstag zu mindestens acht weiteren Bränden ausrücken.

Größter Einsatz war ein Flächenbrand in der Lieberoser Heide (Dahme-Spreewald), der sich in den Abendstunden auf mehr als 400 Hektar ausgebreitet hatte. Neben Hunderten von Einsatzkräften aus Dahme-Spreewald und Oder-Spree kamen auch ein Lösch-Hubschrauber der Bundeswehr sowie 43 Löschfahrzeuge zum Einsatz. Die B 168 war zwischen Lieberose und Peitz voll gesperrt.

Unter anderem war ein Hubschrauber bei einem Großbrand in der Lieberoser Heide im Einsatz.
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Großbrand in Lieberoser Heide

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Ein weiteres Feuer hatte sich in Bad Saarow (Oder-Spree) am Annenhof ereignet. Dort griff ein  Feldbrand auf einen benachbarten Wald über. Einen großen Feldbrand hatte die Feuerwehr zwischen Wulkow und Trebnitz (Märkisch Oderland) zu bewältigen. Die Ausdehnung des Feuers ist noch unbekannt, es seien mehr als 30 Meter hohe Flammen zu beobachten gewesen, teilt Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter des Landes Brandenburg, mit. In der Nähe von Weichensdorf (Oder-Spree) waren am Donnerstag 1600 Quadratmeter Wald in Flammen aufgegangen. Dabei wurde auch eine Holzerntemaschine im Wert von etwa 500 000 Euro zerstört.

Bei Dolgelin im Landkreis Märkisch-Oderland bekamen die Feuerwehren Unterstützung von Landwirten: Bei Feldbränden stellten sie einen Traktor mit Wassertank bereit und setzten Scheibeneggen ein, um ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern.

In Cottbus-Sielow brannten zwei Hektar Feld und 1000 Quadratmeter Wald. In der Gemeinde Heideblick (Dahme-Spreewald) ist ein  Getreidefeld abgebrannt. In Uebigau-Wahrenbrück (Elbe-Elster) ist auf einem 2,5 Hektar großen Flurstück ein Flächenbrand wiederaufgeflammt, den die Feuerwehr Tags zuvor bekämpft hatte. Gelöscht werden konnte ein 1000 Quadratmeter großer Flächenbrand bei Butzen (Dahme-Spreewald.

Die andauernde Trockenheit sei das Außergewöhnliche in diesem Jahr, sagt der Waldbrandschutzbeauftragte. Brandenburg ist demnach das bundesweit am stärksten von Waldbrand gefährdete Bundesland. Das liege an den sandigen Böden, einem eher trockenen Klima und dem hohen Anteil an Kiefernwäldern. Die Mitarbeiter in der Waldbrandzentrale Wünsdorf – es gibt noch fünf weitere in Brandenburg – beobachten die Aufzeichnungen von Kameras, die im Freien montiert sind. Ihr Bereich liegt in den Kreisen Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming mit mehr als 230 000 Hektar Fläche  – also von der Grenze zu Sachsen-Anhalt bis zur polnischen. In ganz Brandenburg gibt es laut Engel 107 Kameras.

Derzeit seien viele hundert Feuerwehrleute beinahe täglich im Einsatz. 98 Prozent von ihnen kämen von Freiwilligen Feuerwehren. „Im Moment sind noch genug Kräfte da, um die Brände zu bekämpfen“, sagt Engel. Aber wenn es über den Sommer weiterhin so viel brennt, spitze sich die Lage zu.

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