Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Künstlergruppe aus Hannover stellt in Bahnhof aus

Ausstellung
„Kopflos“ in den Weiten Brandenburgs

Drei Akte: Auch diese Studien von Melanie Gräber, Susanne Hornig und Peter Hoffmann-Schönborn werden gezeigt.
Drei Akte: Auch diese Studien von Melanie Gräber, Susanne Hornig und Peter Hoffmann-Schönborn werden gezeigt. © Foto: Kopflos atelier
Christopher Braemer / 03.08.2018, 06:30 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Jeden Sommer flüchtet die Künstlergruppe „kopflos atelier“ aus Hannover in die Weiten Brandenburgs, um sich kreativ auszuleben.

Nachdem sie die vergangenen zwei Wochen wieder im alten Bahnhof Oderberg-Bralitz (Barnim) gewerkelt hat, lädt sie an diesem Sonnabend von 15 bis 18 Uhr zur Ausstellung ein. Gezeigt werden Zeichnungen, Malerei und Druckgrafiken, welche die zehn Künstler bei der aktuellen Rekordhitze erschaffen haben. Dazu wird es Livemusik sowie Kaffee und Kuchen für die Gäste geben.

Unter den Teilnehmern der kreativen Sommerakademie sind auch zwei Künstlerinnen aus der Region: Jana Debrodt aus Angermünde und Johanna Martin aus Oderberg. Die beiden Künstlerinnen arbeiten hauptsächlich als Bildhauerinnen. „Sie freuen sich sehr, die Möglichkeit zu haben, am Aktzeichnen bei uns teilnehmen zu können, das hier in der großen, ländlichen Region schwer zu organisieren ist“, sagt Ralf Ludewig, Organisator der „Kopflosen“. Und weil das so schwer ist, hat er extra zwei Nacktmodels aus Hannover mitgebracht, die für die Künstler in der märkischen Natur posieren.

„Wir sind viel draußen in der Natur, waren auf dem Wasser, im Theater am Rand, draußen im Oderbruch“, berichtet Ludewig. „Auch wenn es momentan fast schon zu heiß ist, um rauszugehen.“ Auf den ehemaligen Bahnhof in Oderberg-Bralitz, auf den er seit 2003 jeden Sommer flüchtet, ist Ludewig über Kontakte gekommen. „Einer unserer Künstler kannte da jemanden, daraufhin sind wir auf den alten Bahnhof aufmerksam geworden“, kommt Ludewig ein wenig ins Erzählen. „Wir waren anfangs skeptisch, seitdem sind wir immer wieder dort.“ Der Bahnhof abseits der Stadt wirke inspirierend, sei ein Hort der Ruhe. Besonders in der großen Wartehalle herrsche eine sehr kreative Atmosphäre. „Wenn man als Künstler immerzu im eigenen Saft schwimmt, dann ist das langweilig“, sagt Ludewig, der sich vor Ort mittlerweile gut auskennt. Die Arbeit für ihn und die Künstlergruppe sei auch Vergnügen. „Es ist schon auch ein bisschen Urlaub.“

Das Thema der diesjährigen Sommerakademie lautet „Stadt, Land, Fluss“, die Werke bezeichnet Ludewig als sehr experimentell. „Es geht uns darum, die Bilder nicht nur in der Schublade zu haben“, sagt der Künstler vor der Ausstellung am Sonnabend. In Bralitz arbeitet die Gruppe unter anderem mit einem alten fotografischen Verfahren, der Cyanotypie, auch als Eisenblaudruck bekannt. Mit dieser historischen Technik entstehen nostalgisch anmutende dunkelblaue Grafiken. Zudem hat die Gruppe wieder ein Aktmodell in den Gärten des Bahnhofs gezeichnet. Die Künstler experimentieren mit Monotypien, und vom ehemaligen Bahnsteig ist das rhythmische Klopfen von Bildhauerwerkzeugen zu vernehmen. Die in Brandenburg gefertigten Arbeiten sollen auch in Hannover ausgestellt werden.

Sonnabend von 15 bis 18 Uhr im ehemaligen Bahnhof Oderberg-Bralitz, der Eintritt ist frei.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG